Warum Raymond James die Disney-Aktie für unterbewertet hält

Warum Raymond James die Disney-Aktie für unterbewertet hält
Ananthu C U
01. Apr. 2026, 14:59 PM
  • Raymond James hält die Disney-Aktie selbst in Worst-Case-Szenarien für günstig bewertet.
  • Analysten sagen, Disney werde wie ein Kreuzfahrtunternehmen und nicht wie ein Medienkonzern gehandelt.
  • Eine Neubewertung hängt vom Streaming-Wachstum und stärkeren Kinoerfolgen ab.

Die Aktien von Walt Disney stiegen am Mittwoch im vorbörslichen Handel leicht, da Analysten gegenüber dem Medien- und Entertainment-Giganten konstruktiver wurden und argumentierten, dass seine derzeitige Bewertung trotz anhaltender makroökonomischer und operativer Herausforderungen einen attraktiven Einstiegspunkt biete.

Raymond James hat Disney nach einer Reihe von Stresstests zur finanziellen Perspektive des Unternehmens von "Market Perform" auf "Outperform" hochgestuft und ein Kursziel von $115 vergeben.

Selbst unter pessimistischen Szenarien bewertete die Firma die Aktie als historisch günstig.

Analysten sehen Wert trotz makroökonomischer Gegenwinde

Die Analysten von Raymond James stellten fest, dass Disney in einem volatilen makroökonomischen Umfeld agiert und mit schwächeren internationalen Besucherzahlen konfrontiert ist.

Sie glauben jedoch, dass diese Belastungen bereits im Aktienkurs eingepreist sind.

Die Analysten schlossen, dass Anleger derzeit die Möglichkeit haben, „bei einer sehr attraktiven Bewertung“ einzusteigen. Sie erwarten außerdem Rückenwind, der das Gewinnwachstum in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 unterstützen dürfte.

Der Führungswechsel ist ein weiterer Brennpunkt. „Wir sind gespannt, was Josh D'Amaro als neuer CEO einbringen wird“, fügten die Analysten hinzu und betonten, dass sie durch D'Amaros Enthusiasmus für Technologie und interaktive Unterhaltung ermutigt seien.

Bewertungsdifferenz wirft Fragen zur Marktpositionierung auf

Needham-Analystin Laura Martin bestätigte die Auffassung, dass die Bewertung von Disney die Stärken des Kerngeschäfts nicht vollständig widerspiegelt.

In einer Research-Notiz argumentierte sie, die Aktie werde eher wie ein Reise- und Freizeitunternehmen als wie ein Medienunternehmen bewertet.

„Die Disney-Aktie wird wie ein Kreuzfahrtunternehmen, nicht wie ein Medienunternehmen gehandelt“, schrieb Martin.

Derzeit notiert Disney bei dem 13,7-fachen der erwarteten Gewinne, deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 27,4.

Zum Vergleich: Kreuzfahrtanbieter wie Carnival, Royal Caribbean Group und Norwegian Cruise Line Holdings werden mit 10,5-, 14,4- bzw. 7,6-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt.

Netflix hingegen notiert mit einem deutlich höheren 28,5-fachen der erwarteten Gewinne.

Martin sieht in dieser Bewertungsdiskrepanz eine erhebliche Chance. „Ein wesentlicher potenzieller Katalysator im FY26 [Geschäftsjahr 2026] wäre, wenn DIS Wall Street davon überzeugen könnte, dass DIS weiterhin ein Medienunternehmen ist, was sein Multiple und den Aktienkurs verdoppeln könnte“, sagte sie.

Sie stuft die Aktie mit 'Buy' ein und setzt ein Kursziel von $125.

Weg zur Neubewertung hängt von der Umsetzung im Medienbereich ab

Der Fokus der Investoren richtet sich nun darauf, ob Disney sich wieder an seinen Medienkollegen ausrichten kann.

Es bestehen weiterhin Bedenken bezüglich Josh D'Amaros Werdegang in den Bereichen Themenparks und Kreuzfahrtgeschäft, insbesondere da das Unternehmen sich in einem sich rasch wandelnden Medienumfeld behaupten muss.

Die Herausforderungen sind beträchtlich. Der Wettbewerb im Streaming-Bereich wird intensiver, die Einschaltquoten im linearen Fernsehen gehen weiter zurück, und Disney hat Schwierigkeiten, für neue Filmstarts Begeisterung zu erzeugen.

Martin skizzierte mehrere Maßnahmen, die die Anlegerwahrnehmung verändern könnten. Dazu zählen die Verbesserung der Streaming-Margen, das Einführen gebündelter Angebote zur Verringerung der Abwanderung von Abonnenten sowie das Liefern weiterer Kinoerfolge, um die Nutzung der Streaming-Plattformen zu steigern.

„Als DIS noch als Medienunternehmen galt, wurde es mit >20x Gewinn gehandelt (ähnlich dem heutigen Durchschnitt des S&P 500). Diese Multiple-Lücke zu schließen ist ein zentraler Aufwärtswerttreiber“, sagte Martin.

Die Disney-Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,16 % auf $97,50 zu, liegt jedoch seit Jahresbeginn weiterhin 13 % im Minus.