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Warum die Netflix-Aktie nach dem Rückzug aus dem Warner Bros-Deal stieg

Warum die Netflix-Aktie nach dem Rückzug aus dem Warner Bros-Deal stieg
Ananthu C U
27. Feb. 2026, 12:39 PM

Die Netflix-Aktie stieg am Freitag im vorbörslichen Handel deutlich, nachdem das Unternehmen sich aus einer Bieterschlacht mit hohen Einsätzen um Warner Bros. Discovery zurückgezogen hatte. Anleger werteten den Schritt als Zeichen finanzieller Disziplin und nicht als verpasste Chance.

Die Aktie kletterte im vorbörslichen Handel am Freitag um 8.45% nachdem der Streaming‑Riese bestätigt hatte, dass er das Übernahmeangebot von Paramount Skydance Corp. über $111 billion nicht mitgehen werde.

Die Entscheidung beendete einen monatelangen Wettstreit um Studio‑ und Streaming‑Assets und verlagerte den Anlegerfokus von Deal‑Risiken hin zur Stabilität der Bilanz.

Anleger belohnen Kapitaldisziplin

Netflix hatte zuvor zugestimmt, Warners Studio‑ und Streaming‑Assets für etwa $82.7 billion zu übernehmen und bot $27.75 je Aktie.

Paramount Skydance legte mit einem überarbeiteten Gebot von $31 pro Aktie nach, überbot Netflix und gewann letztlich den Wettbewerb.

Die Co‑CEOs Ted Sarandos und Greg Peters bekräftigten, dass der erforderliche, angehobene Preis nicht länger finanziell attraktiv sei und betonten das von der Unternehmensführung beschriebene disziplinierte Vorgehen.

Die Anlegerbedenken hatten sich monatelang verstärkt.

Die Aktie war in den fünf Monaten nach Bekanntwerden von Netflix’ Interesse an Warner Bros. um rund 40% gefallen, da die Märkte befürchteten, das Unternehmen könnte mehr als $50 billion neue Schulden übernehmen und sich von seinem Streaming‑first‑Modell entfernen.

Die vorgeschlagene Transaktion hätte Netflix verpflichtet, Warner Bros.-Filme mindestens 45 Tage lang in den Kinos zu veröffentlichen und bestimmte Fernsehserien an Dritte zu veräußern, was eine bemerkenswerte strategische Änderung bedeutet hätte.

Durch den Rückzug vermeidet Netflix, zusätzliche Schulden aufzubauen oder die Aktionäre zur Finanzierung eines Mega‑Deals zu verwässern, wodurch die Bilanz sauberer bleibt und der Ergebnisausblick vorhersehbarer ist.

„Das Gebot wirkte immer wie eine Mischung aus Offensive und Defensive – Inhalte und Größe zu sichern, gleichzeitig der Konkurrenz keinen Vorteil zu verschaffen, aber zu einem sehr hohen Preis“, sagte Matt Britzman, Senior‑Aktienanalyst bei Hargreaves Lansdown.

„Zumindest vorerst scheint der Markt dies als Gewinn für alle einzupreisen.“

Paramount gewinnt, Prüfungen drohen

Paramount Skydance, unterstützt vom Milliardär Larry Ellison und geführt vom Paramount‑CEO David Ellison, setzte sich durch, nachdem es eine feindliche Kampagne gestartet und seine Finanzierungszusagen erhöht hatte, darunter $45.7 billion an Eigenkapital und eine Abbruchgebühr von $7 billion.

Paramount‑Aktien stiegen im vorbörslichen Handel um etwa 7.3%, während Warner Bros. Discovery um 1.98% nachgab.

Es wird jedoch erwartet, dass der Deal in den USA und in Europa einer erheblichen kartellrechtlichen Prüfung ausgesetzt sein wird, einschließlich einer aktiven Untersuchung in Kalifornien.

Morningstar‑Analysten sagten: „In den US, we believe Paramount has a good enough relationship with the presidential administration to ease concerns, and the Department of Justice has set a precedent in overlooking the merger of major studios when Disney bought Fox.”

Aktienrückkäufe und organisches Wachstum wieder im Fokus

Da das Paramount‑Angebot siegte, erhält Netflix eine Abbruchgebühr in Höhe von $2.8 billion und plant, Aktienrückkäufe wieder aufzunehmen.

Raymond James‑Analysten sagten, dass Rückkäufe die primäre Verwendung der Mittel sein könnten, während MoffettNathanson vorschlug, das Unternehmen könne Sportrechte oder Lizenzvereinbarungen ausbauen, ähnlich wie beim jüngsten Deal für Sony Group‑Filme.

Die Marktreaktion spiegelt erneuertes Vertrauen in Netflix’ eigenständige Wachstumsstrategie wider.

Mit mehr als 325 Millionen Abonnenten, etwa $20 billion an geplanten jährlichen Programmausgaben und einer Marktbewertung von $357 billion bleibt das Unternehmen deutlich größer als Paramount und Warner Bros.