Warum die Tesla-Aktie am Donnerstag rund 2% fällt

Warum die Tesla-Aktie am Donnerstag rund 2% fällt
Utkarsh Roshan
19. März 2026, 16:27 PM
  • Tesla-Aktie fällt, da US-Regulierungsbehörde Untersuchung des FSD-Systems ausweitet.
  • Ölpreis-Anstieg und Spannungen mit Iran belasten breitere Aktienmärkte.
  • Auslieferungsprognosen bleiben gemischt trotz moderater Wachstumserwartungen.

Die Tesla-Aktie geriet am Donnerstag unter Druck, nachdem US-Sicherheitsbehörden die Prüfung der Fahrerassistenztechnologie des Unternehmens verschärft hatten.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte die Tesla-Aktie rund 2% tiefer bei $383.

Der Rückgang erfolgt, nachdem die National Highway Traffic Safety Administration mitgeteilt hatte, dass sie ihre Untersuchung des Full Self-Driving (Supervised)-Systems von Tesla in eine „engineering analysis“ vorantreibt, eine genauere Phase, die zu einem Rückruf oder anderen Durchsetzungsmaßnahmen führen könnte.

Breitere Märkte geraten durch Ölpreis-Anstieg unter Druck

US-Aktien bewegten sich ebenfalls tiefer vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen und stark steigender Ölpreise.

Der Dow Jones Industrial Average fiel um 344 Punkte, bzw. 0.7%, während der S&P 500 und der Nasdaq Composite um 0.5% bzw. 0.6% nachgaben.

Der S&P 500 fiel erstmals seit Ende Mai unter seinen 200-Tage-Durchschnitt.

Bei den Rohstoffen stieg Brent-Öl um 3% auf $111 pro Barrel, während West Texas Intermediate um 1% auf $97 pro Barrel zulegte.

Der Preissprung folgte auf die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten, darunter Angriffe auf Energieinfrastruktur in Katar und das South-Pars-Gasfeld im Iran.

US-Präsident Donald Trump warnte vor einer weiteren Eskalation, sollten zusätzliche Einrichtungen ins Visier genommen werden.

NHTSA äußert Sicherheitsbedenken

Die behördliche Untersuchung konzentriert sich auf Teslas Full Self-Driving-System, das Lenk- und Fahrfunktionen übernimmt, aber eine durchgehende Überwachung durch den Fahrer erfordert.

Laut NHTSA haben mehrere Unfälle – darunter ein tödlicher Vorfall – Bedenken gegenüber der Fähigkeit des Systems aufgeworfen, Fahrer bei Bedingungen mit eingeschränkter Sicht wie Nebel, Sonnenblendung und aufgewirbeltem Staub hinreichend zu warnen.

Die Untersuchung, die 2024 begonnen hat, tritt nun in eine fortgeschrittenere Phase ein, die typischerweise möglichen behördlichen Maßnahmen vorausgeht.

Die Prüfung schafft eine zusätzliche Unsicherheitsebene für Tesla, während das Unternehmen die Einführung fortschrittlicherer autonomer Technologien vorbereitet.

Das Timing der Untersuchung ist bemerkenswert: Sie fällt nur wenige Wochen vor dem erwarteten Produktionsbeginn des vollständig autonomen Robotaxis namens Cybercab.

Das Fahrzeug ist ohne traditionelle Bedienelemente wie Lenkrad oder Pedale konzipiert und soll vollständig mit Teslas Full Self-Driving-System betrieben werden.

Tesla hat das autonome Fahren als zentralen Bestandteil seiner Umstellung von einem Hersteller von Elektrofahrzeugen hin zu einem breiter aufgestellten Unternehmen für künstliche Intelligenz und Robotik positioniert.

Eine verstärkte behördliche Prüfung könnte das Tempo und den Umfang dieses Wandels beeinflussen.

Auslieferungsprognose uneinheitlich

Unterdessen aktualisiert die Wall Street ihre Erwartungen an Teslas kurzfristige Performance.

UBS-Analyst Joseph Spak erwartet, dass Tesla im ersten Quartal rund 345,000 Fahrzeuge ausliefern wird, was einem Anstieg von 2% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.

Die Schätzung liegt jedoch unter den allgemeinen Erwartungen der Wall Street von etwa 380,000 Auslieferungen, die bereits von rund 400,000 Ende 2025 nach unten korrigiert worden waren.

Der Ausblick für Teslas Auslieferungen spiegelt ein weltweit anspruchsvolleres Umfeld für die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wider.

In den USA hat das Auslaufen einer Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge in Höhe von $7,500 die Verbrauchernachfrage belastet, während in China – dem weltweit größten Markt für Elektrofahrzeuge – die Verbreitung ein reiferes Stadium erreicht hat, wobei elektrifizierte Fahrzeuge mehr als die Hälfte der Neuwagenverkäufe ausmachen.

Trotz dieser Gegenwinde verzeichnet Tesla weiterhin moderates Wachstum, wobei der Anlegerfokus jedoch klar auf den längerfristigen KI- und Ambitionen im Bereich des autonomen Fahrens liegt.