Europa-Bulletin: Die BoE schlägt Alarm, Großbritanniens großer Schritt in den sozialen Medien, Macron warnt

Europa-Bulletin: Die BoE schlägt Alarm, Großbritanniens großer Schritt in den sozialen Medien, Macron warnt
Devesh Kumar
20. Jan. 2026, 19:18 PM
  • Andrew Bailey von der BoE warnt, dass Geopolitik und Bedrohungen durch die Unabhängigkeit der Fed abrupte Marktbewertungen auslösen könnten.
  • Starmer startet eine Konsultation zur Einschränkung von Unter-16-Jährigen in den sozialen Medien.
  • Macron sagt, Europa müsse eine regelbasierte Ordnung angesichts von Zöllen und territorialen Bedrohungen verteidigen.

Die globalen Märkte mögen ruhig wirken, doch unter der Oberfläche wächst das politische Risiko.

Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, warnt, dass geopolitische Schocks, von Handelseskalation bis hin zu Drohungen gegen die Unabhängigkeit der Fed, abrupte Neubewertungen mit globalen Folgen auslösen könnten.

Unterdessen erhöht Deutschlands ThyssenKrupp Marine Systems mit einem umfangreichen industriellen Investitionspaket die Einsätze im kanadischen U-Boot-Rennen.

Im Vereinigten Königreich zieht Starmer eine härtere Haltung gegenüber der Nutzung sozialer Medien durch Kinder ab, da Macron in Davos eintrifft und Europa auffordert, eine regelbasierte Ordnung unter Belagerung zu verteidigen.

BOE-Gouverneur Bailey schlägt Alarm wegen geopolitischer Überschneidungen

Andrew Bailey hat zu Recht, sich Sorgen zu machen.

Der Chef der Bank of England warnte das Parlament am Dienstag, dass schwelende geopolitische Spannungen, Trumps Rhetorik in Grönland, eskalierende Handelsstreitigkeiten und Bedrohungen der Fed-Unabhängigkeit echte Risiken für die finanzielle Stabilität darstellen, auch wenn die Märkte vorerst ungewöhnlich ruhig bleiben.

Bailey wies ausdrücklich auf die "beträchtliche" Besorgnis der BoE hin, wie plötzlich die Märkte neu preisen könnten, falls die Spannungen steigen.

Seine Botschaft ist klar: Selbstzufriedenheit tötet. Die Tatsache, dass Zentralbanker sich gezwungen fühlten, Fed-Chef Powell öffentlich zu verteidigen, ist außergewöhnlich.

Bailey betonte mögliche Auswirkungen auf die britische Wirtschaft, falls Washington die Autonomie der Fed untergräbt, und unterstrich dabei, dass die Dominanz des Dollars bedeutet, dass amerikanische politische Volatilität global durchwachsen kann.

TKMS versüßt den kanadischen U-Boot-Pitch

Deutschlands ThyssenKrupp Marine Systems wirft Kanada einen viel größeren Preis als nur 12 U-Boote.

CEO Oliver Burkhard enthüllte diese Woche die Bündelung des 12-Milliarden-Dollar-Subkontrakts durch das Unternehmen mit einem umfassenden Investitionspaket, das seltene Erden, KI, Batterietechnologie und Bergbau umfasst und potenziell mehrere Teile der Marineausrüstung selbst wert ist.

Die Ausgleichsstrategie ist clever: Kanada erhält drei Jahrzehnte garantierter industrieller Verpflichtungen, die in die Abkommensstruktur gebunden sind.

TKMS arbeitet sogar mit dem kanadischen KI-Startup Cohere zusammen, um eine fortschrittliche technologische Integration zu demonstrieren, was die deutsche Ernsthaftigkeit hier unterstreicht.

Die konkurrierende südkoreanische Firma Hanwha Ocean bemüht sich wahrscheinlich, dies zu erreichen.

Ottawa erwartet beide endgültigen Angebote bis März 2026, und da geopolitische Spannungen die europäischen Verteidigungsausgaben anheizen, nutzt Deutschland wirtschaftlichen Hebel, um einen der größten Beschaffungserfolge des Jahrzehnts zu sichern.

UK folgt Australiens Beispiel in den sozialen Medien

Großbritannien bewegt sich endlich in den sozialen Medien, nur eben nicht entschlossen.

Premierminister Keir Starmer leitete eine dreimonatige Konsultation zum Verbot von unter 16-Jährigen aus sozialen Medien ein, was der Umsetzung Australiens im Dezember entspricht.

Die Ankündigung beinhaltet eine Verschärfung der Altersverifikationstechnologie, die Begrenzung von süchtig machenden Funktionen wie unendlichem Scrollen und die Anhebung des digitalen Schutzalters von 13 Jahren.

Entscheidend ist, dass staatliche Inspektoren (Ofsted) nun Schultelefonverbote kontrollieren werden.

Doch Kritiker riechen politisches Theater: Oppositionsführerin Kemi Badenoch bezeichnete es als "Zögern und Verzögerung", während 60+ Labour-Hinterbänkler und trauernde Familien, darunter Brianna Gheys Mutter, sofortiges Handeln fordern, keine Konsultationen.

Tech-Unternehmen unterstützen erwartungsgemäß die Untersuchung des Problems; Kinderschutzgruppen befürchten, dass Verbote Kinder einfach in dunklere Ecken drängen.

Minister, die Australien besuchen, signalisiert Ernsthaftigkeit, doch der britische Konsultationszeitraum im Sommer könnte die Dynamik erschweren.

Macrons Davos-Warnung: Eine regelbasierte Ordnung unter Belagerung

Emmanuel Macron kam schwungvoll nach Davos.

Der französische Präsident sprach eine scharfe Anklage gegen die zusammenbrechende internationale Ordnung vor und warnte vor einer Hinwendung hin zu "einer Welt ohne Regeln", in der imperiale Ambitionen wieder auftauchen und nur rohe Macht zählt.

Der Schuss vor dem Bogen war unverkennbar auf Trump gerichtet, der am Mittwoch erscheint, um zu sprechen, und seine Forderungen aus Grönland.

Macron stellte es scharf dar: Respekt gegen Tyrannen, Rechtsstaatlichkeit gegen Brutalität, Wissenschaft gegen Verschwörungen.

Er orientierte sich darauf, Europa als letzten Hüter von Vorhersehbarkeit und Souveränität zu positionieren und präsentierte es gerade deshalb als Investitionsziel, weil anderswo das Chaos herrscht.

Die Ironie schmerzt: Davos selbst existiert, um den regelbasierten globalen Kapitalismus zu feiern, von dem Macron nun befürchtet, dass er zerfällt.

Sein Aufruf zur Zusammenarbeit über Zwang wird sofort durch Trumps Zolldrohungen und territoriale Überschreitung auf die Probe gestellt.