Britische Bauunternehmen unter Druck: PMI zeigt beispiellose Kosteninflation

  • Britische Baukosten stiegen im schnellsten monatlichen Tempo seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Iran-Konflikt und Lieferstörungen beeinträchtigen Aufträge und Unternehmensvertrauen.
  • Sektor bleibt trotz leichtem PMI-Anstieg in der Kontraktion.

Britische Bauunternehmen verzeichneten im März einen beispiellosen Anstieg der Kosteninflation und damit den stärksten Anstieg gegenüber dem Vormonat seit Beginn der Aufzeichnungen 1997, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage ergab.

Daten von S&P Global zeigten, dass der UK Construction Purchasing Managers' Index (PMI)-Indikator für Inputkosteninflation im März auf 70,5 gestiegen ist, von 59,5 im Februar.

Dies stellt zudem den höchsten seit November 2022 gemessenen Wert dar.

Der Anstieg unterstreicht sich verschärfende Kostenbelastungen im gesamten Sektor und erhöht die bestehenden wirtschaftlichen Sorgen.

Der Anstieg folgt ähnlichen Trends in anderen Branchen, wobei britische Hersteller erst letzte Woche den stärksten monatlichen Anstieg der Kostenbelastungen seit Oktober 1992 meldeten.

Schwache Nachfrage und rückläufige Neugeschäftszahlen

Der Sektor verzeichnete zudem einen deutlichen Nachfragerückgang. Die Neugeschäftszahlen fielen im schnellsten Tempo seit November des Vorjahres und spiegeln eine Abschwächung der Geschäftstätigkeit wider.

Zugleich haben sich frühere Anzeichen für Optimismus hinsichtlich der künftigen Produktion bei Bauunternehmen abgeschwächt, was auf eine vorsichtigere Erwartung hinweist.

Der von S&P Global ermittelte Gesamt-PMI für das Baugewerbe blieb zum 15. Monat in Folge unter der kritischen Schwelle von 50,0, die Wachstum von Schrumpfung trennt.

Der Index stieg jedoch leicht auf 45,6 im März von 44,5 im Februar, was eher eine marginale Abschwächung des Kontraktions Tempos als eine echte Erholung andeutet.

Jüngste amtliche Zahlen zeichneten ein etwas gemischtes Bild der Sektorleistung.

Die Bauleistung stieg im Januar um 0,2%, nach einem Rückgang von 2% im Schlussquartal 2025.

Während der modest Anstieg auf eine gewisse Stabilisierung hinweist, reichte er nicht aus, um die breitere Nachfrageschwäche und den steigenden Kostendruck auszugleichen.

Lieferkettenstörungen und wirtschaftlicher Druck

Nach Angaben von Tim Moore, Economics Director bei S&P Global Market Intelligence, zeigten bestimmte Segmente wie Infrastruktur, insbesondere energiebezogene Projekte, Anzeichen einer Verbesserung.

Er stellte jedoch fest, dass der kurzfristige Ausblick für den Sektor insgesamt weiterhin herausfordernd sei.

Unternehmen sorgen sich zunehmend über steigende Inflation, schwache wirtschaftliche Aussichten und höhere Kreditkosten.

Darüber hinaus verschlechterten sich die Bedingungen in den Lieferketten erstmals seit Mitte 2025.

Dies wurde hauptsächlich auf Lieferverzögerungen zurückgeführt, die mit Störungen in der Straße von Hormus verbunden sind und Materiallieferungen verzögerten sowie die operative Unsicherheit erhöhten.

Auswirkungen des Iran-Konflikts

Der anhaltende Konflikt mit Iran hat die Schwierigkeiten für den Bausektor weiter verschärft und sowohl Vertrauen als auch Nachfrage beeinträchtigt.

Die Auswirkungen beschränken sich dabei nicht nur auf das Baugewerbe.

Der All-Sector-PMI, der Daten aus Produktion und Dienstleistungen zusammenfasst, fiel im März deutlich auf 49,9 von 52,9 im Februar.

Dies ist sein niedrigster Stand seit September und signalisiert eine breitere Abschwächung der Geschäftstätigkeit in der britischen Volkswirtschaft.

Zusammen deuten diese Indikatoren auf einen Sektor hin, der anhaltend unter Druck steht, wobei Kosteninflation, geopolitische Spannungen und eine schwächere Nachfrage weiterhin stark auf Bauunternehmen lasten.