IBM-Aktie erholt sich heute um 4 %: warum Analysten weiterhin optimistisch sind

IBM-Aktie erholt sich heute um 4 %: warum Analysten weiterhin optimistisch sind
Utkarsh Roshan
24. Feb. 2026, 18:37 PM

Die IBM-Aktie erholte sich am Dienstag und stieg um rund 4 % auf $234.68, nachdem Anleger den starken Rückgang des Vortags neu bewertet und die Einschätzungen von Analysten zu den langfristigen Aussichten des Unternehmens abgewogen hatten.

Die Erholung folgte einem starken Ausverkauf am Montag, als die Aktie um mehr als 13 % einbrach, nachdem Sorgen über mögliche Störungen durch KI-gestützte Softwarewerkzeuge aufgekommen waren.

Der Rückgang war der größte Tagesverlust für IBM seit mehr als 25 Jahren.

Im bisherigen Monatsverlauf sind die Aktien um 27 % gefallen und bringen das Unternehmen auf Kurs für die schlechteste Monatsperformance seit 1992.

Anthropic-Ankündigung schürt Marktängste

Der Ausverkauf wurde durch einen Blogbeitrag von Anthropic ausgelöst, in dem KI-gestützte Werkzeuge zur Modernisierung von COBOL-basierten Systemen hervorgehoben wurden.

Anthropic erklärte, sein Tool „Claude Code“ könne COBOL-Modernisierungen automatisieren, was Befürchtungen schürte, dass Unternehmen leichter vom Mainframe-Ökosystem von IBM wegmigrieren könnten.

Anleger werteten die Ankündigung als potenzielle Bedrohung für IBMs langjährige Dominanz bei geschäftskritischen Rechenlasten.

Da Mainframes weiterhin ein Kernbestandteil von IBMs Enterprise-Angebot sind, insbesondere in stark regulierten Branchen, führten Sorgen über eine beschleunigte Migration zu einer schnellen Neubewertung des Aktienkurses.

Wall-Street-Analysten bleiben optimistisch

Analysten reagierten schnell und widersprachen der pessimistischen Deutung.

Amit Daryanani von Evercore ISI, der an einer Outperform-Einschätzung und einem Kursziel von $345 für IBM festhält, sagte, Kunden hätten Jahrzehnte gehabt, um sich von Mainframes zu entfernen, sich aber überwiegend dafür entschieden, zu bleiben.

Er nannte Vorteile wie 100% Verfügbarkeit, bessere Kosteneffizienz, On-Premise-KI-Inferenzangebote, quantensichere Verschlüsselung und regulatorische Erwägungen.

Daryanani fügte hinzu, dass IBM trotz eigener Modernisierungswerkzeuge wie watsonX Code Assistant for Z weiterhin eine starke Nachfrage nach seiner neuesten Hardware verzeichne.

Er bemerkte, dass IBMs z17-System den vorherigen z16-Zyklus in den ersten drei Quartalen seiner Einführung übertroffen habe, was auf anhaltende Kundenbindung an die Plattform hinweise.

Jefferies bekräftigt Kaufempfehlung für IBM-Aktie

Jefferies bestätigte ebenfalls seine positive Haltung zu IBM und bekräftigte eine Buy-Empfehlung sowie ein Kursziel von $370.

Das Unternehmen erklärte, IBM adressiere die durch KI-Code-Assistenten entstehenden Risiken bereits mit dem eigenen watsonx Code Assistant for Z, der generative KI direkt in Mainframe-Umgebungen integriert.

Jefferies zufolge ermöglicht das Tool Kunden, COBOL-Anwendungen in Java zu refaktorisieren und dabei den vollständigen Systemkontext zu erhalten, wodurch der Anreiz verringert werde, IBMs Infrastruktur aufzugeben.

Das Unternehmen fügte hinzu, dass IBMs breitere Wachstumsstrategie nicht allein von Mainframes abhänge, sondern auch von Momentum in Hybrid Cloud, künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Datendiensten.

Jefferies sagte, diese Segmente blieben zentral für die langfristige Wiederbeschleunigung des Softwaregeschäfts des Unternehmens.

Nach dem jüngsten Ausverkauf sei IBMs Bewertung laut Analysten näher zusammengerückt.

Die Aktie wird nun bei etwa dem 18‑fachen der erwarteten Gewinne für 2026 und bei rund dem 16‑fachen des freien Cashflows dieses Jahres gehandelt — Niveaus, die einige Investoren im Vergleich zu historischen Durchschnitten als attraktiver ansehen.