Warum fällt die Snowflake-Aktie nach einem Gewinnschlag im dritten Quartal um 8 %?

Warum fällt die Snowflake-Aktie nach einem Gewinnschlag im dritten Quartal um 8 %?
Devesh Kumar
04. Dez. 2025, 12:58 PM
  • Snowflake übertrifft die Schätzungen im dritten Quartal, aber die Aktien fallen im Vorbörsenhandel um 8 %.
  • Die weiche Prognose für Produkte und Umsatz im vierten Quartal schürt Sorgen um Wachstumsverlangsamungen.
  • Die Analysten bleiben optimistisch und verweisen auf starke Fundamentaldaten und langfristige Laufzeit.

Die Snowflake-Aktie (NYSE: SNOW) setzte ihren Absturz im Vorbörsenhandel am Donnerstag fort, nachdem sie am Mittwochabend eine typische "Beat-and-Drop"-Performance gezeigt hatte.

Der Rückgang um 8 % vor dem Markteingang erfolgte, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht hatte, die die Erwartungen der Wall Street deutlich übertrafen, aber einen Markt nicht zufriedenstellen konnten, der nach Perfektion hungrig war.

Der Data-Cloud-Riese meldete einen Umsatz von 1,21 Milliarden US-Dollar, was über der Prognose von 1,18 Milliarden US-Dollar lag und die Gewinnerwartungen mit bereinigtem Gewinn (EPS) von 0,35 US-Dollar übertraf.

Der Ausverkauf verdeutlicht eine wachsende Spannung bei hochfliegenden Softwarenamen: Eine starke Umsetzung reicht nicht mehr aus, wenn die Bewertungen gestreckt sind.

Snowflake-Aktie: Prognosen, Wachstumsnervosität und hohe Erwartungen

Der Hauptgrund für den Rückzug am Donnerstag ist Snowflakes Vorwärtsführung, die sich im Bereich "gut, aber nicht großartig" bewegte.

Das Management prognostizierte im vierten Quartal einen Produktumsatz zwischen 1,195 und 1,20 Milliarden US-Dollar, was einem jährlichen Wachstum von etwa 27 % entspricht.

Nachdem die Aktie in diesem Jahr um mehr als 70 % gestiegen war, positionierten sich viele Bullen auf eine Prognoseerhöhung, die eine Rückkehr auf ein Wachstum von über 30 % signalisieren würde – eine Schwelle, die das Unternehmen nun nahefristig kaum überschreiten dürfte.

Der Einbruch wurde durch eine Verzögerungserzählung angetrieben, da das Produktumsatzwachstum im Berichtsquartal bei 29 % lag – eine gesunde Quote, aber etwas niedriger als das rasante Tempo der Vorjahre.

Es spiegelt eine "Perfektion" bepreiste Struktur wider, bei der jedes Anzeichen von Abkühlungsmomentum zu einem sofortigen Bewertungsreset führt, unabhängig von der zugrunde liegenden operativen Stärke.

Die Investoren ignorierten sogar den Elefanten im Raum, eine 200-Millionen-Dollar-Partnerschaft mit dem KI-Sicherheitsunternehmen Anthropic, und hoben die schnelle Einführung von "Snowflake Intelligence", ihrem Enterprise-KI-Agenten, hervor.

Was Analysten sagen

Die Reaktion der Wall Street war geprägt von gemessenem Optimismus, gemischt mit kurzfristiger Vorsicht.

Jefferies hat seine Kaufbewertung auf Snowflake bekräftigt und trotz jüngster Volatilität ein bullisches Kursziel von 300 $ beibehalten.

Der Broker verweist auf Snowflakes starke Position im Data-Cloud-Markt und sein Potenzial, davon zu profitieren, wenn Unternehmen ihre Ausgaben für KI und Analytics steigern.

Die Analysten scheinen mit der aktuellen Umsetzung des Unternehmens und dem langfristigen Wachstumspotenzial zufrieden zu sein, selbst während Investoren die Softwarebewertungen genau prüfen.

Der Konsens ist, dass die Fundamentaldaten zwar erhalten bleiben – belegt durch eine robuste Nettoumsatzbindung von 125 % und ein Anstieg der verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) um 37 % – der Markt aber effektiv ein viel größeres "Beat-and-raise" verlangte.

Die entscheidende Frage ist nun, ob Snowflake seine sich vertiefenden KI-Partnerschaften nutzen kann, um das Wachstum im Geschäftsjahr 2026 wieder zu beschleunigen.

Wenn die neuen KI-Arbeitslasten beginnen, den Materialverbrauch zu steigern, wird dieser 8%ige Rückgang wie ein kurzer Neustart in einem längeren Aufwärtstrend aussehen.

Doch solange sich diese Wachstumskurve nicht wieder nach oben verschiebt, könnte die Aktie Schwierigkeiten haben, ihre jüngsten Höchststände zurückzugewinnen.