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US-Erdgaspreis-Analyse: Wettergetriebener Markt vollzieht Kehrtwende

US-Erdgaspreis-Analyse: Wettergetriebener Markt vollzieht Kehrtwende
Crispus Nyaga
27. Feb. 2026, 20:36 PM

Der US-Erdgaspreis fiel auf ein Zwei-Wochen-Tief, nur eine Woche nachdem ein Wintersturm ihn auf ein Drei-Jahres-Hoch trieb. Prognosen für mildere Temperaturen gegen Ende Februar deuten auf eine Abschwächung der Heiznachfrage und geringere Lieferstörungen hin. Dennoch herrscht in den meisten Landesteilen weiterhin extreme Kälte. Dieser Umstand, verbunden mit den erwarteten Exporten während der Auffüllsaison für Europas Gasspeicher, dürfte dem Erdgas Unterstützung bieten. 

Temperaturprognosen gleichen die Gewinne beim Erdgaspreis wieder aus

Wetterlagen haben die US-Erdgaspreise in den letzten Monaten maßgeblich beeinflusst. Mitte Januar fielen die Benchmark-Henry-Hub-Futures auf ein Dreimonats-Tief als Reaktion auf die in weiten Teilen des Landes überdurchschnittlich milden Temperaturen. Kurz darauf stiegen sie jedoch auf ein Drei-Jahres-Hoch, nachdem ein extremer Wintersturm die Heiznachfrage deutlich erhöht hatte. 

Aktuell stützen extrem niedrige Temperaturen in großen Teilen der USA weiterhin die Heiznachfrage. Zwar erholt sich die Produktion nach den durch den Wintersturm verursachten Störungen, bleibt aber dennoch hinter der Nachfrage zurück. Stand letzten Freitag lag die Produktionsrate um 128.7 billion cu unter der Nachfrage. 

Experten prognostizieren jedoch für den weiteren Verlauf des Februars mildere Temperaturen. Neben einer geringeren Erdgasnachfrage für Heizzwecke würde diese Entwicklung auch zu weniger Lieferstörungen führen. 

Unterdessen wartet Europa auf seine Auffüllsaison für Gasspeicher. Im Winter wurden die Bestände schneller als üblich verringert. Laut den jüngsten Daten lagen die Gasvorräte in der EU bei 41.13%; deutlich unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Die Auffüllsaison Europas dürfte den US-Erdgaspreisen Unterstützung bieten, da Europa weiterhin eine wichtige Bezugsquelle für seine LNG-Importe darstellt.  

Technische Analyse des US-Erdgaspreises

Erdgaspreis

Der US-Erdgaspreis ist seit dem vor einer Woche erreichten mehr als dreijährigen Hoch stark gefallen. Am Dienstag hielt er sich in der Nähe des Intraday-Tiefs der vorherigen Sitzung, als die Preise auf den niedrigsten Stand seit über zwei Wochen bei $3.16 pro Million British thermal units (MMBtu) fielen. Bemerkenswert: Das war der stärkste Tagesverlust seit 1995, wenn man Rollovertage unberücksichtigt lässt. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung erholte er sich leicht auf $3.25. 

Seit dem Drei-Jahres-Hoch von $7.44 pro MMBtu sind die Henry-Hub-Erdgasfutures um über 55% gefallen. Zwar hat sich der Rückgang etwas abgeschwächt, doch notiert der Kurs weiterhin unter den 25- und 50-Tage-EMAs im Tageschart. 

Bemerkenswert ist, dass die beiden Indikatoren voraussichtlich nahe der entscheidenden Marke von $4.00 zusammenlaufen werden. Das könnte zur Ausbildung eines bärischen Death-Cross führen, wenn die kurzfristige 25-Tage-EMA die mittelfristige 50-Tage-EMA nach unten kreuzt. Gleichzeitig deutet ein RSI von 43 auf eine leichte kurzfristige Erholung hin. 

Auf Basis dieser technischen Indikatoren und der Fundamentaldaten könnte der Verkaufsdruck eine Erholung des Erdgaspreises am Niveau von $4.00 dämpfen. Kurzfristig dürfte er zwischen dem Unterstützungsniveau bei $3.11 und dem Widerstand bei $3.40 handeln. 

Mit dem Einstieg weiterer Dip-Käufer könnten die Bullen die Kurse weiter bis auf $3.65 stützen. Andererseits könnte ein weiterer Rückgang die untere Unterstützungszone bei $2.95 aktivieren.