FATF nimmt Stablecoin-Wallets ins Visier: $154B illegale Ströme im Fokus

FATF nimmt Stablecoin-Wallets ins Visier: $154B illegale Ströme im Fokus
Diya Poddar
04. März 2026, 13:33 PM

Stablecoins weiten sich schnell über den Krypto-Handel hinaus auf Zahlungen und grenzüberschreitende Überweisungen aus, doch Aufsichtsbehörden konzentrieren sich zunehmend auf die Risiken, die mit der Art und Weise verbunden sind, wie diese Vermögenswerte zwischen Nutzern transferiert werden.

Ein neuer Bericht der Financial Action Task Force hebt hervor, dass Peer-to-Peer-Transfers, die über selbstverwahrte Krypto-Wallets durchgeführt werden, regulierte Intermediäre umgehen können und dadurch potenzielle Lücken in der Geldwäschebekämpfungsaufsicht entstehen.

Die globale Aufsichtsstelle erklärte, dass diese Transaktionen außerhalb der Überwachungssysteme stattfinden können, die von Börsen, Verwahrern und Finanzinstituten genutzt werden.

Da Stablecoins in Finanznetzwerken zunehmend verwendet werden, werden die Behörden aufgefordert zu prüfen, wie diese Transfers mit bestehenden Compliance-Rahmen interagieren.

Selbstverwahrte Wallets und Aufsichtslücken

Der FATF-Bericht untersucht die Rolle unhosted oder selbstverwahrter Wallets im Ökosystem digitaler Vermögenswerte.

Diese Wallets ermöglichen es Einzelpersonen, Kryptowährungen direkt zu halten und zu transferieren, ohne sich auf einen regulierten Dienstleister zu verlassen.

Diese Struktur kann Herausforderungen für die Geldwäschebekämpfungsaufsicht schaffen.

Wenn zwei Nutzer Stablecoins direkt zwischen ihren Wallets senden, ist möglicherweise kein regulierter Intermediär beteiligt.

Traditionelle Finanzsysteme sind auf Institutionen wie Banken oder Zahlungsdienstleister angewiesen, um Transfers zu überwachen und verdächtige Aktivitäten zu melden.

Peer-to-Peer-Transfers, die über selbstverwahrte Wallets abgewickelt werden, fallen außerhalb dieser Überwachungskanäle.

Die FATF erklärte, dass dies eine Lücke im Aufsichtsrahmen schafft, weil die Behörden sich nicht darauf verlassen können, dass regulierte Stellen ungewöhnliche Aktivitäten erkennen und melden.

Peer-to-Peer-Transfers unter Beobachtung

Der Bericht identifiziert Peer-to-Peer-Stablecoin-Transfers als eine zentrale Schwachstelle im Ökosystem.

Diese Transaktionen finden direkt zwischen Nutzern statt und erfordern nicht die Einbeziehung von Anbietern virtueller Vermögenswerte (VASP) oder von Compliance-Verpflichtungen unterliegenden Finanzinstituten.

Da diese Transfers außerhalb regulierter Plattformen stattfinden können, können sie die Fähigkeit der Behörden einschränken, potenziell verdächtige Geldbewegungen nachzuverfolgen.

Stablecoins werden auf dem gesamten Kryptomarkt zunehmend genutzt.

Ihr Design, typischerweise an Fiat-Währungen wie den US-Dollar gekoppelt, hat sie für Handel, Zahlungen und internationale Transfers beliebt gemacht.

FATF fordert risikobasierte Überwachung

Die FATF forderte Rechtsordnungen auf, die mit Stablecoin-Strukturen verbundenen Risiken zu bewerten und erforderlichenfalls verhältnismäßige Maßnahmen zur Risikominderung einzuführen.

Mögliche Schritte umfassen eine verstärkte Überwachung, wenn selbstverwahrte Wallets mit regulierten Krypto-Plattformen wie Börsen interagieren.

Das Aufsichtsgremium hob außerdem die Notwendigkeit klarerer Auflagen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung für Stellen hervor, die an der Ausgabe oder Verbreitung von Stablecoins beteiligt sind.

Der Bericht vermerkte zudem, dass Aktivitäten auf öffentlichen Blockchains weiterhin nachvollziehbar sind, da Transaktionen auf der Blockchain aufgezeichnet werden.

Die pseudonyme Natur von Wallet-Adressen kann es jedoch erschweren, die hinter spezifischen Transfers stehenden Personen zu identifizieren.

Illegale Aktivität bleibt ein geringer Anteil

Im Bericht zitierte Daten liefern zusätzlichen Kontext zum Ausmaß illegaler Aktivitäten im Kryptomarkt.

Am 7. Januar berichtete die Blockchain-Analysefirma Chainalysis, dass illegale Krypto-Adressen im Jahr 2025 mindestens $154 Milliarden erhalten haben.

Die Untersuchung ergab, dass Stablecoins 84% des Volumens illegaler Transaktionen ausmachten.

Trotz der hohen Zahl sagte Chainalysis, dass kriminelle Aktivitäten weiterhin nur einen kleinen Teil der gesamten Blockchain-Aktivität ausmachen.

Illegale Transaktionen machten weniger als 1% des gesamten Krypto-Transaktionsvolumens aus.

Die FATF bezog sich auf diese Erkenntnisse, um zu verdeutlichen, dass zwar illegale Aktivitäten existieren, diese im Vergleich zum gesamten Volumen digitaler Vermögenswerttransaktionen jedoch begrenzt bleiben.