Dow verliert 500 Punkte, Nasdaq stürzt 1,6 % ab nach Eskalation im Nahen Osten

Dow verliert 500 Punkte, Nasdaq stürzt 1,6 % ab nach Eskalation im Nahen Osten
Utkarsh Roshan
02. März 2026, 15:53 PM

US-Aktien stürzten am Montag ab, nachdem die Vereinigten Staaten und Israel am Wochenende koordinierte Angriffe auf den Iran gestartet hatten, die die geopolitischen Spannungen verschärften und die Ölpreise deutlich nach oben trieben.

Der Dow Jones Industrial Average verlor 543 Punkte bzw. 1,1 %.

Der S&P 500 fiel um 1,1 %, während die Nasdaq-Composite-Futures um 1,6 % nachgaben, was einen breit angelegten Ausverkauf bei Risikowerten widerspiegelt.

Der CBOE Volatility Index, weithin bekannt als die Angstkennzahl der Wall Street, sprang auf das höchste Niveau 2026 und unterstrich die gestiegene Nachfrage nach Portfolioschutz.

Die US-Rohölpreise stiegen um 7 % angesichts der Befürchtung, dass sich die Auseinandersetzung zu einem weiter gefassten regionalen Konflikt ausweiten und die weltweiten Energielieferungen stören könnte.

Der Iran ist der viertgrößte Ölproduzent innerhalb der OPEC, und jede anhaltende Angebotsstörung könnte spürbare Effekte auf die globalen Märkte haben.

Der Verlauf der Ölpreise dürfte davon abhängen, ob die Kämpfe den Verkehr durch die Straße von Hormus – den weltweit wichtigsten Engpass für Rohölströme – beeinträchtigen.

Eine längerfristige Unterbrechung könnte das weltweite Angebot verknappen und die Inflationsrisiken wieder aufflammen lassen, von denen Anleger gehofft hatten, dass sie nachlassen.

Regionale Folgen schüren Eskalationsängste

Der gemeinsamen US-israelischen Operation wird zufolge berichtet, dass der iranische Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet wurde, was eines der folgenreichsten Ereignisse für die Islamische Republik seit 1979 darstellt.

Iranische Regierungsvertreter kündigten entschiedene Vergeltungsmaßnahmen an, was das Risiko weiterer Eskalationen im Nahen Osten erhöhte.

Explosionen wurden in Städten wie Dubai und Abu Dhabi gemeldet, was die Sorgen über Übergreifungseffekte verstärkte.

Präsident Donald Trump teilte mehreren Medien mit, die US-Militäroperationen im Iran seien „vor dem Zeitplan“ gewesen.

Die Anlegerangst bleibt jedoch erhöht angesichts der Möglichkeit eines langwierigen Konflikts.

Ajay Rajadhyaksha, Analyst bei Barclays, schrieb in einer Notiz, dass das Tail-Risiko eines anhaltenden Konflikts höher sei als bei früheren Aufflammungen in 2024 oder 2025.

Obwohl er nicht erwartet, dass der Krieg so weit eskaliert, dass er die US-Wirtschaftsaussichten drastisch verändert, warnte er, dass „es zu früh ist, um in jedem Fall auf ein Tief zu setzen“, insbesondere angesichts der jüngsten Erfahrung der Anleger mit schnellen Deeskalationen.

Verteidigungs- und Energieaktien legen zu

Verteidigungs- und Energieaktien entwickelten sich im Zuge der geopolitischen Spannungen überdurchschnittlich.

Die Aktien von Northrop Grumman stiegen um 3 %, während Lockheed Martin und RTX um rund 4 % zulegten.

Energiewerte kletterten ebenfalls, wobei Exxon Mobil um 3 % und Chevron um 1 % zulegten.

Ein breiterer Risk-off-Ton drückte jedoch auf die meisten Sektoren.

Technologie- und Finanzaktien führten die Verluste an, wobei Halbleiterhersteller wie Broadcom fielen.

Amazon und Alphabet notierten tiefer, während auch Finanzinstitute wie Morgan Stanley und Goldman Sachs verloren.

Fragile Ausgangslage für Aktien

Die jüngste geopolitische Eskalation verschärft eine ohnehin fragile Lage für Aktien.

Der S&P 500 hatte bereits am Freitag nachgegeben und den Februar im negativen Bereich beendet, begleitet von erneuter Volatilität bei Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz und Software.

Anlegerbedenken, dass KI-getriebene Automatisierung Geschäftsmodelle stören und Entlassungen auslösen könnte, belasten die Stimmung.

Aktienstrategen bei Citi schrieben in einer Notiz, dass die Marktwirkung zwar kurzfristig sein könnte, ein länger anhaltender Belastungsfaktor für Aktien jedoch nicht ausgeschlossen werden könne.

Sie fügten hinzu, dass der Nahostkonflikt nun einer wachsenden Liste von Sorgen beitritt, zu der auch die Nachhaltigkeit des KI-Ausgabenbooms und die Spannung zwischen versprochenen Produktivitätsgewinnen und möglicher Geschäftsmodellstörung gehören.

Mit steigenden Ölpreisen, zunehmender Volatilität und verschärfter geopolitischer Unsicherheit stehen Anleger vor einer komplexen Risikomischung, die die Marktresilienz in den kommenden Wochen auf die Probe stellen könnte.