Hier erfahren Sie, warum Südkoreas KOSPI-Index bald zurückgehen könnte

Hier erfahren Sie, warum Südkoreas KOSPI-Index bald zurückgehen könnte
Crispus Nyaga
23. Nov. 2025, 20:03 PM
  • Der KOSPI-Index ist in diesem Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen.
  • Technische Werte deuten darauf hin, dass ein Rückzug kurzfristig möglich ist.
  • Der extreme Einsatz von Hebelwirkung könnte kurzfristig zu weiteren Abwärtseffekten führen.

Der südkoreanische KOSPI-Index befindet sich in diesem Jahr in einem starken Aufwärtstrend, unterstützt durch das Engagement des Präsidenten des Landes, ihn Anfang dieses Jahres auf 5.000 KRW zu bringen. Er stieg auf ein Rekordhoch von 4.244 KRW, was einem Anstieg von 86 % gegenüber dem niedrigsten Wert in diesem Jahr entspricht. Diese Rallye könnte kurz vor dem Ende stehen, nachdem der Index ein riskantes Muster gebildet hat.

Die technischen Effekte des KOSPI-Index deuten auf einen Rückzug hin, wenn die Euphorie endet

Das tägliche Zeitrahmendiagramm zeigt, dass der KOSPI-Index vom bisherigen Jahreshoch von 4.245 KRW auf aktuell 3.853 zurückgegangen ist.

Es hat einige riskante Muster gebildet, die auf einen kurzfristigen Rückgang hindeuten. Am wichtigsten ist das Doppeltop-Muster, das es bei 4.200 KRW bildete, dessen Ausschnitt 3.867 KRW betrug. Ein Double-Top ist eines der beliebtesten bärischen Umkehrdiagramme in der technischen Analyse.

Der Index hat zudem ein bärisches Divergenzmuster entwickelt, da der Relative Strength Index (RSI) und der Percentage Price Oscillator (PPO) in den letzten Wochen weiter gefallen sind.

Gleichzeitig liegt der Index deutlich höher als die 100-Tage- und 200-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMA), die bei 3.512 KRW und 3.210 liegen. Daher kann der Index von einer bärischen Umkehr in einem Prozess namens Mean Reversion bedroht sein, bei dem ein Vermögenswert zu seinen historischen Durchschnittswerten zurückkehrt.

Daher besteht das Risiko, dass der Index zurückzieht und das wichtige Unterstützungsniveau bei 3.500 KRW erneut testet, was etwa 9 % unter dem aktuellen Niveau liegt.

Warum der südkoreanische Blue-Chip-Index sprunghaft gestiegen ist

Es gibt einige Gründe, warum der KOSPI-Index in diesem Jahr stark gestiegen ist. Erstens wurde der Anstieg durch eine Erklärung von Präsident Lee Jae Myung ausgelöst, der Anfang dieses Jahres zusagte, die Erhöhung auf 5.000 KRW zu erhöhen. Das war ein ehrgeiziges Versprechen, da der Index zu dieser Zeit bei 2.400 KRW gehandelt wurde.

Zweitens stieg der Index, nachdem vor einigen Monaten die Vereinigten Staaten und Südkorea ein Handelsabkommen geschlossen hatten. Dieses Abkommen senkte den Zoll, den das Land insgesamt in den USA zahlt, auf 15 %, deutlich niedriger als das, was Trump zuvor angedroht hatte. Seitdem sind die südkoreanischen Waren, die in die USA geliefert werden, in einem geringeren Tempo als erwartet zurückgegangen.

Drittens ist der KOSPI-Index aufgrund des anhaltenden Booms der künstlichen Intelligenz stark gestiegen, da einige seiner Unternehmen große Lieferanten für die Branche sind. Dazu gehören Top-Unternehmen wie SK Hynix und Samsung, die in diesem Jahr starke Ergebnisse erzielt haben, da die Nachfrage stark gestiegen ist.

Unterdessen herrscht die Wahrnehmung, dass südkoreanische Unternehmen im Vergleich zu ihren globalen Konkurrenten zu einem Abschlag handeln. Zum Beispiel hat der KOSPI-Index trotz des anhaltenden Anstiegs immer noch ein Gewinn-Kurs-Verhältnis von 13, deutlich niedriger als der 22 des SandP 500 Index.

Gleichzeitig arbeitet das Land an Maßnahmen, um südkoreanische Unternehmen attraktiver zu machen, darunter das kürzlich verabschiedete Handelsgesetz, das Steuern und Vorschriften senken wird.

Dennoch gibt es Risiken für diesen Schub, insbesondere da die Angst vor einer KI-Blase wächst. Eine Verlangsamung der KI-Ausgaben würde sich negativ auf einige der größten Unternehmen der Branche auswirken.

Ein weiteres Risiko ist, dass die Verschuldung in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen ist. Daten zeigen, dass der Margin-Handel in diesem Monat auf 17 Milliarden Dollar gestiegen ist, ein Anstieg von 50 % in den letzten sechs Monaten. Wie wir in der Kryptobranche gesehen haben, könnte der extreme Einsatz von Hebelwirkung zu erheblichen Schmerzen führen.