Was sieht die Fed voraus? Höhere Zinsen bis 2027, Inflation von 2,4 %, weiches Wachstum

Was sieht die Fed voraus? Höhere Zinsen bis 2027, Inflation von 2,4 %, weiches Wachstum
Devesh Kumar
10. Dez. 2025, 21:14 PM
  • Die Fed prognostiziert widerstandsfähiges Wachstum und eine abkühlende Inflation, aber die Zinsen bleiben bis 2027 hoch.
  • Die BIP-Prognosen für 2025–26 sind hochgegraden, was die früheren Rezessionsängste untergräbt.
  • Punktdiagramm und 3 % neutraler Zinssatz deuten auf "falkenhafte Kürzungen" und strukturell höhere Kreditkosten hin.

Die Dezemberprognosen der Federal Reserve zeichnen ein überraschend optimistisches Bild.

Nach einer Zinssenkung um einen Viertelpunkt prognostizierte die US-Fed, dass die amerikanische Wirtschaft Widerstandsfähigkeit zeigen wird, die Inflationswerte um das Ziel um 2 % abkühlen werden, die Zinsen aber bis 2027 erhöht bleiben könnten.

Die zentrale Spannung ist deutlich, da die Wirtschaft ihren Kampf gegen die Inflation gewinnt, doch Kreditnehmer werden jahrelang keine nennenswerte Entlastung erfahren.

Das Dot-Plot der Fed signalisiert nur eine weitere Viertelpunktsenkung im Jahr 2026 und eine weitere im Jahr 2027, was darauf hindeutet, dass die Entscheidungsträger erwarten, dass der neutrale Zinssatz langfristig bei etwa 3,0 % bleibt, deutlich über den Normen vor der Pandemie.

Die Fed erhöht das Wachstum trotz Zinserhöhungen

Die Fed erhöhte ihre Wirtschaftswachstumsprognose im Dezember und prognostizierte für 2026 ein BIP-Wachstum von 2,3 %, was eine bemerkenswerte Beschleunigung gegenüber der September-Schätzung von 1,8 % darstellt.

Das reale Wachstum für 2025 lag bei 1,7 %, etwas besser als die vorherige Prognose von 1,6 %.

Diese Zahlen widersprechen direkt den Rezessionsängsten, die die Wall Street Mitte 2024 erfassten, als aggressive Zinserhöhungen Warnungen vor einer wirtschaftlichen Abschwächung auslösten.

Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich bis 2025 bei 4,5 % zurückbleiben und bis 2026 auf 4,4 % sinken, was darauf hindeutet, dass der Arbeitsmarkt die Zinserhöhungen ohne nennenswerte Verschlechterung überstanden hat.

Das ist die Definition einer sanften Landung, Inflation sinkt ohne massive Arbeitsplatzverluste.

Die Fed erreichte das, was viele bezweifelten: ein langsameres Preiswachstum, ohne Beschäftigung oder Wachstum zu schwächen.

Für Aktieninvestoren deutet dieses Rahmenwerk auf ein Goldlöckchen-Szenario hin, ohne Rezession, mit Inflationsabschwächung und Gewinnwiderstandsfähigkeit.

Warum könnten höhere Zinsen trotz abkühlender Inflation bestehen bleiben?

Das ganze 'Wirtschaft zeigt Widerstandsfähigkeit' bricht für Anleger zusammen, sobald die Fed beginnt, über zukünftige Zinssätze zu sprechen.

Die PCE-Inflation wird voraussichtlich von 2,9 % im Jahr 2025 auf 2,4 % im Jahr 2026 fallen und nähert sich dem Ziel von 2,0 %. Der Kern-PCE fällt von 3,0 % auf 2,5 %, was auf ein signifikantes desinflationäres Momentum hindeutet.

Dennoch bleibt der Federal Funds Rate 2026 bei 3,4 % und 2027 bei 3,1 %, strukturell höher als die Vor-Pandemie-Norm von 2,5 %.

Diese Diskrepanz spiegelt das überarbeitete Verständnis der Fed vom neutralen Zinssatz wider, dem theoretischen Zinssatz, der die Wirtschaft weder stimuliert noch einschränkt.

Die langfristige Medianprognose liegt bei 3,0 %, was darauf hindeutet, dass selbst wenn die Inflation das Ziel von 2 % im Jahr 2028 erreicht, die Zinsen nicht weiter sinken werden.

Dies stellt einen dauerhaften Aufwärtstrend gegenüber der Welt nach 2008 mit 0,5–1,5 % neutralen Zinsen dar.

Hypothekenvergeben, Kreditkartenzinsen und Preise für Geschäftskredite bleiben auf erhöhten Niveaus, da die Fed nicht erwartet, dass sie dramatisch fallen, selbst wenn die Inflation zurückgeht.

Die Märkte hatten Anfang Dezember 3-4 Kürzungen für 2026 festgelegt.

Doch das Signal des Dot-Plots von nur einer Senkung deutet darauf hin, dass die Fed genau die Botschaft sendet, vor der Goldman Sachs gewarnt hat: eine "falkenhafte Senkung", die die heutigen Zinsen senkt, aber die Erwartungen an zukünftige Lockerungen zurückzieht.