Dow-Jones-Futures im Minus: Öl steigt wegen Nahost-Spannungen

Dow-Jones-Futures im Minus: Öl steigt wegen Nahost-Spannungen
Ananthu C U
05. März 2026, 13:02 PM
  • Dow-Jones-Futures schwächer, da Ölpreise wegen Nahost-Spannungen steigen.
  • Broadcom-Ausblick stärkt Tech-Stimmung trotz geopolitischer Risiken.
  • Ölpreis-Anstieg könnte Fed-Zinssenkungen verzögern, da Inflationssorgen zunehmen.

Die Futures auf US-Aktienindizes lagen am Donnerstag uneinheitlich, da Anleger steigende Ölpreise und den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten beobachteten — Entwicklungen, die den Weg der Federal Reserve zu Zinssenkungen erschweren könnten.

Futures auf den S&P 500 stiegen um etwa 0.01%, während die Nasdaq-100-Futures ebenfalls um 0.04% zulegten.

Futures auf den Dow Jones Industrial Average fielen um etwa 70 Punkte, bzw. rund 0.14%, da Händler nach starken Gewinnen in der vorherigen Sitzung eine Pause einlegten.

Die Märkte bleiben empfindlich gegenüber Energiepreisen und geopolitischen Entwicklungen, da der Konflikt mit Iran in den sechsten Tag eintrat.

Die Aussicht auf anhaltende Instabilität in der Region hat die Befürchtung geweckt, dass höhere Ölpreise die Inflation nach oben treiben und damit die Flexibilität der Federal Reserve in Bezug auf die Geldpolitik einschränken könnten.

Ölpreise steigen, da der Konflikt im Nahen Osten andauert

Die Energiemärkte spiegeln weiterhin die geopolitische Unsicherheit wider.

West Texas Intermediate-Futures stiegen um etwa 2.92% auf $76.84 pro Barrel, während Brent-Rohöl um rund 2.4% zulegte und nahe $83.35 pro Barrel gehandelt wurde.

Die Ölpreise waren Anfang der Woche stark angestiegen, stabilisierten sich dann jedoch etwas; Händler konzentrieren sich weiterhin auf Entwicklungen rund um die Straße von Hormus, eine strategisch wichtige Schifffahrtsroute, die für etwa 20% der weltweiten Öllieferungen verantwortlich ist.

Die Befürchtungen vor größeren Störungen entspannten sich etwas, nachdem Präsident Donald Trump sagte, die Vereinigten Staaten bereiteten sich darauf vor, Geleitschutz und Risiko­versicherungen für im Persischen Golf operierende Schiffe bereitzustellen.

Trotz der Maßnahmen bleibt die Unsicherheit hoch.

Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte in einer Lagebesprechung, die Vereinigten Staaten würden „entscheidend gewinnen“ im Konflikt mit Iran und wies darauf hin, dass zusätzliche Kräfte in der Region eintreffen.

Die Möglichkeit von Störungen im Schiffsverkehr belastet weiterhin die weltwirtschaftliche Perspektive.

Ein anhaltender Konflikt, der die Rohölpreise in Richtung $100 pro Barrel treiben würde, könnte Energie- und Transportkosten erhöhen und damit zusätzlichen Inflationsdruck verursachen, während Zölle und Handelsspannungen das wirtschaftliche Bild bereits verkomplizieren.

Laut Daten von LSEG erwarten Investoren nun, dass die Federal Reserve eine mögliche Zinssenkung um 25 Basispunkte bis September statt im Juli verschiebt.

Technologieausblick stützt Marktstimmung

Trotz geopolitischer Unsicherheit haben Technologiewerte diese Woche zur Unterstützung der breiteren Aktienmärkte beigetragen.

Broadcom prognostizierte, dass die Umsätze mit Chips für künstliche Intelligenz $100 billion im nächsten Jahr übersteigen könnten, was die Aktien des Unternehmens im vorbörslichen Handel um 6.5% steigen ließ und der Stimmung im Halbleitersektor Auftrieb gab.

Die Zugewinne folgten einer breiteren Erholung von Technologiewerten nach dem Ausverkauf im Februar.

Chiphersteller lagen im vorbörslichen Handel im Minus: Nvidia notierte um 0.3% schwächer und Advanced Micro Devices rutschte um etwa 0.9% ab.

Die Erholung der Technologiewerte hat den US-Märkten in den vergangenen Sitzungen geholfen, ihre europäischen und asiatischen Pendants zu übertreffen.

Marktsektoren reagieren auf Energie- und geopolitische Risiken

Die Sektorentwicklung spiegelte die Auswirkungen höherer Energiepreise und globaler Spannungen wider.

Reisewerte, die besonders empfindlich auf Treibstoffkosten reagieren, zeigten ein gemischtes Bild.

American Airlines fiel um 0.88%, während der Kreuzfahrtanbieter Carnival um 0.5% zulegte.

Energieunternehmen verzeichneten moderate Zugewinne; Cheniere Energy und Valero Energy notierten jeweils etwa 1% höher.

Verteidigungswerte legten ebenfalls im Zuge des anhaltenden Konflikts zu.

Die Aktien von RTX und Aerovironment stiegen um 0.4% bis 1.5%.

Gleichzeitig rückten sichere Häfen in den Fokus von Anlegern, die Schutz vor Volatilität suchen.

Die Preise für Edelmetalle stiegen leicht, was die Goldproduzenten Harmony Gold und Alamos Gold um etwa 1.2% bzw. 2.1% ansteigen ließ.

Marktteilnehmer erwarten nun neue Wirtschaftsdaten und Äußerungen von Entscheidungsträgern.

Äußerungen von Fed-Vizevorsitzender Michelle Bowman werden später am Tag erwartet, zusammen mit dem wöchentlichen Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe.

Die Aufmerksamkeit richtet sich dann auf den Nonfarm-Payrolls-Bericht am Freitag, der weitere Hinweise auf die Stärke des US-Arbeitsmarktes und die Zinsaussichten liefern könnte.