US-Märkte eröffnen tiefer – Dow Jones fast 300 Punkte im Minus

US-Märkte eröffnen tiefer – Dow Jones fast 300 Punkte im Minus
Ananthu C U
19. März 2026, 14:50 PM
  • US-Aktien fallen, da der Ölpreissprung Inflations- und Zinssorgen schürt.
  • Fed-Vorsicht und heißere PPI-Daten trüben die Aussicht auf Zinssenkungen.
  • Tech- und Reiseaktien fallen; Rivian steigt nach Uber-Investment.

Die US-Marktindizes eröffneten am Donnerstag tiefer und verstärkten damit eine breite Risikoscheu an den globalen Märkten, da steigende Ölpreise und anhaltende Inflationssorgen das Vertrauen der Anleger belasteten.

Der Dow Jones Industrial Average fiel um etwa 0,65 % bzw. 298 Punkte, während S&P 500 und Nasdaq 100 um rund 0,81 % bzw. 1,13 % nachgaben.

Der Rückgang folgt auf einen heftigen Ausverkauf in der vorherigen Sitzung, in der der Dow auf ein neues Tief für 2026 sank und unter seinen 200-Tage-Durchschnitt schloss, einen wichtigen technischen Indikator für die Richtung des langfristigen Trends.

Ölpreissprung und geopolitische Spannungen verstärken Marktunsicherheit

Die jüngste Volatilitätswelle wurde weitgehend durch eskalierende Spannungen im Nahen Osten ausgelöst, die die Energiemärkte störten und die Inflationsängste wieder aufkommen ließen.

Brent-Öl stieg um bis zu 5 % auf rund $113–$115 pro Barrel, nachdem Iran als Vergeltung gegen Israel Energieanlagen in der Region ins Visier genommen hatte.

Die Angriffe folgten früheren Angriffen auf Irans South-Pars-Gasfeld und dehnten sich auf wichtige Flüssigerdgas-Infrastrukturen in Katar aus.

Die Straße von Hormus, ein kritischer Engpass für weltweite Öllieferungen, steht weiterhin im Mittelpunkt der Marktbedenken.

Anhaltende Störungen könnten erhöhte Energiepreise aufrechterhalten und so den allgemeinen Inflationsdruck verstärken.

Fed-Politik und Inflationsdaten trüben den Ausblick

Die vorsichtige Haltung der Federal Reserve hat den Ausblick für Aktien weiter verkompliziert.

Die Entscheidungsträger hielten die Zinsen am Mittwoch unverändert und bestätigten die Erwartung von nur einer Zinssenkung in diesem Jahr, wobei sie die erhöhte Unsicherheit anerkannten.

Fed-Chef Jerome Powell warnte vor steigenden kurzfristigen Inflationsrisiken im Zusammenhang mit höheren Energiepreisen und betonte, dass es zu früh sei, die vollständigen wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts zu beurteilen.

Heißere als erwartete Erzeugerpreisdaten haben diese Befürchtungen zusätzlich gestärkt.

Der Erzeugerpreisindex stieg stärker als prognostiziert, was darauf hindeutet, dass die Inflation bereits vor der geopolitischen Eskalation unter Druck stand.

Die Markterwartungen für geldpolitische Lockerungen haben sich entsprechend verschoben.

Mehrere Großbanken, darunter Morgan Stanley, Goldman Sachs und Barclays, haben ihre Prognosen für Zinssenkungen nach hinten verlegt; einige Händler rechnen nun mit einer Lockerung erst Mitte 2027.

Tech- und Reiseaktien geben nach trotz gemischter Unternehmensnachrichten

Aktien aus verschiedenen Sektoren spiegelten die vorsichtige Stimmung wider.

Halbleiteraktien, die in diesem Jahr stark gestiegen waren, gerieten trotz starker Gewinnsignale unter Druck.

Die Aktien von Micron Technology fielen im Handel um etwa 7,5 %, da Anleger höhere Kapitalausgabenpläne bewerteten.

Citi-Analysten führten die Bewegung auf „Gewinnmitnahmen“ zurück, nach einer starken Rally, die durch eine knappe Speicherlieferung getrieben wurde.

Andere Chiphersteller gaben ebenfalls nach: SanDisk verlor mehr als 5,5 %, Western Digital rutschte 3,4 % ab und Nvidia gab um 2,46 % nach.

Energiesensible Reiseaktien schwächten sich ebenfalls, wobei Fluggesellschaften wie Delta Air Lines und United Airlines mehr als 1 % verloren.

Gleichzeitig blieben einige Bereiche widerstandsfähig.

Die Rivian-Aktien sprangen um 8,4 %, nachdem Uber Pläne angekündigt hatte, bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar in den Elektrofahrzeughersteller zu investieren.

Unterdessen zeigten Vermögensverwalter und ausgewählte Konsumwerte gemischte Entwicklungen.