Invezz

Die offenen Stellen in den USA bleiben im Oktober bei 7,7 Millionen stabil, höher als erwartet

Die offenen Stellen in den USA bleiben im Oktober bei 7,7 Millionen stabil, höher als erwartet
Vatsala Gaur
09. Dez. 2025, 16:50 PM
  • Die offenen Stellen stabilisierten sich im Oktober bei 7,67 Millionen und widersprachen damit den Erwartungen eines stärkeren Rückgangs.
  • Ein Bundesstillstand verzögert wichtige Arbeitsmarktdaten, während politische Entscheidungsträger Zinssenkungen prüfen.
  • Der Arbeitsmarkt kühlt sich angesichts von Zöllen, Inflationsdruck und Unsicherheit bei den Zinssätzen ab.

Die offenen US-Stellen änderten sich im Oktober kaum, was ein weiteres Zeichen für einen abkühlenden Arbeitsmarkt zeigt, da die politischen Entscheidungsträger mit den wirtschaftlichen Auswirkungen von Zöllen, hartnäckiger Inflation und verzögerten Bundesdaten kämpfen.

Das Arbeitsministerium berichtete am Dienstag, dass die Vakanz bei 7,67 Millionen lag – nahezu unverändert gegenüber 7,66 Millionen im September.

Ökonomen hatten einen stärkeren Abschwung erwartet und prognostizierten, dass die Öffnungen für den Monat auf etwa 7,2 Millionen sinken würden.

Stattdessen blieben auch Einstellungen und Entlassungen weitgehend stabil, was einen Arbeitsmarkt unterstreicht, der sich verlangsamt, aber noch keine Rezessionsbelastung zeigt.

Einstellungen und Trennungen bleiben zurückhaltend

Der JOLTS-Bericht zeigte, dass die Einstellungen im Oktober bei 5,1 Millionen stabil blieben, ohne nennenswerte Veränderungen in den wichtigsten Branchen.

Die Gesamtzahl der Trennungen blieb ebenfalls unverändert bei 5,1 Millionen.

In dieser Kategorie blieben die Austritte bei 2,9 Millionen unverändert, während Entlassungen und Entlassungen bei 1,9 Millionen lagen.

Einige Branchen zeigten Rückgänge: Die Gesamtzahl der Trennungen im Gesundheitswesen und in der Sozialhilfe sank um 111.000 und in der Bundesregierung um 34.000.

Auch die offenen Stellen im Bundessektor gingen um 25.000 zurück.

Der leichte Anstieg der Entlassungen und ein weiterer Monat zurückhaltender Kündigungen – die üblicherweise als Maßstab für das Vertrauen der Arbeitnehmer gelten – deuten auf ein von Vorsicht geprägtes Beschäftigungsumfeld hin.

Die offenen Stellen sind nun deutlich zurückgegangen von dem Höchststand von 12,1 Millionen, der im März 2022 während der Expansion nach der Pandemie verzeichnet wurde.

Politische Unsicherheit belastet die wirtschaftliche Aussicht

Die allmähliche Abkühlung des Arbeitsmarktes spiegelt die anhaltenden Auswirkungen der aggressiven Zinserhöhungen wider, die die Federal Reserve 2022 und 2023 zur Eindämmung der rasanten Inflation eingeführt hat.

Doch auch die wirtschaftliche Unsicherheit hat sich verstärkt, nachdem Präsident Donald Trump jahrzehntelange Freihandelspolitik zugunsten umfassender Zölle auf Importe der meisten Handelspartner umgekehrt hat.

Unternehmen hatten Schwierigkeiten, zukünftige Kosten einzuschätzen, wobei viele Importeure höhere Preise an die Verbraucher weitergeben.

Die Inflation bleibt über dem 2%-Ziel der Fed hängen, was die politischen Entscheidungen der Zentralbank erschwert.

Normalerweise würde eine erhöhte Inflation gegen Zinssenkungen sprechen.

Doch Anzeichen einer Schwächung des Arbeitsmarktes haben viele Analysten dazu veranlasst, zu erwarten, dass die Fed bei der dieswöchigen Fundierung zum dritten Mal in diesem Jahr ihren Leitzinssatz senken wird, obwohl die Entscheidung voraussichtlich interne Meinungsverschiedenheiten auslösen wird.

Bundesabschaltung stört den Datenfluss

Ein 43-tägiger bundesstaatlicher Stillstand hat das wirtschaftliche Bild weiter getrübt.

Der Oktober-JOLTS-Bericht wurde eine Woche später veröffentlicht, während die Daten vom September wegen beurlaubter Mitarbeiter beim Bureau of Labor Statistics nie separat veröffentlicht wurden.

Stattdessen wurden die Daten beider Monate in die Veröffentlichung am Dienstag zusammengefasst.

Die Störung hält an: Das Arbeitsministerium wird die Beschäftigungszahlen für November nächsten Dienstag veröffentlichen, fast zwei Wochen hinter dem Zeitplan.

Die Arbeitslosenquote für Oktober ist völlig unbekannt, da die Behörden während der Schließung nicht die notwendigen Umfragedaten sammeln konnten.

Einige Einstellungszahlen für Oktober werden zusammen mit dem Novemberbericht veröffentlicht.

Die Prognosen deuten auf eine weitere Verlangsamung hin.

Von FactSet befragte Ökonomen erwarten, dass im November weniger als 38.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden – ein Niveau, das die deutliche Verlangsamung des Arbeitsmarktes unterstreichen würde.

Sie erwarten außerdem, dass die Arbeitslosenquote auf 4,5 % steigt, was zwar niedrig nach historischen Maßstäben ist, aber den höchsten Wert seit fast vier Jahren darstellen würde.

Die gedämpften Arbeitsmarktdaten verschafften dem US-Dollar einen bescheidenen Auftrieb, wobei der US-Dollar-Index zum Zeitpunkt der Veröffentlichung um 0,19 % auf 99,29 gestiegen war, während Anleger auf Klarheit der Geldpolitikentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch warten.