Morgan Stanley sieht mehr Antrieb für die Rallye der europäischen Verteidigungsaktien

Morgan Stanley sieht mehr Antrieb für die Rallye der europäischen Verteidigungsaktien
Ananthu C U
09. Dez. 2025, 13:33 PM
  • Deutschlands Rekord-Verteidigungsausgabenplan hebt nach dem jüngsten Marktdruck europäische Rüstungsbestände an.
  • Morgan Stanley erwartet starke saisonale Gewinne, wobei Rheinmetall mit über 50 % Aufwärtspotenzial erwartet.
  • Jefferies sagt, Rheinmetall, Renk und Rolls-Royce könnten von bevorstehenden deutschen Verträgen profitieren.

Die europäischen Rüstungsbestände steigen erneut, da Deutschland sich einer deutlichen Erhöhung der Verteidigungsausgaben nähert – ein Wandel, der laut Analysten den Weg für weitere Gewinne im gesamten Sektor ebnen könnte.

Nach mehreren Wochen des von Optimismus bezüglich eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine getriebenen Drucks haben die neuesten Signale aus Berlin und frische Analysen der großen Banken die Investorenlust auf die Rüstungshersteller der Region neu belebt.

Analysten von Morgan Stanley hoben in einem Bericht mit dem Titel "Tis the Season for EU Defence" starke saisonale Trends und verbesserte Fundamentaldaten hervor und nannten Rheinmetall AG als Top-Pick.

Das deutsche Rüstungsunternehmen, bekannt für die Produktion von Militärpanzern, könnte laut den Prognosen der Bank in den nächsten 12 Monaten um mehr als 50 % steigen.

Deutschland soll Rekordverträge im Militär genehmigen

Die deutschen Gesetzgeber werden voraussichtlich nächste Woche Rekordaufträge in Höhe von 52 Milliarden Euro (etwa 61 Milliarden US-Dollar) genehmigen, was eine der bedeutendsten Verpflichtungen des Landes im Bereich Rüstungsbeschaffung in den letzten Jahren darstellt.

Die bevorstehende Genehmigung erfolgt, während die Trump-Regierung die Bemühungen intensiviert, die Ukraine zu einem Friedensabkommen zu bewegen, das den Krieg beenden würde – eine Entwicklung, die die Markterwartungen an die Verteidigungsausgaben verkompliziert hat.

Die Erwartung der erweiterten Militärausgaben Deutschlands löste eine sofortige Reaktion an den Märkten aus.

Ein Goldman-Sachs-Korb mit europäischen Verteidigungsunternehmen stieg am Dienstag um etwa 4 % und kehrte damit einen Teil der jüngsten Schwäche des Sektors um.

Die Aktien standen unter Druck, während die Waffenstillstandsgespräche voranschritten, was vorübergehend die Wachstumserwartungen für Rüstungslieferanten belastete.

Analysten von Morgan Stanley sagten, der Hintergrund sehe jetzt unterstützend aus und merkten an, dass das Aktienmomentum "oft spät im Jahr anzieht und sich ab Januar beschleunigt", was Verteidigungsaktien historisch gesehen einen starken Start ins Kalenderjahr verschafft.

Analysten heben potenzielle Gewinner hervor, während das Sektormomentum wächst

Jefferies-Analysten bestätigten die positive Stimmung und positionierten Rheinmetall als einen wichtigen Nutznießer der bevorstehenden deutschen Militäraufträge.

Sie schätzen, dass allein die bevorstehende Beschaffung von Puma-Infanteriekampffahrzeugen dem Unternehmen einen Umsatz von etwa 2 Milliarden Euro bedeuten könnte.

Auch andere Hersteller werden voraussichtlich gewinnen, wobei Jefferies auf Renk Group AG und Rolls-Royce Holdings Plc verweist, die von Getriebe- bzw. Motorverkäufen profitieren werden.

Die Aktien von Rheinmetall stiegen nach den Entwicklungen um bis zu 4,8 %.

Obwohl sich die Aktie in diesem Jahr bisher mehr als verdoppelt hat, verlief der Handel in den letzten Monaten aufgrund schwankender geopolitischer Signale und einer sich wandelnden Anlegerstimmung zur Verteidigungsnachfrage sehr unbeständig.

Morgan Stanleys Bericht unterstrich zusätzliche Rückenwinde für die Branche und argumentierte, dass eine Kombination aus attraktiven Bewertungen, unterstützender Saisonalität und moderater Positionierung Raum für weiteres Aufwärtspotenzial eröffnet.

Laut ihren Daten haben 56 % der globalen Long-Only-Fonds keine Investition in europäische Verteidigungsaktien, was darauf hindeutet, dass die institutionelle Beteiligung weiterhin relativ gering bleibt.

Insbesondere bei Rheinmetall halten 81 % sowohl der europäischen als auch der globalen Long-Only-Fonds keine Exponierung, was auf erhebliches Potenzial für Zuflüsse hindeutet, falls sich die Stimmung weiter verbessert.

Da Deutschlands Rekordausgabenpaket wächst und die geopolitische Unsicherheit anhält, sagen Analysten, dass europäische Verteidigungsbörsen in eine neue Phase des Schwungs eintreten könnten – eine, die Anfang 2026 für den Sektor prägen könnte.