Mexiko bereitet sich auf Handelsturbulenzen vor, da die USMCA-Überprüfung 2026 bevorsteht

Mexiko bereitet sich auf Handelsturbulenzen vor, da die USMCA-Überprüfung 2026 bevorsteht
Noris Soto
31. Dez. 2025, 17:16 PM
  • Mexiko geht ins Jahr 2026 mit Zollunsicherheit und der USMCA-Überprüfung als Hauptquelle der Volatilität.
  • Analysten warnen vor schwachen Investitionen und industriellen Aktivitäten trotz stabiler Inflation und Zinssätze.
  • Die Wachstumsaussichten variieren, wobei der Optimismus mit Handelsverhandlungen und der Weltmeisterschaft verbunden ist.

Nach einem komplexen Jahr, das durch den Handelskrieg von US-Präsident Donald Trump geprägt war, geht Mexiko mit verstärkten Herausforderungen in das Jahr 2026 aufgrund von Zollunsicherheit und der Überprüfung des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA), das Experten als Hauptquelle der Volatilität im nächsten Jahr prognostizieren.

José Ignacio Martínez, Koordinator des Labors für Analyse von Handel, Wirtschaft und Wirtschaft (LACEN), sagte gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE, dass Mexikos Wirtschaft mit schwachen Investitionen und industrieller Produktion sowie Vorsicht bei Unternehmen und Verbrauchern auf dem Weg ins Jahr 2026 erfahre.

Trotz positiver Variablen wie Inflation, Wechselkurs und Zinsen glaubt er, dass deren Auswirkungen bisher keine klare wirtschaftliche Wiederbelebung im Inland bewirkt haben.

Martínez prognostiziert, dass sich die erste Hälfte des Jahres 2026 auf die Überarbeitung des Abkommens konzentrieren wird, wobei Trump möglicherweise Zölle als Verhandlungsinstrument auf mehreren Ebenen einsetzen wird.

Er nannte Forderungen nach Migrationskontrolle, den Kampf gegen Fentanyl und Einschränkungen zur Begrenzung von Chinas Beteiligung am mexikanischen Markt sowie weitere Herausforderungen.

Globaler Hintergrund belastet die Aussichten

Während ihrer üblichen Pressekonferenz am Montag betonte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum den globalen Hintergrund als zentrales Thema für das aktuelle Jahr.

"Ich denke, 2025 war ein komplexes Jahr, vor allem wegen des Amtes von Präsident Trump und des neuen globalen Handelsmodells, das von der US-Regierung festgelegt wurde", sagte sie.

Das globale Umfeld sowie die inländischen Fragilitäten bilden eine vorsichtige Grundlage für Experten, während Mexiko sich auf ein Jahr vorbereitet, das von Handelsgesprächen und politischen Unsicherheiten geprägt ist.

Die Erwartungen an das BIP-Wachstum divergern

Janneth Quiroz Zamora, Direktor für Wirtschafts-, Währungs- und Aktienanalyse bei Monex, erkannte die Risiken von Zöllen und Unsicherheiten rund um die USMCA an, lieferte jedoch ein weniger negatives Basisszenario.

"Wir sehen einen günstigen Verhandlungsprozess für das Land vor", sagte sie gegenüber EFE.

Quiroz erwartete, dass das BIP Mexikos im Jahr 2026 um 1,3 % steigen würde, verglichen mit 0,4 % im Jahr 2025.

Sie führte die Verbesserung auf niedrigere Zinssätze, wirtschaftliche Verluste der FIFA-Weltmeisterschaft und die Möglichkeit zurück, in Nordamerika Marktanteile gegenüber China zu gewinnen.

Im Gegensatz dazu erklärte Gabriela Siller, Direktorin für Wirtschafts- und Finanzanalyse bei Banco Base, dass "2026 ein Jahr mit vielen wirtschaftlichen Herausforderungen werden wird" und wies auf wirtschaftliche Stagnation und eine wahrscheinliche Erholung der Inflation hin.

Sie warnte, dass das Jahr "irreführend" sein könnte, da die Weltmeisterschaft eine Spannung erzeugen könnte, die von den zugrundeliegenden Problemen ablenkt.

Siller stellte fest, dass die schnellere Wertsteigerung und das Wachstum des Peso als 2025, von der Banco Base 2025 auf 0,4 % und 2026 auf 0,8 % geschätzt wurde, den Eindruck erwecken könnte, dass die Wirtschaft gut läuft, auch wenn die Expansion weiterhin unzureichend bleibt.

Die USMCA gilt als zentrales Ereignis

Analysten sind sich im Allgemeinen einig, dass die USMCA-Überprüfung das entscheidende Ereignis im Jahr 2026 sein wird.

Laut Banortes Wirtschaftsanalyse-Team deutet das externe Umfeld auf ein schwieriges Szenario hin, und Trumps Zollpolitik könnte während der gesamten Überprüfung des Abkommens weiterhin als "Verhandlungsinstrument" eingesetzt werden.

Banorte stellte fest, dass die Handelsintegration mit den Vereinigten Staaten als "Differenzierungsfaktor" für Mexiko dient und das Potenzial hat, Vorteile zu erhalten, die sich aus der Neukonfiguration der Produktionskette und der physischen Nähe ergeben.

Enrique Covarrubias, Actinvers Leiter der Analyse, identifizierte die USMCA ebenfalls als das wichtigste Ereignis des Jahres 2026.

Er sagte, der Prozess könne zu einer Verlängerung führen, die die Gültigkeit des Abkommens bis 2046 verlängert.

In einer weiteren Möglichkeit sagte er eine tiefere Neuverhandlung voraus, falls eine Seite das Abkommen nicht verlängern würde, obwohl es bis 2036 in Kraft bleiben würde.

Offizieller Optimismus steht im Gegensatz zu Risiken

Im Gegensatz zu den risikoorientierten Einschätzungen der Experten hat Sheinbaum stets Vertrauen in die Überprüfung des Vertrags geäußert.

Am 19. Dezember erklärte sie, sie sei "sehr optimistisch" bezüglich des USMCA-Prozesses und fügte hinzu: "Wir sind auf dem richtigen Weg." "Die mexikanische Wirtschaft wird bis 2026 in Ordnung sein."

Während Mexiko nach vorne blickt, sagen Analysten, dass die Mischung aus externem Druck und inländischer Widerstandsfähigkeit bestimmen wird, ob Optimismus die Unsicherheit um Zölle und die Zukunft des wichtigsten Handelsabkommens Nordamerikas ausgleichen kann.