Golds kurzfristiger Glanz: geopolitisches Risiko und EU-Reservepläne sorgen für positive Aussichten

Golds kurzfristiger Glanz: geopolitisches Risiko und EU-Reservepläne sorgen für positive Aussichten
Sayantan Sarkar
09. Dez. 2025, 18:25 PM
  • Golds kurzfristige Aussicht ist in Bezug auf globale geopolitische Unsicherheiten und die geringere Attraktivität der Eurozone günstig.
  • Die Pläne der EU, eingefrorene russische Reserven als Sicherheit für die ukrainische Hilfe zu verwenden, beeinträchtigen den Status des Euro als sicheren Hafen.
  • Gold gilt als ein "politisch freies" Vermögen, das nicht leicht beschlagnahmt werden kann und die Zentralbankkäufe antreibt.

Gold wird kurzfristig aufgrund der Unsicherheiten im geopolitischen Umfeld weltweit günstig bleiben.

Die laufenden EU-Pläne bezüglich gefrorener russischer Reserven dienen als weiterer überzeugender Grund, Gold zu bevorzugen.

Es gibt schon seit einiger Zeit Pläne, die eingefrorenen Vermögenswerte der russischen Zentralbank, die 200 Milliarden Euro übersteigen, als Sicherheit oder Sicherheit für ein Darlehen an die Ukraine zu nutzen.

EU-Reservepläne und die verminderte Anziehungskraft der Eurozone

Da die USA die Hilfszahlungen an die Ukraine ausgesetzt haben, liegt die Verantwortung für die finanzielle Unterstützung nun dringend bei der EU.

Diese Unterstützung ist entscheidend, da laut Commerzbank AG die Kassemittel der ukrainischen Regierung voraussichtlich bis April erschöpft sein werden.

"Als Gerüchte darüber erstmals aufkamen, warnten wir, dass ein solcher Schritt die Attraktivität der Eurozone als Investitionsstandort verringern und somit dem Euro nachhaltigen Schaden zufügen würde", sagte Thu Lan Nguyen, Leiter der FX- und Rohstoffforschung bei Commerzbank, in einem Bericht.

Es bestehen weiterhin Befürchtungen, dass die Rolle der einheitlichen Währung als Zufluchtsort gefährdet sein könnte, fügte sie hinzu.

Damit eine Investition als sicher gilt, muss eine angemessene Sicherheit bestehen, dass das Kapital (wertbereinigt) jederzeit zurückgewinnbar und zugänglich ist, stellte Nguyen weiter fest.

Diese Sicherheit ist beeinträchtigt, wenn die Investition vom Investitionsstaat ohne Rechtsmittel konfisziert werden kann.

Daher fehlen sichere Zufluchtsorte in autoritären Staaten, in denen die Rechtsstaatlichkeit nicht fest etabliert ist.

"Natürlich hängt die Wirkung auf den Euro davon ab, wie der Plan in der Praxis umgesetzt wird", sagte Nguyen.

Die EU-Führung ist sich vermutlich der Notwendigkeit bewusst, zu verhindern, dass diese Maßnahme weithin als klarer Verstoß gegen bestehende Regeln angesehen wird.

"Dies könnte einen Trend verstärken, der bereits in den letzten Jahren beobachtet wurde: Obwohl der Anteil des US-Dollars an den globalen Devisenreserven seit Jahren sinkt, hat der Euro kaum davon profitiert", sagte Nguyen.

Gold: ein politisch freier Vermögenswert

Gold hat die Einheitswährung als wichtigstes Reservevermögen überholt.

Das Einfrieren der russischen Zentralbankreserven – die größtenteils in Europa gehalten werden – nach dem Ukraine-Konflikt, zusammen mit der Staatsschuldenkrise und dem Brexit, dürfte einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen haben.

Gold ist von Natur aus "politisch frei", weil es ein Vermögenswert ist, den kein ausländischer Staat oder staatliche Institution kontrollieren oder liquidieren kann, was bedeutet, dass es nicht leicht beschlagnahmt werden kann, argumentiert Nguyen.

Laut der jüngsten Umfrage des World Gold Council ist der deutliche Anstieg der Goldkäufe der Zentralbanken in den letzten Jahren nicht in erster Linie auf Sanktionen zurückzuführen, da viele Befragte angaben, dass dies für sie nur ein kleiner Faktor war.

Der Anstieg des Anteils von Gold in den Reserven der Zentralbanken seit Beginn des Konflikts in der Ukraine ist bemerkenswert, insbesondere wenn man bedenkt, dass ein erheblicher Teil der Goldkäufe in den letzten drei Jahren vertraulich erfolgte.

"Es ist jedoch auch unwahrscheinlich, dass die Zentralbanken ihre Goldreserven unbegrenzt erhöhen werden. Schließlich ist der Zweck von Reserven, den Außenhandel zu sichern, also den Importeuren ausreichend Fremdwährung zur Verfügung zu stellen, um ihre Waren zu bezahlen, sagte Nguyen.

Große Käufer, wie die Volksbank von China (PBoC), haben ihre Goldkäufe kürzlich reduziert. Dieser Rückgang ist wahrscheinlich auf den bereits erhöhten Goldpreis zurückzuführen, der als wachsendes Abschreckungsmittel wirkt.

Nguyen schloss: