BofA: Diese 2 Neocloud-Aktien könnten AI-Compute dominieren

BofA: Diese 2 Neocloud-Aktien könnten AI-Compute dominieren
Devesh Kumar
26. März 2026, 13:35 PM
  • BofA zufolge entwickeln sich Neoclouds zu einem eigenständigen Anlagethema im Bereich KI-Infrastruktur.
  • Hoher Kapitalbedarf und eine Kundenkonzentration bleiben zentrale Risiken.
  • Die KI-Nachfrage verlagert den Fokus von Chips hin zu Stromversorgung und Rechenzentren.

Der Bereich der künstlichen Intelligenz sorgt seit zwei Jahren für Aufsehen an der Wall Street.

Bei stark steigenden Bewertungen scheinen Chiphersteller wie Nvidia sowie Hyperscaler wie Microsoft, Amazon und Alphabet den Sektor zu dominieren.

Jetzt setzt die Bank of America konkreter darauf, dass eine neue Klasse von Cloudanbietern, die auf KI-Workloads ausgerichtet ist, als eigenständiges, großes Marktsegment entstehen könnte.

Das Unternehmen ist bei Nebius und CoreWeave positiv eingestimmt und argumentiert, dass beide gut positioniert sind, um vom Wettlauf um GPU-lastige Rechenkapazitäten zu profitieren.

Warum Neoclouds plötzlich im Fokus stehen

Die Grundidee ist einfach. Neoclouds versuchen nicht, Allzweck-Cloud-Giganten im Stil von Amazon Web Services oder Microsoft Azure zu sein.

Stattdessen bauen sie speziell für KI ausgelegte Infrastruktur auf.

Dazu gehören GPU-dichte Rechenzentren, für Modelltraining und Inferenz optimierte Software und schnell bereitstellbare Kapazitäten.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die KI-Nachfrage nicht nur die Chipversorgung belastet, sondern auch eine Reihe anderer Faktoren wie Strom, Flächen und die Geschwindigkeit, mit der Rechenzentren gebaut werden können.

Mit anderen Worten: Der KI-Ausbau dreht sich nicht mehr allein darum, wer die Chips herstellt, sondern darum, wer die zugrundeliegende Infrastruktur am effizientesten liefern kann.

Warum BofA auf Nebius und CoreWeave setzt

Nebius ist die auffälligere Momentum-Geschichte.

Das Unternehmen meldete im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von $227.7 Millionen, blieb jedoch während einer intensiven Ausbauphase verlustreich.

In diesem Monat kündigte Nvidia an, $2 Milliarden in Nebius zu investieren und dafür eine Beteiligung von 8.3% zu erhalten.

Nebius erhielt zudem in Independence, Missouri, die Genehmigung, mit seiner ersten auf Gigawatt-Skala ausgelegten KI-Fabrik voranzugehen, mit einer potenziellen Kapazität von bis zu 1.2 Gigawatt.

Außerdem vereinbarte Meta, bis 2027 AI-Rechenkapazität im Wert von $12 Milliarden von Nebius zu kaufen.

Der Vertrag beinhaltet zusätzlich geplante Kapazitäten im Umfang von $15 Milliarden, die über fünf Jahre verfügbar werden könnten, wodurch der Gesamtwert auf bis zu $27 Milliarden ansteigen würde.

Dies folgte auf den zuvor offengelegten Infrastrukturvertrag von Nebius mit Microsoft aus dem September 2025 über $17.4 Milliarden und fünf Jahre Laufzeit.

Die massiven Verträge erklären, warum die Wall Street aufmerksam geworden ist.

Bei CoreWeave handelt es sich um einen etablierteren US-Neocloud-Anbieter mit größerer Dimension.

Das Unternehmen meldete im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von $1.572 Milliarden, ein Anstieg von 110% gegenüber dem Vorjahr.

Die positive Einschätzung von BofA stützt sich auf das übergeordnete Thema: starke Nachfrage nach KI-Rechenleistung, für KI-Workloads optimierte Software und enge strategische Verbindungen zu Konzernen wie Nvidia und OpenAI.

Das bullische Szenario ist real, aber die Risiken bestehen ebenfalls

Beide Unternehmen versuchen, in einen riesigen Markt hineinzuwachsen, tun dies jedoch mit enormem Kapitalbedarf.

CoreWeave erwartet für 2026 Investitionsausgaben (Capex) in Höhe von $30 Milliarden bis $35 Milliarden, deutlich mehr als $14.9 Milliarden im Jahr 2025.

Der Capex-Plan ergibt sich, da das Unternehmen plant, mehr Nvidia-Chips zu kaufen, neue Rechenzentren zu bauen und Strom zu sichern.

Nebius steht vor einer ähnlichen Balance: Das Unternehmen schloss eine Wandelanleiheemission über $4.34 Milliarden ab und plant, etwa 60% seiner Wachstumsausgaben über Kundenanzahlungen zu finanzieren.

Investoren müssen verstehen, dass BofAs bullische Einschätzung nicht einfach ein neues Vertrauensvotum ist; vielmehr zeichnen Neoclouds sich zunehmend als eigenständige Möglichkeit ab, beim KI-Ausbau jenseits der Chips zu profitieren.