Europabulletin: OBR-Umstrukturierung, britische Fertigung erholt sich, Tesla sieht einen gemischten Marktschock

Europabulletin: OBR-Umstrukturierung, britische Fertigung erholt sich, Tesla sieht einen gemischten Marktschock
Devesh Kumar
01. Dez. 2025, 19:00 PM
  • OBR-Chef tritt nach vorzeitiger Veröffentlichung des Haushaltsberichts zurück.
  • Neues US-britisches Pharmaabkommen sieht keine Zölle und höhere Ausgaben vor.
  • Tesla fällt in ganz Europa ab, bricht aber in Norwegen Rekorde.

Europa hatte einen dieser Tage, an denen sich alles ein wenig auf den Kopf gestellt anfühlt.

Der Rücktritt des OBR-Chefs, eine Erholung der britischen Produktion und ein bedeutender britisch-amerikanischer Pharmadeal führten heute die Londoner Märkte.

Tesla verzeichnete insgesamt einen starken Rückgang in Europa, abgesehen von einer rekordverdächtigen Leistung in Norwegen.

Es ist eine Mischung aus Umwälzungen, Überraschungen und einigen vorsichtig optimistischen Zeichen in der ganzen Region.

OBR-Chef kündigt nach Leak

Richard Hughes, der Leiter des britischen Office for Budget Responsibility, ist nach der versehentlich vorzeitigen Veröffentlichung des Haushaltsberichts von Finanzministerin Rachel Reeves in der vergangenen Woche zurückgetreten.

Er nannte es das "schlimmste Versagen" in der 15-jährigen Geschichte der OBR und sagte, die Schuld liege letztlich bei ihm.

Der Bericht, der Economic and Fiscal Outlook, wurde fast eine Stunde vor Reeves' Rede veröffentlicht, was für ein so hochkarätiges Dokument ein absolutes No-Go ist.

In seinem Rücktrittsschreiben teilte Hughes sowohl dem Kanzler als auch dem Vorsitzenden des Finanzausschusses mit, dass die Organisation einen Neuanfang brauche, um das Vertrauen wiederherzustellen.

Er sagte, er sei zuversichtlich, dass die OBR, wenn sie den in der Überprüfung des Vorfalls dargelegten Empfehlungen folgt, ihren Ruf wiederherstellen könne.

Die britische Fertigung kehrt zum Wachstum zurück

Der britische Fertigungssektor zeigte im November 2025 endlich ein wenig Leben, zum ersten Mal seit über einem Jahr.

Der jüngste SandP Global PMI stieg von 49,7 im Oktober auf 50,2 – gerade genug, um die Branche nach 13 aufeinanderfolgenden Monaten Schrumpfung wieder in Wachstumsbereich zu bringen.

Was steckt hinter der Verschiebung? Vor allem stärkere Nachfrage im Inland und ein langsamerer Rückgang der Exportaufträge, was zusammen darauf hindeutet, dass sich die Lage langsam stabilisiert.

Der Pickup wurde hauptsächlich von großen Herstellern und Unternehmen angetrieben, die Investitionsgüter produzierten. Unterdessen ist die Produktion von Konsumgütern und Zwischenprodukten tatsächlich etwas zurückgegangen.

Trotz dieser Rückkehr zum Wachstum bauten Fabriken weiterhin Arbeitsplätze ab, da Unternehmen Geld sparen und mit steigenden Arbeitskosten umgehen wollten.

Doch auf einer positiven Note stieg das Unternehmensvertrauen auf seinen höchsten Stand seit neun Monaten, unterstützt durch Optimismus bezüglich KI und neue Investitionen in Rechenzentren.

Pharma-Deal zwischen Großbritannien und den USA

Das Vereinigte Königreich und die USA haben gerade ein neues Nullzollabkommen für Arzneimittel geschlossen, und das ist ein ziemlich großes.

Im Rahmen des Abkommens hat das Vereinigte Königreich versprochen, seine Ausgaben für neue Medikamente um 25 % zu erhöhen, was bemerkenswert ist, da dieses Budget seit über 20 Jahren nicht mehr erhöht wurde.

Auf der Handelsseite werden die britischen Drogenexporte in die USA, die etwa 5 Milliarden Pfund pro Jahr wert sind, nun für mindestens die nächsten drei Jahre ohne Zölle erhoben.

Im Gegenzug wird das Vereinigte Königreich die hohen Rabatte, die Arzneimittelhersteller normalerweise an den NHS zurückzahlen müssen, lockern und von etwa 23 % auf nicht mehr als 15 % senken. Das ist eine bedeutende Erleichterung für Pharmaunternehmen.

Teslas wilder Euro-Schleudertrauma

Tesla hatte einen schwierigen November 2025 in Europa, wobei die Neuzulassungen in mehreren großen Märkten stark zurückgingen.

In Frankreich sanken die Zulassungen um 58 % auf nur noch 1.593 Autos. Dänemark verzeichnete insgesamt einen Rückgang von 49 %, und das einst äußerst beliebte Model Y erlitt den größten Rückschlag und fiel um 74 %. Interessanterweise wuchs das Model 3 in Dänemark tatsächlich um 29 %.

Auch Schweden blieb nicht verschont, da die Tesla-Zulassungen dort um 59 % zurückgingen.

Eine Mischung aus verschiedenen Faktoren scheint den Einbruch zu treiben: härtere Konkurrenz durch schnell aufstrebende chinesische Marken, Teslas Modellpalette wirkt zunehmend veraltet, und die anhaltende Gegenreaktion auf Elon Musks kontroverse politische Äußerungen.

Aber es gab nicht überall schlechte Nachrichten. Norwegen schlug den völlig entgegengesetzten Weg ein: Tesla-Registrierungen verdreifachten sich fast auf 6.215 Fahrzeuge: genug, um nationale Verkaufsrekorde zu brechen.