Indische Solarhersteller wenden sich angesichts eines Exportrückgangs auf den Heimmarkt auf

Indische Solarhersteller wenden sich angesichts eines Exportrückgangs auf den Heimmarkt auf
Sayantan Sarkar
24. Nov. 2025, 11:47 AM
  • Indiens Exporte von Solarmodulen fielen im September auf 80 Millionen US-Dollar, von 134 Millionen US-Dollar im August, dem niedrigsten Wert des Jahres.
  • Der Rückgang wird hauptsächlich auf neue US-Handelsmaßnahmen und verstärkte Kontrolle über Importe zurückgeführt.
  • Hersteller wenden sich dem heimischen Markt zu und konzentrieren sich verstärkt auf Upstream-Komponenten wie Zellen und Wafer.

Dieser starke Rückgang der Auslandslieferungen wird von Branchenvertretern und Analysten vor allem auf die Umsetzung neuer Handelsmaßnahmen durch die USA zurückgeführt, einen wichtigen Exportmarkt.

Diese US-Beschränkungen haben den Fluss von in Indien hergestellten Solarmodulen über den Pazifik effektiv eingeschränkt.

Als Reaktion auf dieses erhebliche Hindernis auf dem internationalen Markt sind inländische Hersteller von Solarmodulen laut einem Reuters-Bericht gezwungen, eine strategische Wende umzusetzen.

Ein beträchtliches Volumen der Lieferungen, die zuvor für Exportkanäle vorgesehen waren, wurde nun auf den aufstrebenden indischen Binnenmarkt umgeleitet.

Diese Umstellung wird als notwendiger Schritt gesehen, um die finanziellen Auswirkungen entgangener Exporteinnahmen abzumildern und die Auslastung der Produktionskapazitäten aufrechtzuerhalten.

Es wird erwartet, dass dieser Wandel die Verfügbarkeit von Solarkomponenten in Indien erhöht und das Tempo der inländischen Solarenergie-Installationsprojekte beschleunigen könnte.

Exporte in die USA

Indiens Exporte von Solarmodulen und -Komponenten in die USA verzeichneten Anfang dieses Jahres einen deutlichen Anstieg der Exporte.

Dieser starke Anstieg wurde hauptsächlich durch Solarenergieentwickler in den USA verursacht, die aktiv alternative Lieferanten für chinesische Hersteller suchten.

Die Suche nach nicht-chinesischen Quellen intensivierte sich nach der Verhängung verschiedener Beschränkungen und Zölle durch die Washingtoner Regierung auf Produkte aus China, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien.

Diese US-Politiken, die darauf abzielten, Bedenken hinsichtlich Zwangsarbeit, Handelsungleichgewichte und nationale Sicherheit anzugehen, schufen eine überzeugende Marktchance für indische Solarmodulhersteller.

Als Entwickler ihre Lieferketten von China wegverlagerten, um Risiken zu mindern und Vorschriften einzuhalten, entwickelte sich Indien zu einem tragfähigen und zunehmend attraktiven Knotenpunkt, um die wachsende Nachfrage nach Solartechnologie auf dem amerikanischen Markt zu erfüllen.

Dieser Wandel steigerte nicht nur Indiens Exportzahlen, sondern unterstrich auch die sich wandelnden Dynamiken der globalen Solarlieferkette.

Die USA haben ihre Kontrolle über die Importe aus Indien verschärft, die zuvor über 90 % der indischen Modulexporte ausmachten.

Dies folgt auf den 50%-Zoll auf indische Waren während der Trump-Regierung und ist Teil einer Untersuchung darüber, ob chinesisch hergestellte Komponenten über Indien verschifft werden.

Regierungsdaten zeigen einen deutlichen Rückgang der indischen Solarmodulexporte, der im September von 134 Millionen Dollar im August auf etwa 80 Millionen Dollar zurückging.

Laut ICRA beträgt Indiens derzeit genehmigte Fertigungskapazität für Solarmodule etwa 110 Gigawatt, wobei Prognosen darauf hindeuten, dass sie bis März 2027 165 GW überschreiten wird.

Inländisches Überangebot

Die Befürchtungen vor Überangebot auf dem Inlandsmarkt haben sich jedoch durch den Rückgang der Nachfrage im Ausland verstärkt.

Dies ist besonders besorgniserregend, da die jährlichen Solaranlagen im Land immer noch unter den erforderlichen 44–45 GW liegen, um die Ziele für erneuerbare Energien 2030 zu erreichen.

Kleinere, nur modulbasierte Unternehmen sollen sich konsolidieren, da ihre Margen unter Druck stehen, so Analysten.

Sie sind der Ansicht, dass vertikal integrierte Unternehmen, die sowohl über Zellen- als auch über Waferkapazitäten verfügen, besser positioniert sind, um dem Marktabschwung standzuhalten.

Laut einem von Reuters eingesehenen Schreiben bat die All India Solar Industries Association im August die Indian Banks' Association, die Finanzierung neuer, unrentabler Modulbauprojekte einzustellen, um zukünftige Insolvenzen zu verhindern.

Indische Unternehmen verlagern ihren Fokus zunehmend auf die Herstellung von Zellen, Barren und Wafern und priorisieren diese Upstream-Komponenten gegenüber der reinen Produktion von Modulen.

So hat Solex Energy beispielsweise seine Strategie überarbeitet und die geplante Modulkapazität von 15 GW auf 10 GW reduziert.

Gleichzeitig hat das Unternehmen sein Zellproduktionsziel von anfänglichen 5 GW auf 10 GW deutlich erhöht.