Paramount Skydance gewinnt Übernahme von Warner, nachdem Netflix aussteigt
Paramount Skydance hat die hochriskante Übernahmeschlacht um Warner Bros. Discovery gewonnen, nachdem Netflix darauf verzichtet hatte, das verbesserte Angebot der von David Ellison geführten Gruppe zu überbieten, und verändert damit die Wettbewerbslandschaft der globalen Medien- und Streamingbranche.
Der Vorstand von Warner befand, dass Paramounts All-Cash-Angebot von $31 pro Aktie für das gesamte Unternehmen dem früheren Abkommen mit Netflix, Warner's Film- und Fernsehstudios sowie der Streaming-Plattform HBO Max zum Preis von $27.75 pro Aktie überlegen sei.
Das überarbeitete Angebot von Paramount bewertet das Unternehmen auf rund $81 billion und würde, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung, Warner Bros., HBO und große Kabelnetze wie CNN, TNT, TBS und Food Network unter die Kontrolle von Paramount stellen.
Netflix-Führungskräfte stellten klar, dass wirtschaftliche Erwägungen ihre Entscheidung bestimmt hätten.
„Wir sind stets diszipliniert gewesen, und zum Preis, der nötig wäre, um Paramount Skydances jüngstes Angebot anzugleichen, ist das Geschäft finanziell nicht mehr attraktiv, daher verzichten wir darauf, gleichzuziehen“, erklärten die Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters in einer Erklärung. „Diese Transaktion war immer ein 'Nice-to-have' zum richtigen Preis, nicht ein 'Must-have' zu jedem Preis“, fügte das Duo hinzu.
Eine dramatische Wende im Bieterkrieg
Das Ergebnis markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende in einem Deal-Prozess, der zunächst als abgeschlossen erschien.
Warner hatte zuvor dem $72 billion-Deal mit Netflix zugestimmt, der sich auf Studios und HBO Max konzentrierte und die Kabelnetze außen vor ließ.
Paramount startete später einen feindlichen Übernahmeversuch, der sich an die Aktionäre richtete, und schlug vor, das gesamte Unternehmen zu erwerben.
Paramount verstärkte sein Angebot durch mehrere Zugeständnisse.
Es erklärte sich bereit, Warners $2.8 billion Abbruchgebühr an Netflix zu übernehmen, erhöhte eine Kündigungsgebühr auf $7 billion, falls Regulierungsbehörden den Deal blockieren, und beschleunigte eine 25-Cent-pro-Aktie „ticking fee“, die den Aktionären für jedes Quartal ausgezahlt wird, in dem die Transaktion anhängig bleibt.
Die Übernahmebemühungen wurden nachdem Skydance Media im vergangenen August die Kontrolle über Paramount erlangt hatte zur Priorität.
Paramount galt lange als kleiner als Rivalen wie Disney, Netflix und Amazon und suchte nach Größe durch Konsolidierung.
Warner-CEO David Zaslav befürwortete die potenziellen Vorteile der Fusion und sagte: „Sobald unser Vorstand für die Annahme des Fusionsvertrags mit Paramount stimmt, wird dies unseren Aktionären enormen Wert schaffen.“
WBD meldete am Donnerstag in seinen Ergebnissen für das vierte Quartal einen Nettoverlust von $252 Millionen, während es 3.5 Millionen Abonnenten zu seinen Plattformen hinzufügte.
Der Rückzug von Netflix wurde von Anlegern begrüßt.
Die Aktien des Unternehmens stiegen nachbörslich um etwa 8.4% nachdem es sich zurückgezogen hatte, nach Monaten, in denen die Aktie angesichts von Fusionsunsicherheit unter Druck geraten war.
Der Kurs von WBD fiel um 1.74% während die Aktie von Paramount Skydance im nachbörslichen Handel um 6.17% stark anstieg.
Regulatorische Prüfungen und politische Bedenken
Die Übernahme steht weiterhin unter erheblicher behördlicher Prüfung.
US-Gesetzgeber hatten Bedenken geäußert, dass eine Kombination aus Netflix und Warner den Streaming-Markt dominieren könnte, und das Justizministerium prüfte potenziell wettbewerbswidriges Verhalten.
Auch Paramounts Transaktion wird Prüfung auf sich ziehen, insbesondere weil sie zwei traditionelle Studios zusammenführen und CNN neben CBS News platzieren würde.
Medien-Aktivistengruppen haben Alarm geschlagen.
Craig Aaron, Co-CEO von Free Press, sagte in einem WSJ-Bericht: „Die Vorstellung, dass Paramount die Kontrolle über CBS und CNN erlaubt werden sollte, sollte undenkbar sein.“
Paramounts geringere Streaming-Präsenz im Vergleich zu Netflix könnte einige Wettbewerbssorgen verringern, doch die Konsolidierung von Filmstudios, Fernsehsendern und Nachrichtensparten wird wahrscheinlich genau geprüft werden.
Paramount erwartet Synergien in Höhe von $6 billion, obwohl Analysten bezweifeln, ob die finanziellen Erträge die Risiken rechtfertigen.
Finanzielle Risiken und branchenweite Folgen
Selbst wenn der Deal zustande kommt, sehen Anleger und Analysten weiterhin Herausforderungen.
Paramount muss eine wesentlich größere Studiobibliothek und Fernsehgeschäfte integrieren und gleichzeitig Schulden und steigende Zinskosten managen.
Warner hatte nach seiner früheren Fusion mit Discovery Probleme bei der Kreditaufnahme, und politische Opposition gegen Kostensenkungen könnte die Integration erschweren.
Die Transaktion erfolgt, während sich die Medienbranche an veränderte Zuschauergewohnheiten und technologischen Wandel anpasst.
Warner hat zuletzt operative Verbesserungen gezeigt, wobei die Streaming-Profitabilität bei HBO Max sich verdoppelte und Kinoerfolge die Studioleistung stärkten.
Unterdessen könnte Netflix potenzielle regulatorische und finanzielle Belastungen vermieden haben.
Das Unternehmen war ins Visier von Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten und Bundesbehörden geraten, die sich um seine Marktmacht im Streaming sorgten.
Mit seinem Rückzug könnten diese Bedenken nachlassen, während Paramount in den regulatorischen Fokus rückt.
Die vorgeschlagene Fusion stellt einen bedeutenden strukturellen Wandel in Hollywood dar.
Wenn genehmigt, würde Paramount ein erweitertes Portfolio von Filmfranchises und Fernsehsendern kontrollieren und versuchen, effektiver mit Streaming-Giganten zu konkurrieren.
Der Kampf um Größe im Unterhaltungsbereich geht weiter, doch vorerst gehört der entscheidende Sieg Paramount Skydance.
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