Michael Burry erneuert seine bärische Wette gegen Tesla und verweist auf Bewertungs- und Verwässerungsrisiken

Michael Burry erneuert seine bärische Wette gegen Tesla und verweist auf Bewertungs- und Verwässerungsrisiken
Ananthu C U
02. Dez. 2025, 08:52 AM
  • Burry geht bei Tesla in Short, bezeichnet dessen Bewertung als überstrapaziert und warnt vor steigender Verwässerung der Aktionäre.
  • Musks Gehaltsplan im Wert von 1 Billion Dollar stößt auf Widerstand von großen Investoren wegen Größe, Verwässerung und Governance-Risiken.
  • Teslas hohe Bewertung sorgt für Besorgnis, da die Aktien hinter den Tech-Konkurrenten zurückbleiben und mit fast 200-fachen erwarteten Gewinnen gehandelt werden.

Michael Burry, der Investor, der dafür bekannt ist, den Zusammenbruch des Immobilienmarktes 2008 vorhergesagt zu haben, hat eine neue Short-Position gegen Tesla Inc. eingenommen und argumentiert, dass die Bewertung des Elektrofahrzeugherstellers ein nicht nachhaltiges Niveau erreicht habe.

Laut einem Bericht von Fortune, der einen Beitrag in seinem Substack-Newsletter zitierte, bezeichnete Burry Tesla-Aktien als "lächerlich überbewertet" und warnte, dass die Verwässerung der Aktionäre weiterhin ein unterschätztes Risiko darstellt – insbesondere da Gründer Elon Musk ein vorgeschlagenes Vergütungspaket von 1 Billion Dollar verfolgt.

Die Bedenken über die Verwässerung von Musks Gehaltsplan verschärfen sich

Burry schätzte, dass Teslas aktienbasierte Vergütung die Aktionäre jährlich um etwa 3,6 % verwässert, ohne dass Aktienrückkäufe eingeführt werden, um die Auswirkungen abzufedern.

Er kritisierte insbesondere das Ausmaß von Musks leistungsgebundenem Gehaltsvorschlag und argumentierte, dass dies die Position bestehender Aktionäre weiter schwächen würde.

Das Paket hat die Investoren bereits gespalten und ist zum Fokus in breiteren Debatten über Teslas Governance, Führungskonzentration und Schlüsselpersonenrisiken geworden.

Der weltweit größte Staatsfonds, Norges Bank Investment Management, stimmte gegen Musks Auszeichnung und verwies auf Bedenken hinsichtlich des Ausmaßes des Pakets, der dadurch entstehenden Verwässerung und fehlender Schutzmaßnahmen, um die Abhängigkeit des Unternehmens von einem einzelnen Manager zu verringern.

Dieser Schritt unterstreicht, dass Skepsis nicht mehr auf offene Leerverkäufer beschränkt ist.

Stattdessen hinterfragen etablierte institutionelle Investoren zunehmend, ob der Vergütungsplan mit den Interessen der Aktionäre übereinstimmt.

Marktnervosität bezüglich der Bewertung und KI-getriebener Erwartungen

Teslas Bewertung bleibt ein zentraler Streitpunkt.

Tareck Horchani, Leiter des Prime Brokerage Tradings bei Maybank Securities, sagte in einem Bloomberg-Bericht, dass die Aktie "wie eine KI oder ein Robotaxi-Moonshot bepreist ist", was Erwartungen widerspiegelt, die weit über die aktuellen Fundamentaldaten hinausgehen.

Er stellte fest, dass Investoren angesichts der finanziellen Entwicklung Tesla nervös wirken, wie aggressiv bewertet wird.

"Vieles muss richtig laufen, sehr schnell, um den aktuellen Preis zu rechtfertigen", sagte Horchani.

Die Tesla-Aktien sind in diesem Jahr bisher um 6,5 % gestiegen und hinken damit deutlich hinter der breiteren Technologie-Rallye, die den Nasdaq-100-Index um 21 % nach oben trieb.

Dennoch handelt Tesla laut von Bloomberg zusammengestellten Daten mit fast dem 200-fachen der prognostizierten Gewinne für die nächsten 12 Monate – ein Hinweis darauf, wie viel zukünftiges Wachstum der Markt bereits einschätzt.

Burrys jüngster Schritt spiegelt auch seine frühere bärische Haltung gegenüber anderen hochbewerteten Technologienamen wider.

Zuvor hat er Nvidia Inc. Shorts ausgegeben, was ähnliche Bedenken hinsichtlich der Verwässerung der Aktionäre äußerte.

Sein erneuter Fokus auf Vergütungsstrukturen erfolgt, während Investoren zunehmend hinterfragen, ob ein künstlicher Intelligenzboom die Bewertungen in Teilen des Technologiesektors in die Höhe treiben könnte.

Gedämpfte Marktreaktion, während Burry direkt mit Investoren spricht

Teslas Aktie zeigte kaum eine unmittelbare Reaktion auf die Entwicklung und schloss am Montag weitgehend unverändert.

Bis Dienstagmittag in Singapur waren die Aktien gegenüber der Alternative Trading Plattform Blue Ocean etwa 1 % gestiegen.

Burry veröffentlichte den Handel kurz nach der Abmeldung seiner Firma Scion Asset Management – ein Schritt, der darauf hindeutet, dass er beabsichtigt, seinen Substack, Cassandra Unchained, als Plattform zu nutzen, um direkt mit Investoren zu kommunizieren und die Debatte über Technologiebewertungen zu beeinflussen.

Derzeit haben seine Warnungen zwar bestehende Bedenken bezüglich Teslas Preis- und Governance-Struktur verstärkt, aber der Markt scheint eine Abwartenshaltung zu verfolgen.