Morgenbrief: Iran weitet Krieg aus, Öl steigt, UK beruft Krisengespräche

Morgenbrief: Iran weitet Krieg aus, Öl steigt, UK beruft Krisengespräche
Devesh Kumar
23. März 2026, 08:28 AM
  • Iran weitet Drohungen über militärische Ziele hinaus aus, während der Krieg sich verschärft.
  • Öl schwankt nahe $113, da die Hormus‑Krise Lieferrisiken schürt.
  • UK führt Notfallgespräche zu Energie- und Inflationsrisiken.

Eine vierte Kriegswoche zwischen Iran, Israel und den USA wirkt weit über das Schlachtfeld hinaus.

Nachdem die Ölmärkte erschüttert wurden, weitet der Krieg nun die Bedrohungen für kritische Infrastruktur aus und zwingt Regierungen dazu, sich auf neue wirtschaftliche Belastungen vorzubereiten.

Die britische Führung beruft Notgespräche ein, während Händler sich auf Liefer­schocks vorbereiten, und Benzinladungen werden nach Asien umgeleitet.

Investoren beobachten genau Präsident Donald Trumps Frist zur Wiederöffnung der Straße von Hormus auf Anzeichen, dass sich die Krise verschärfen könnte.

Iran erweitert Ziele über militärische Einrichtungen hinaus

Der Krieg Irans mit Israel und den USA ging am Montag in die vierte Woche, wobei Teheran seine Drohungen über militärische Ziele hinaus ausweitet.

Der Sprecher des iranischen Parlaments warnte, dass potenzielle Ziele Finanzinstitute umfassen könnten, die mit US-Staatsanleihen verbunden sind.

Präsident Donald Trumps Frist an den Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus läuft am Montagabend in Washington ab.

Die Kämpfe intensivierten sich am Wochenende, als in ganz Israel Raketenalarme ertönten und israelische Streitkräfte neue Angriffe in Teheran meldeten.

Iran setzte zudem Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel und Golfstaaten mit US-Truppen fort, während Saudi-Arabien mitteilte, ballistische Raketen seien auf die Region Riad gerichtet gewesen.

Ölvolatilität steigt wegen Iran‑Bedrohung

Die Ölpreise schwankten am Montag stark, als Händler Präsident Donald Trumps Ultimatum an den Iran abwogen: die Straße von Hormus zu öffnen oder Angriffe auf wichtige Energieinfrastruktur zu riskieren.

Brent-Rohöl notierte zuletzt leicht im Plus bei etwa $112.77 je Barrel, während US-West Texas Intermediate nach einer volatilen Sitzung auf rund $98.51 kletterte.

Die Märkte bleiben nervös, weil die Straße, die normalerweise etwa 20% der weltweiten Öllieferungen transportiert, weitgehend für die kommerzielle Schifffahrt gesperrt ist.

Iran hat gewarnt, dass Energie- und Wasseranlagen am Golf zu Zielen werden könnten, falls sein Stromnetz getroffen wird.

Goldman Sachs hob auch seine kurzfristigen Ölprognosen an, was die Befürchtungen eines anhaltenden Angebotschocks unterstreicht.

UK führt Notfall-Krisengespräche

Der britische Premierminister Keir Starmer wird am Montag eine Notfall-COBRA-Sitzung leiten, da der Iran-Krieg droht, sich stärker auf die britische Wirtschaft auszuwirken.

Finanzministerin Rachel Reeves und der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, werden ebenfalls an der Sitzung teilnehmen.

Die Regierung erklärte, die Diskussion werde sich auf die Auswirkungen der Krise auf Haushalte und Unternehmen, Energiesicherheit, Lieferketten und die breitere internationale Reaktion konzentrieren.

Beamte sind zunehmend besorgt, weil Großbritannien stark auf importiertes Erdgas angewiesen ist.

Die Inflation ist bereits hoch und die öffentlichen Finanzen stehen weiterhin unter Druck.

Ökonomen warnen, der jüngste Energieschock könne die Inflation später in diesem Jahr wieder in Richtung 5% treiben und die Hoffnungen auf niedrigere Zinsen erschweren.

Benzinlieferungen verlagern sich nach Asien

Europäische Benzinladungen werden zunehmend nach Asien umgeleitet, da der Iran-Krieg die Kraftstoffmärkte verknappt und die Befürchtungen neuer Versorgungsunterbrechungen in der Region verstärkt.

Händler jagen in Asien höheren Prämien hinterher, wo Käufer darum kämpfen, Ersatzlieferungen zu sichern, da die Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus weiterhin unter Druck stehen.

Die Verlagerung zeigt, dass der Konflikt nicht mehr nur die Ölpreise bewegt, sondern auch die Handelsrouten für raffinierte Kraftstoffe neu gestaltet und die Preisunterschiede zwischen Regionen vergrößert.

Asiens Abhängigkeit von Energie aus dem Nahen Osten macht die Region besonders verwundbar und veranlasst Importeure, mehr für Benzin und andere Kraftstoffe zu zahlen.