Warum die Wall Street glaubt, dass diese KI-Aktie die größte Überraschung für 2026 sein könnte

Warum die Wall Street glaubt, dass diese KI-Aktie die größte Überraschung für 2026 sein könnte
Devesh Kumar
26. Jan. 2026, 14:56 PM
  • Das HBM-Angebot wird frühzeitig gesperrt, da die KI-Nachfrage die kurzfristige Kapazität übersteigt.
  • Analysten sehen einen Mix Shift von HBM, der das Gewinnwachstum bis ins Jahr 2026 und darüber hinaus beschleunigen wird.
  • Der Wettbewerb nimmt zu, da Rivalen darum wetteifern, die nächste Generation HBM für Nvidia zu qualifizieren.

Die Micron-Aktie (NASDAQ: MU) war bereits einer der größten Gewinner des KI-Booms, da die Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips explodierte.

Doch eine wachsende Gruppe von Analysten argumentiert nun, dass die eigentliche Überraschung noch bevorstehen könnte.

Ihre These basiert auf Microns plötzlichem Einfluss auf High-Bandwidth Memory (HBM), die spezialisierten Speicherchips, die neben KI-Prozessoren sitzen, was einen Gewinnschock für 2026 auslöst, den viele Investoren noch nicht eingepreist haben.

Ausverkaufter HBM und knappe KI-Speicherversorgung

HBM ist eine Form von ultraschnellem, gestapeltem Speicher, der nahe an KI-Chips von Nvidia und anderen liegt und ihnen Daten mit sehr hoher Geschwindigkeit liefert.

Es ist komplexer herzustellen als herkömmliches DRAM und verbraucht mehr Fabrikkapazität, was bedeutet, dass jedes HBM-Bit effektiv mehrere Bits Standardspeicher auf einer Produktionslinie verdrängt.

In einem KI-Server ist die Herstellung von HBM genauso entscheidend wie der Beschleunigerchip selbst.

Das Management von Micron teilte den Investoren in seinem jüngsten Earnings Call mit, dass es "Vereinbarungen über Preis und Volumen für unser gesamtes HBM-Kalenderangebot 2026" abgeschlossen hat, einschließlich der nächsten Generation von HBM4-Produkten.

Die Führungskräfte sagten außerdem, das Unternehmen sei für 2026 "komplett ausverkauft" und bestätigt damit den Kommentar, dass KI-bezogenes Gedächtnis lange im Voraus gebucht sei.

William Blairs Naji stützt sich stark auf diese Einschränkung und sagt seinen Kunden, dass Microns HBM-Produktion für 2026 bereits ausverkauft sei – ein Hauptgrund für seine optimistische Sichtweise.

Neue Kapazitäten kommen, aber meist zu spät, um den kurzfristigen Druck zu lockern. Micron baut zwei neue Fabriken in Boise, Idaho, die um 2027–28 in Betrieb genommen werden sollen, sowie einen deutlich größeren Komplex in New York, der gegen Ende des Jahrzehnts geplant ist.

Das Potenzial der Wall Street: Gewinne, Preise und ein längerer Zyklus

In den Zahlen legt William Blairs Initiation eine aggressive Version der positiven Geschichte dar.

Naji schätzt, dass Microns HBM-Umsatz 2026 um 164 % steigen könnte und 2027 weitere 40 %, da KI-Server pro Rack mehr Speicher aufnehmen und HBM einen größeren Anteil am Stückstück bekommt.

In Kombination mit einem engen Angebot und einem reicheren Produktmix führt dieses Wachstum dazu, dass er prognostiziert, dass Microns bereinigter Gewinn pro Aktie in den nächsten zwei Jahren um mehr als 275 % steigen könnte.

Für eine Aktie, die immer noch etwa 11–12-fach seiner Gewinnschätzung für 2026 unterhalb des historischen Durchschnittsvielfaches von Micron gehandelt wird, deutet diese Art von Gewinnsteigerung auf Aufwärtspotenzial hin, falls der Zyklus wie erwartet verläuft.

Entscheidend ist, dass Microns eigene Empfehlung die Idee stützt, dass es sich nicht um einen kurzen, einmaligen Anstieg handelt.

In seinem Call für das erste Geschäftsjahr 2026 sagte CEO Sanjay Mehrotra, dass starke KI-getriebene Nachfrage- und Angebotsbeschränkungen "enge Marktbedingungen" schaffen und das Unternehmen erwarte, dass diese Bedingungen "auch über den Kalenderjahr 2026 hinaus anhalten."

Er warnte außerdem, dass das Gesamtangebot der Industrie voraussichtlich "in absehbarer Zeit deutlich hinter der Nachfrage zurückbleiben" und verwies auf einen strukturellen Mangel statt auf einen typischen Gedächtnisboom und -bust.

Es gibt klare Risiken. Samsung versucht, die Lücke bei HBM zu schließen, hat kürzlich seine fortschrittlichen HBM3E-Chips für Nvidia-Plattformen qualifiziert und setzt auf enge Beziehungen zu Hyperscalern wie Google.

SK Hynix bleibt Marktführer und könnte seinen Anteil aggressiver verteidigen, wenn neue Generationen von HBM auf den Markt kommen.

Doch vorerst ist die Situation ungewöhnlich für einen Sektor, der für heftige Zyklen bekannt ist: Nachfragetransparenz bis mindestens 2026, ausverkaufte HBM-Linien und ein großer Broker, der seinen Kunden mitteilt, dass die Gewinne von hier aus fast vervierfacht werden könnten.