Morgen-Überblick: Iran-Spannungen steigen, Öl erholt sich, Trump–Xi-Gipfel

Morgen-Überblick: Iran-Spannungen steigen, Öl erholt sich, Trump–Xi-Gipfel
Devesh Kumar
26. März 2026, 07:55 AM
  • Iran lehnt US-Waffenstillstand ab, prüft Vorschlag zur Kontrolle der Straße von Hormus.
  • Öl erholt sich, da Händler die Deeskalation im Nahen Osten neu bewerten.
  • Trump–Xi-Gipfel im Mai fügt der globalen Perspektive eine weitere Dimension hinzu.

Die Märkte balancieren auf einem Drahtseil, während geopolitische Spannungen auf fragile Diplomatie treffen.

Irans Ablehnung eines von den USA unterstützten Waffenstillstands und sein Bestreben, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu erlangen, haben neue Unsicherheit in die globalen Energiemärkte gebracht.

Die Ölpreise erholen sich, die asiatischen Aktienmärkte zeigen gemischte Signale, und Anleger beobachten die nächsten Schritte beider Seiten genau.

Da zudem ein Trump–Xi-Gipfel bevorsteht, könnten die kommenden Wochen sowohl für die Märkte als auch für die Geopolitik wegweisend sein.

Iran lehnt US-Waffenstillstandsforderung ab

Iran hat einen von den USA unterstützten Waffenstillstandsvorschlag abgelehnt und erwägt stattdessen ein Gegenangebot, das Teheran die Kontrolle über die Straße von Hormus geben würde.

Die Wasserstraße ist für den weltweiten Öltransport von entscheidender Bedeutung, weshalb die Forderung nach Souveränität für Washington heikel ist.

Präsident Donald Trump sagte Anfang der Woche, die Vereinigten Staaten und Iran führten Verhandlungen, und deutete an, die Kontrolle über die Straße könnte möglicherweise geteilt werden.

Iran bestritt, dass direkte Gespräche mit Washington stattfinden.

Die Entwicklung verdeutlichte die Kluft zwischen den öffentlichen Positionen der beiden Seiten.

Der Austausch signalisiert dennoch, dass die Diplomatie äußerst fragil bleibt, obwohl beide Seiten Vorschläge zur Beendigung des Konflikts in den Raum stellen.

Trump–Xi-Treffen im Mai

Präsident Donald Trump wird am 14. und 15. Mai für einen lang erwarteten Gipfel zu chinesischem Präsidenten Xi Jinping nach Peking reisen.

Das Treffen wurde um etwa sechs Wochen von seinem ursprünglichen Termin Ende März oder Anfang April verschoben, nachdem die Administration die Reise angesichts des Kriegs im Iran verzögert hatte.

Pressesprecherin Karoline Leavitt sagte, Xi habe das Ersuchen um Verschiebung verstanden, während Trump den Besuch später auf Truth Social als „historische“ Reise und potenziell „monumentales“ Ereignis bezeichnete.​​

Der Gipfel zeichnet sich als entscheidender Moment in den US‑China-Beziehungen ab, nachdem jüngste Handelsgespräche in Paris darauf abzielten, den Weg für das Treffen der beiden Staatschefs später in diesem Frühjahr in China zu ebnen.

Asiatische Märkte bleiben am Donnerstag uneinheitlich

Märkte im asiatisch-pazifischen Raum notierten am Donnerstag uneinheitlich, während Anleger die neue Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt abwogen.

Die vorsichtige Stimmung entstand, nachdem Teheran signalisiert hatte, keine Absicht habe, direkte Gespräche mit den Vereinigten Staaten zu führen.

Japan setzte früh den helleren Ton mit einem Plus beim Nikkei 225 von 0,28% und einem Anstieg des Topix um 0,43%.

Der australische S&P/ASX 200 zeigte sich kaum verändert.

Südkorea hinkte hinterher: Der Kospi verlor 1,55%, der Kosdaq bewegte sich kaum, während Hongkongs Hang Seng auf einen schwächeren Auftakt bei 25.268 gegenüber dem vorherigen Schluss von 25.335,95 hindeutete.

Die Energiepreise blieben stabil, nachdem die Wall Street über Nacht höher geschlossen hatte, was dazu beitrug, dass die breitere Risikostimmung nicht weiter eintrübte.

Ölpreise erholen sich

Die Ölpreise stiegen am frühen Donnerstag und holten einen Teil der Verluste der vorangegangenen Sitzung zurück, da Händler neu einschätzten, ob sich der Nahe Osten tatsächlich in Richtung Deeskalation bewegt.

Die Entwicklung erfolgte, nachdem Iran erklärte, einen US-Vorschlag zur Beendigung des Kriegs geprüft, aber nicht angenommen zu haben.

West Texas Intermediate sprang kurzzeitig um mehr als $1 auf $91,42 je Barrel und lag zuletzt um 93 Cent beziehungsweise rund 1% bei $91,25, nachdem es am Mittwoch um 2,2% gefallen war.​

Der Markt steckt nun zwischen zwei konkurrierenden Signalen: vorsichtigen diplomatischen Kontakten über Pakistan und harter öffentlicher Rhetorik beider Seiten.

Dazu gehören neue Warnungen der Trump-Administration und offene Verachtung iranischer Funktionäre gegenüber direkten Gesprächen.​

Diese Mischung hielt Händler auf das Versorgungsrisiko im Golfgebiet fokussiert, wo jeder Rückschlag in der Diplomatie Rohöl schnell wieder nach oben treiben könnte.