Gold und Bitcoin werden von diesem Marktexperten als wichtige Absicherungen angesehen, da die globale Liquidität versiegt

Gold und Bitcoin werden von diesem Marktexperten als wichtige Absicherungen angesehen, da die globale Liquidität versiegt
Ananthu C U
21. Nov. 2025, 13:30 PM
  • Die globale Liquidität versiegt, was auf einen mehrjährigen Abschwung der US-Aktien hindeutet.
  • Der Druck auf die Refinanzierung von Schulden verschärft sich, da Rohstoffe in der späten Straffungsphase besser abschneiden.
  • Howell sieht Gold und Bitcoin als wichtige Absicherungen, wobei QE voraussichtlich bis 2026 zurückkehrt.

Der globale Liquiditätszyklus befindet sich in einer entscheidenden Kontraktionsphase, was laut dem erfahrenen Strategen Michael Howell das Risiko eines anhaltenden Abschwungs an den Aktienmärkten erhöht.

Im Podcast MacroVoices sagte Howell, Geschäftsführer des in London ansässigen CrossBorder Capital, dass sich die Liquiditätsbedingungen rapide verschlechtern und so das, was er als spekulative Blase bei US-Aktien bezeichnet, beende.

Er erwartet eine Korrektur, die sich in den nächsten zwei bis drei Jahren entfalten könnte, da sich Liquiditätsabhebungen durch die Finanzmärkte ausbreiten.

Howell erwartet, dass Gold und Bitcoin Absicherungsanlagen sind, da Regierungen Geld drucken und Währungen abwerten müssen, um Schulden umzufinanzieren.

Liquiditätszyklus gegen Ende der Fünfjahresphase

Howells Rahmenwerk konzentriert sich auf den globalen Liquiditätszyklus, den Kapitalfluss durch die weltweiten Finanzmärkte, von dem er glaubt, dass er das Verhalten der Vermögenswertpreise im Großen und Ganzen bestimmt.

Seine Forschung legt nahe, dass diese Zyklen typischerweise fünf bis fünfeinhalb Jahre umfassen und damit mit der durchschnittlichen Laufzeit globaler Schulden übereinstimmen.

Der aktuelle Zyklus begann etwa zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020 und platzierte die Finanzmärkte spät in der Expansionsphase.

Howell schätzt, dass die weltweite Schulden auf etwa 350 Billionen Dollar liegen, was bedeutet, dass jährlich rund 70 Billionen Dollar refinanziert werden müssen.

Dieser Rhythmus, so argumentiert er, schafft einen vorhersehbaren Liquiditätsrhythmus, der nun eindeutig nach unten zeigt.

Anzeichen von Belastung zeigen sich bereits. Howell wies auf steigende Spannungen an den Repomärkten hin, die an 2019 erinnern, ein Signal, das er als frühe Warnung vor einer verschärften Liquiditätssituation sieht.

Historisch reagiert der SandP 500 auf Liquiditätsverschiebungen mit einer sechsmonatigen Verzögerung, was darauf hindeutet, dass der Druck auf die Aktienbewertungen in den kommenden Monaten zunehmen könnte.

Rohstoffe, die bevorzugt werden, da die Liquidität knapper wird

Während Howell bei Aktien vorsichtig bleibt, argumentiert er, dass bestimmte Sektoren während der späten Liquiditätsschrumpfung tendenziell besser abschneiden.

Rohstoff- und Bergbauaktien, so sagte er, hätten historisch in ähnlichen Phasen profitiert, da Investoren auf reale Vermögenswerte und Inflationsabsicherungen umsteigen.

Seine breitere makroökonomische Sichtweise wird von dem geprägt, was er als langfristige Unvermeidlichkeit der Geldpolitik ansieht.

Da die globalen Schuldenlasten steigen, glaubt Howell, dass Regierungen letztlich begrenzte Ansätze zur Bewältigung von Refinanzierungsdrucken haben.

"Geld drucken", argumentierte er, wird zum Weg des geringsten Widerstands, besonders da die politischen Anreize vor Wahlzyklen zunehmen.

Howell nannte Japan und China als Beispiele für Volkswirtschaften, in denen starke Schuldenemissionen Geldgelddeflation und anschließende Währungsabwertung auslösten.

Als Reaktion darauf ließen die Zentralbanken die Wechselkurse sinken, eine Dynamik, die sich seiner Meinung nach anderswo wiederholen könnte, da der Finanzierungsbedarf sich verschärft.

Gold und Bitcoin gelten als wichtige Absicherungsanlagen

Vor diesem Hintergrund erwartet Howell bis 2026 eine weltweite Wiederbelebung der quantitativen Lockerung.

Er prognostiziert, dass die Entwertung der Fiatwährung alternative Wertspeicher immer attraktiver machen wird. Seiner Sichtweise nach spielen sowohl Gold als auch Bitcoin eine entscheidende Rolle.

Howell prognostiziert, dass Gold bis Mitte der 2030er Jahre 10.000 US-Dollar pro Unze erreichen könnte, gestützt durch langfristige Inflation und die strukturelle Ausweitung der globalen Geldmenge.

Er betrachtet Bitcoin zudem als ergänzende Absicherung und nicht als konkurrierendes Vermögen, trotz seines jüngsten Rückgangs von etwa 30 % gegenüber Rekordhochs.

Auch politische Überlegungen können kurzfristige Liquiditätstrends prägen.

Da die US-Zwischenwahlen weniger als ein Jahr entfernt sind, erwartet Howell, dass die politischen Entscheidungsträger eher Haushaltskonjunkturmaßnahmen als Finanzmärkte unterstützen werden.

Er verwies auf jüngste Äußerungen von Präsident Donald Trump über mögliche Haushaltsschecks über 2.000 Dollar als Hinweis auf diese Richtung.

Da die Liquidität weiter zurückgeht, glaubt Howell, dass der Aktienmarkt vor mehreren herausfordernden Jahren steht, da Investoren zunehmend auf harte Vermögenswerte setzen, da sich die finanziellen Bedingungen verschärfen.