Die Tesla-Verkäufe in ganz Europa sinken, da Analysten einen Rückgang der weltweiten Lieferungen erwarten

Die Tesla-Verkäufe in ganz Europa sinken, da Analysten einen Rückgang der weltweiten Lieferungen erwarten
Utkarsh Roshan
02. Jan. 2026, 11:58 AM
  • Die Tesla-Zulassungen steigen in Frankreich und Schweden rapide, aber in Norwegen steigen sie stark an.
  • Die Verkaufszahlen in Europa verschlechtern sich trotz günstigerer Modelle Y und Modell-3-Markteinführungen.
  • Analysten erwarten im vierten Quartal einen starken Rückgang der weltweiten Lieferungen.

Die Neuzulassungen für Tesla gingen im Dezember in mehreren wichtigen europäischen Märkten stark zurück, was die zunehmenden Herausforderungen des Unternehmens in der Region unterstreicht, obwohl es in Norwegen, Europas am reifsten Elektrofahrzeugmarkt, Rekordverkäufe verzeichnete.

In Frankreich und Schweden gingen die Tesla-Zulassungen letzten Monat um etwa zwei Drittel oder mehr zurück, was eine Verlangsamung fortsetzt, die die europäische Entwicklung des Automobilherstellers seit Ende 2024 belastet.

Starke Rückgänge in Frankreich und Schweden

In Frankreich, dem drittgrößten Automarkt Europas nach Deutschland und Großbritannien, sanken die Tesla-Zulassungen – die üblicherweise als Indikator für Fahrzeugverkäufe dienen – im Dezember um 66 % auf 1.942 Fahrzeuge zurück, laut am Donnerstag von PFA veröffentlichten Daten.

Im Gesamtjahr sanken die Tesla-Zulassungen in Frankreich um 37 %, was auf anhaltenden Druck auf die Nachfrage zurückzuführen ist.

Schweden verzeichnete einen noch stärkeren monatlichen Rückgang. Die Tesla-Anmeldungen sanken im Dezember um 71 % auf 821 Fahrzeuge, wie Daten von Mobility Sweden zeigten.

Im Jahresverlauf gingen die Registrierungen in Schweden im Jahr 2025 um 70 % zurück.

Die Schwäche in diesen Märkten liegt trotz der Tatsache, dass Tesla in ganz Europa günstigere Versionen seines Model Y und Model 3 auf den Markt gebracht hat – ein Schritt, der die Nachfrage wiederbeleben sollte.

Bisher konnte die Strategie den Abschwung nicht wirklich umkehren.

Konkurrenz und Proteste belasten die Marke

Teslas europäische Verkäufe verlangsamen sich seit Ende 2024 angesichts zunehmender Konkurrenz sowohl von etablierten Automobilherstellern als auch von Neueinsteigern, einer alternden Fahrzeugpalette und Protesten, die mit der öffentlichen Lobpreisung europäischer rechtsgerichteter Politiker durch CEO Elon Musk verbunden sind.

Diese Faktoren haben die Markenwahrnehmung in mehreren Ländern, insbesondere in West- und Nordeuropa, beeinflusst.

Bis November sank Teslas Marktanteil in Europa, Großbritannien und der Europäischen Freihandelsvereinigung auf 1,7 %, gegenüber 2,4 % im gleichen Zeitraum 2024, laut Branchendaten.

Norwegen trat als klare Ausnahme hervor. Die Tesla-Zulassungen dort stiegen im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 89 % auf 5.679 Fahrzeuge, wie die Registrierungsdaten am Freitag zeigten.

Die Marke eroberte 2025 mehr als 19 % des norwegischen Automarktes und stellte damit einen neuen Jahresverkaufsrekord auf.

Teslas starkes Abschneiden in Norwegen spiegelt die einzigartige EV-Landschaft des Landes wider, in der fast alle Neuwagenverkäufe elektrisch sind und unterstützende Politiken seit langem batteriebetriebene Fahrzeuge bevorzugen.

Analysten bereiten sich auf einen Rückgang der weltweiten Auslieferung vor

Die ungleichmäßige Entwicklung in Europa erfolgt zu einer Zeit, in der Analysten erwarten, dass Tesla später am Freitag einen deutlichen Rückgang der weltweiten Fahrzeuglieferungen melden wird.

Konsenserwartungen deuten darauf hin, dass die Lieferungen im vierten Quartal im Jahresvergleich um etwa 11 % zurückgingen.

Tesla hat Anfang dieser Woche den ungewöhnlichen Schritt unternommen, seinen eigenen Durchschnitt der Analystenschätzungen zu veröffentlichen, der noch pessimistischer war und auf einen Rückgang von 15 % hindeutete.

Der vom Unternehmen zusammengestellte Konsens von 20 Maklern prognostiziert im vierten Quartal 422.850 Fahrzeuge.

Zum Vergleich: Der FactSet-Konsens liegt bei etwa 440.000 Einheiten, gegenüber etwa 460.000 noch vor wenigen Wochen.

Neuere Schätzungen von Analysten sind weiter gesunken, einige konzentrieren sich näher auf 415.000 Fahrzeuge.

Zum Vergleich: Tesla lieferte im dritten Quartal 2025 rund 497.000 Fahrzeuge und im vierten Quartal 2024 rund 496.000 Fahrzeuge, was unterstreicht, wie stark die Nachfrage abgekühlt ist.

Politische Veränderungen erhöhen den Druck

Ein Hauptgrund für die Verlangsamung war das Auslaufen der US-Bundessteuergutschrift für den Kauf von Elektrofahrzeugen im Wert von bis zu 7.500 US-Dollar Ende September.

Die Politikänderung machte Elektroautos über Nacht teurer und zog die Nachfrage ins dritte Quartal, als Tesla einen Rekord von 497.099 Lieferungen verzeichnete.

Dieser Aufschwung bereitete jedoch auch die Bühne für einen schwächeren Jahresabschluss.

In Europa sind Teslas Herausforderungen besonders deutlich.

In den ersten 11 Monaten des letzten Jahres sanken die Tesla-Verkäufe in der Region um 28 %, obwohl branchenweite Registrierungen von Batterie-Elektrofahrzeugen laut der Europäischen Automobilherstellervereinigung um 27 % gestiegen sind.

Die Daten verdeutlichen, in welchem Ausmaß Tesla an Boden gegenüber Konkurrenten verliert, in einem Markt, der insgesamt weiter wächst.