Die Bank von Russland erwägt, den Zugang zu Kryptowährungen auszuweiten, da Sanktionen die Wirtschaft belasten

Die Bank von Russland erwägt, den Zugang zu Kryptowährungen auszuweiten, da Sanktionen die Wirtschaft belasten
Rony Roy
02. Dez. 2025, 17:11 PM
  • Die Bank of Russia könnte die Regel des "superqualifizierten Investors" lockern, um den Zugang zu Krypto für den Handel zu erweitern.
  • Ein landesweites Krypto Börse , das 2025 gestartet wurde, ist derzeit auf vermögende Investoren beschränkt.
  • Über 350 Milliarden Dollar russischer Devisenreserven wurden eingefroren.

Die Bank von Russland erwägt, voll auf Kryptowährungen zu setzen, um die Auswirkungen internationaler Sanktionen zu umgehen, da sie weiterhin das am stärksten sanktionierte Land der Welt ist.

Während eine formelle landesweite Initiative noch nicht umgesetzt ist, sagte der erste stellvertretende Gouverneur der Bank of Russia, Wladimir Chistyukhin, die Zentralbank erwäge, die Beschränkungen für Kryptowährungen als strategische Reaktion auf die seit 2022 verhängten Sanktionen zu lockern.

Russlands Beziehung zu Kryptowährungen hat sich im Laufe der Jahre deutlich verändert, doch der derzeitige Kurs wird in erster Linie von geopolitischer Notwendigkeit angetrieben und nicht durch Basisadoption oder Marktnachfrage.

Kryptowährungen dürfen nach einem gesetzlichen Verbot im Jahr 2020 nicht mehr für Zahlungen innerhalb Russlands verwendet werden, und der Handel bleibt auf eine kleine Gruppe institutioneller Investoren beschränkt, die strenge finanzielle Schwellenwerte erfüllen.

Allerdings wird erwartet, dass die Zentralbank bis Ende dieses Monats eine Einigung mit dem Finanzministerium zur Lockerung dieser Bedingungen erzielt.

Chistyukhin stellte fest, dass die Ermöglichung grenzüberschreitender Kryptotransaktionen besonders dringend sei, da Einheimische derzeit Einschränkungen bei der Nutzung traditioneller Währungen für internationale Zahlungen haben.

Seit der Invasion der Ukraine ist Russland einer Vielzahl von Sanktionen von den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich, Kanada und anderen verbündeten Staaten ausgesetzt.

Infolgedessen steht die Wirtschaft des Landes unter erheblichem Druck. Unterdessen wurden viele russische Banken und Einzelpersonen vom globalen Finanzsystem abgeschnitten.

So wurden russische Banken vom Zugang zu SWIFT ausgeschlossen, und über 350 Milliarden Dollar an Devisenreserven wurden von westlichen Regierungen eingefroren.

Auch wichtige Exportsektoren wie Energie, Bergbau und Verteidigung sind strengen Exportkontrollen und Investitionsverboten ausgesetzt.

Bank von Russland wird die Investorenkriterien neu bewerten

Laut Chistyukhin besteht der erste Schritt für die Zentralbank darin, die Kriterien des "superqualifizierten Investors" zu überprüfen, die weiterhin das Haupthindernis sind, das eine breitere Beteiligung von Investoren an den Kryptomärkten verhindert.

Die Regulierung entspringt früheren Plänen, den Kryptohandel unter einem streng kontrollierten rechtlichen Umfeld mit begrenztem Zugang zu testen.

Im Jahr 2022 begannen die Zentralbank und das Finanzministerium mit der Zusammenarbeit bei der Einführung eines nationalen Krypto Börse

Die Börse, die im April 2025 live ging, ist jedoch auf superqualifizierte Investoren beschränkt, also Personen mit mindestens 100 Millionen Rubel an Vermögenswerten oder einem Jahreseinkommen von über 50 Millionen Rubel.

Zu den Einschränkungen gehören eine strenge Überwachung und ein vollständiges Verbot der Nutzung inländischer Zahlungen.

Auch wenn es exklusiv erscheinen mag, war die Idee, die Nutzung von Krypto im grenzüberschreitenden Handel zu legalisieren, um Unternehmen durch einen regulierten Kanal westliche Sanktionen zu umgehen.

Nun möchte die Zentralbank den Zugang zu den Kryptomärkten erweitern, indem sie die Einstiegsschwellen senkt – ein Schritt, der mittelständischen Unternehmen und mehr Institutionen die Teilnahme ermöglichen könnte.

"Wir diskutieren die Machbarkeit der Verwendung von 'Superquals' in der neuen Regulierung von Krypto-Vermögenswerten", sagte Chistyukhin.

Russlands Krypto-Maßnahmen ziehen weltweite Aufmerksamkeit auf sich

Obwohl der Kreml Kryptowährungen nicht offiziell als nationale Politik unterstützt hat, gab es gezielte staatlich verbundene Bemühungen , digitale Vermögenswerte zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen und den internationalen Handel aufrechtzuerhalten.

In letzter Zeit sorgte A7A5 für Schlagzeilen, ein Stablecoin, der von Promsvyazbank, einer sanktionierten russischen Bank, unterstützt und in Kirgisistan ausgegeben wurde.

Stablecoins sind digitale Token, die an Fiatwährungen gebunden sind, und Russland hat versucht, sie in internationalen Transaktionen zu verwenden, um traditionelle Bankwege zu umgehen.

A7A5 erregte viel Aufmerksamkeit, nachdem Berichte zeigten, dass sein Handelsvolumen auf über 70 Milliarden US-Dollar anstieg, was im Oktober 2025 zu gezielten Sanktionen der Europäischen Union führte.

Sanktionen haben auch Plattformen wie Garantex und dessen Nachfolger Grinex betrafen, die berüchtigt dafür waren, große Mengen von rubelgestützten Stablecoin-Transaktionen und Geldwäscheaktivitäten zu ermöglichen.

Der internationale Handel ist ein weiterer Bereich, in dem Russland mit Krypto experimentiert hat.

Im Juli 2024 legalisierte das Land die Nutzung von Kryptowährungen für Außenhandelsabwicklungen, gefolgt von einem Pilotprogramm im September 2025, um Transaktionen mit befreundeten Ländern mit Bitcoin, Ether und Stablecoins zu testen.