Dan Hanbury: Es geht nicht nur um KI, die Märkte stehen vor einer 'Alles-Blase'

Dan Hanbury: Es geht nicht nur um KI, die Märkte stehen vor einer 'Alles-Blase'
Wajeeh Khan
25. Nov. 2025, 14:20 PM
  • Dam Hanbury sagt, die Blasenbedenken gelten für viel mehr als nur KI.
  • Stan Weinstein sieht Anzeichen für einen Höhepunkt im Leitindex SandP 500.
  • Die US-Aktien bleiben dennoch um mehr als 30 % gegenüber ihrem bisherigen Tief.

Die US-Aktien sind im November zurückgegangen, da die Investorenbefürchtung über gedehnte Bewertungen den Gewinnoptimismus verdrängte.

Während Namen der künstlichen Intelligenz (KI) die Schlagzeilen dominierten, argumentieren einige Marktexperten, dass die Risiken weit über die Technik hinausgehen.

Dan Hanbury – der derzeit beim anglo-südafrikanischen Vermögensverwalter "Ninety One" tätig ist – sagt beispielsweise, dass Investoren mit einem größeren Phänomen ringen: einem, das er eine "Alles-Blase" nennt.

Trotz Bewertungsbedenken und makroökonomischer Unsicherheit nach dem US-Regierungsstillstand liegt der Leitindex SandP 500 jedoch deutlich über 30 % gegenüber seinem Jahr-bisherigen Tief.

Warum gibt es eine 'Alles-Blase' am US-Aktienmarkt?

In einem Gespräch mit CNBC diese Woche sagte Hanbury, der Fokus auf KI-Bewertungen verfehle das größere Bild.

Seiner Aussage nach handeln insbesondere US-Aktien auf Niveaus, die selbst bei solidem Gewinnwachstum schwer zu rechtfertigen sind.

"Es ist sehr schwer zu bestreiten, dass es keine Blase auf dem US-Markt gibt", sagte er – und wies darauf hin, dass durch Schuldenbesicherungen besicherte Instrumente, Immobilien- und Anleihemärkte alle zu überhöhten Aktienkursen beitragen.

Dan Hanbury sagte, eine Kombination aus robusten Unternehmensgewinnen und der Normalisierung der Zinssätze habe ein Paradoxon geschaffen: Investoren jagen dem Wachstum hinterher, während sie Warnsignale ignorieren.

Diese Dynamik – warnte er – ist symptomatisch für eine breitere "Alles-Blase", die sich über Anlageklassen erstreckt und nicht nur KI-gebundene Aktien.

Der US-Aktienmarkt zeigt Anzeichen eines Höhepunkts

Der erfahrene Trader Stan Weinstein hat ebenfalls gewarnt, dass Signale für einen Markthoch aufblitzen.

In seinem Global Trend Alert bezeichnete er das Intraday-Hoch des SandP 500 von 6.920,34 Ende Oktober als "eines der schlechtesten neuen Hochs", die er je gesehen hat – und verwies auf schwache Vorwärts-Rückgänge-Daten unter der Oberfläche.

Er fügte hinzu, dass proprietäre Umfragen vor dem Höhepunkt keinen klar bullischen Hintergrund zeigten, während Verkaufsempfehlungen seit Wochen die Käufe übertreffen.

Da der Index nun mehr als 4 % unter seinem ATH liegt und seine schlechteste wöchentliche Performance seit Anfang Oktober erlebt, rief Weinstein zu "äußerster Vorsicht".

Seiner Ansicht nach ist der jüngste Rückgang der US-Aktien keine routinemäßige Korrektur, insbesondere da geringe Handelsvolumina zu Feiertagen die Volatilität verstärken.

Die Herausforderung auf dem Weg ins neue Jahr

Gemeinsam unterstreichen Hanburys "Alles-Blase"-These und Weinsteins technische Warnung den prekären Zustand der globalen Finanzmärkte.

Während der Hype um künstliche Intelligenz die Fantasie der Investoren sicher gefesselt hat, wirken die Risiken systemischer und umfassen Schulden, Immobilien und Aktien.

Da Fondsmanager Aktien zunehmend als überbewertet einstufen und Zentralbanken weiterhin ihre Politik anpassen, sieht der Weg nach vorne ziemlich unsicher aus.

Angst und Gier prägen weiterhin das Handelsverhalten – Anleger müssen abwägen, ob die aktuellen Bewertungen den sich ändernden wirtschaftlichen Bedingungen standhalten können.

Wie Dan Hanbury es ausdrückte, besteht die Herausforderung für das nächste Jahr (2026) darin, einen Weg durch einen Markt zu finden, in dem die Begeisterung die Fundamentaldaten übertroffen haben könnte.