Dow-Futures sinken: Öl nahe $100, Iran-Konflikt schürt Inflationsängste

Dow-Futures sinken: Öl nahe $100, Iran-Konflikt schürt Inflationsängste
Ananthu C U
12. März 2026, 12:44 PM
  • Dow‑Futures fallen, da der Ölpreisanstieg an der Wall Street Inflationsängste schürt.
  • Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbietern geben nach, während Rohöl nahe $100 pro Barrel notiert.
  • Händler erwarten wegen des Ölpreisanstiegs nun nur noch eine Zinssenkung der Fed im Jahr 2026.

US-Aktienindex-Futures gaben am Donnerstag nach, da ein erneuter Anstieg der Ölpreise die Inflationssorgen verstärkte und Anleger zwang, ihre Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve neu zu bewerten.

Der Rückgang bei den Futures folgte auf Berichte über weitere Angriffe auf Öltanker im Nahen Osten, die Befürchtungen über eskalierende Lieferunterbrechungen und anhaltende geopolitische Instabilität in der Region aufkommen ließen.

Dow E‑mini-Futures lagen 316 Punkte bzw. 0,67 % im Minus, während S&P 500 E‑minis um 36,75 Punkte bzw. 0,54 % fielen. Nasdaq‑100 E‑minis gaben im frühen Handel ebenfalls um 121,75 Punkte bzw. 0,49 % nach.

Öl-Anstieg verunsichert Märkte und schürt Inflationsängste

Die Ölpreise kletterten deutlich, nachdem berichtet wurde, dass zwei Tanker in irakischen Gewässern in Brand gesetzt wurden, offenbar nach iranischen Angriffen.

Die Angriffe sind Teil einer breiteren Welle von Störungen, die sich gegen Öl‑ und Verkehrseinrichtungen im gesamten Nahen Osten richten.

Brent-Öl stieg zeitweise in Richtung $100 pro Barrel, während West Texas Intermediate‑Futures um 5 % zulegten, als die Märkte auf die Risiken von Lieferunterbrechungen reagierten.

Iran warnte, dass die Ölpreise noch weiter steigen und möglicherweise $200 pro Barrel erreichen könnten.

Der Preissprung bei Energie erfolgte trotz Maßnahmen der politischen Entscheidungsträger zur Stabilisierung der Märkte.

Die Vereinigten Staaten kündigten an, 172 Millionen Barrel Rohöl aus der Strategic Petroleum Reserve freizugeben, als Teil einer internationalen Aktion in Abstimmung mit der Internationalen Energieagentur.

Die IEA hatte zuvor zugestimmt, 400 Millionen Barrel Öl aus Notfallreserven freizugeben – die größte koordinierte Freigabe in ihrer Geschichte.

Dennoch bleiben die Märkte skeptisch, ob diese Maßnahmen Lieferunterbrechungen im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt ausgleichen können.

Fluggesellschaften und Reiseaktien unter Druck

Unternehmen, die empfindlich auf Energiepreise reagieren, gehörten im vorbörslichen Handel zu den größten Verlierern.

S&P‑500‑Fluggesellschaftsaktien steuern auf ihre größten Monatsverluste seit einem Jahr zu, da höhere Treibstoffkosten die Profitabilität bedrohen.

American Airlines fielen im vorbörslichen Handel um 1,8 %, während Southwest Airlines um 2,53 % einbrachen.

Kreuzfahrtbetreiber wie Norwegian Cruise Line gaben 1,8 % nach, Royal Caribbean verlor mehr als 2 %.

Energieunternehmen legten hingegen leicht zu, als die Ölpreise stiegen. Occidental Petroleum gewannen 1,8 % und EQT Corporation stieg im vorbörslichen Handel um 0,6 %.

Auch der Volatilitätsindikator von Wall Street zog an, da sich Anleger auf weitere Marktunruhen einstellten.

Der CBOE Volatility Index stieg auf 25,53.

Unterdessen fielen Futures, die mit dem zinsempfindlichen Russell‑Small‑Cap‑Index verbunden sind, um mehr als 1 %.

Erwartungen für Zinssenkungen und politische Risiken verschieben sich

Der Anstieg der Ölpreise erschwert die Annahme, dass die Federal Reserve bald mit Zinssenkungen beginnen könnte.

Goldman Sachs hat seine Prognose für die nächste Zinssenkung der Fed von Juni auf September verschoben.

Geldmarkt‑Futures deuten inzwischen darauf hin, dass Händler bis Dezember nur noch eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt erwarten, verglichen mit zwei zuvor eingepreisten Senkungen vor der Eskalation des Konflikts.

Anleger beobachten zudem eine Reihe weiterer Entwicklungen, die die Stimmung an den Märkten beeinflussen.

Washington kündigte neue Handelsuntersuchungen an, die sich gegen industrielle Überkapazitäten und Zwangsarbeit in 16 wichtigen Handelspartnern richten — ein Schritt, der als Versuch gewertet wird, den Zolldruck wieder aufzubauen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA einen zentralen Teil von Präsident Donald Trumps Zollprogramm gekippt hatte.

Gleichzeitig wächst die Aufmerksamkeit für die $2 trillion große Private‑Credit‑Branche, nachdem in den vergangenen Monaten mehrere Kreditprobleme aufgetreten sind.

Morgan Stanley schränkte Rücknahmen bei einem seiner Private‑Credit‑Fonds ein, während JPMorgan den Wert einiger Kredite an Private‑Credit‑Fonds herabsetzte.

Aktien von Blackstone fielen im vorbörslichen Handel um 1,1 %, während Blue Owl fast 3 % nachgaben.

Nicht alle Unternehmen gaben nach. Bumble schnellte um 25 % nach oben, nachdem der Betreiber der Dating‑App für das vierte Quartal einen Umsatz über den Analystenschätzungen gemeldet hatte.

Später am Tag richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und auf Kommentare der Vizevorsitzenden der Federal Reserve für Aufsicht, Michelle Bowman.

Die Märkte warten zudem auf die Veröffentlichung des Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Freitag, des von der Fed bevorzugten Inflationsmaßstabs.