Wall Street beruhigt sich nach brutalem Montag, Anleger bleiben jedoch nervös

Wall Street beruhigt sich nach brutalem Montag, Anleger bleiben jedoch nervös
Devesh Kumar
24. Feb. 2026, 16:03 PM

US-Aktien stabilisierten sich am frühen Dienstag nach dem heftigen Ausverkauf am Montag, doch die Ruhe wirkte eher wie eine Pause als wie eine klare Erholung.

Wichtige Indizes legten im Morgenhandel leicht zu, während Anleger versuchten, eine volatile Mischung aus Zollunsicherheit und erneuten Fragen zur nächsten Phase des KI-Booms zu verarbeiten. 

Der S&P 500 stieg um 0.1%, der Nasdaq Composite kletterte um 0.3% und der Dow Jones Industrial Average legte um 339 Punkte zu, ein Plus von 0.7%.

Der Rückgang am Montag war heftig: Der Dow fiel um 821.91 Punkte, der S&P 500 sank um 1% auf 6,837.75, und der Nasdaq verlor 1.1%. ​

Drei Belastungsfaktoren drücken auf die Wall Street

Erstens rückten die Zölle über Nacht wieder in den Vordergrund.

Ein umfassender neuer US-Zoll auf die meisten weltweiten Importe trat kurz nach Mitternacht am Dienstag mit 10% in Kraft, ein niedrigerer Satz als die 15%, mit denen Präsident Donald Trump am Wochenende gedroht hatte.

Die Entwicklung verstärkte das Gefühl politischer Kehrtwendungen für Unternehmen, die versuchen, Kosten und Beschaffungen zu planen.

Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde gab eine Mitteilung heraus, wonach die zusätzliche 10%-Abgabe ab 0:01 Uhr am Dienstag gelten würde, mit Ausnahmen für bestimmte Kategorien, einschließlich Waren, die durch das US-Mexiko-Kanada-Abkommen abgedeckt sind.​

Dieser „universelle“ Zoll ist möglicherweise nicht das letzte, was passiert.

Offiziellen Quellen zufolge erwog das Weiße Haus zusätzliche „nationale Sicherheits“-Zölle, die Bereiche wie große Batterien und Telekommunikationsausrüstung umfassen könnten.

Für die Märkte besteht die Herausforderung nicht nur im Zollniveau, sondern in dem sich ständig ändernden Ziel: wie die endgültige Liste aussieht, welche Sektoren ausgenommen werden und wie schnell Handelspartner reagieren.

Zweitens kämpfen Anleger weiterhin mit einer neuen Form von KI-Ängsten.

Der Ausverkauf am Montag wurde zum Teil durch Befürchtungen befeuert, dass rasche Fortschritte in der KI Teile des Software-Ökosystems schneller auf den Kopf stellen könnten, als sich viele Geschäftsmodelle anpassen können.

Drittens bleibt die Volatilität erhöht, und Händler zahlen für Absicherungen. ​

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Die Kennzahl, die Händler beobachteten

Der wichtigste für Dienstag geplante Datenpunkt war das US-Verbrauchervertrauen, wobei die Märkte nach Anzeichen suchten, dass die Haushalte standhalten, während Zölle Preisdruck erzeugen und die Schlagzeilen unruhig bleiben.

Eine weit verbreitete Prognose vor der Veröffentlichung schätzte den Consumer Confidence Index des Conference Board für Februar auf 91.8, nach zuvor 86.8.

Der andere drohende Katalysator waren Unternehmenszahlen, wobei Nvidias Bericht am Mittwoch fällig war und weithin als zentraler Test für die „Erwartungen sind alles“-Dynamik des KI-Handels betrachtet wurde. ​

Selbst bei dem am Dienstag ruhigeren Ton bleibt das größere Umfeld fragil.

Der jüngste Rückgang des S&P 500 ließ ihn etwa 14% höher als vor einem Jahr dastehen, aber im vergangenen Monat im Minus — eine unangenehme Mischung aus weiterhin starken langfristigen Gewinnen und einem kurzfristigen Kursverlauf, der nervös wirkt.

Vorläufig gehen Anleger vorsichtig vor, während sie auf Klarheit bei den Zöllen und darauf warten, ob die KI-Führenden liefern können.