Britisches Pfund stärkt sich nach US-Iran-Friedensdurchbruch

Britisches Pfund stärkt sich nach US-Iran-Friedensdurchbruch
Rivanshi Rakhrai
08. Apr. 2026, 13:51 PM
  • Pfund steigt nach Ankündigung des Waffenstillstands auf Dreiwochenhoch.
  • Ölpreise fallen stark und lindern weltweit Inflationssorgen.
  • Märkte reduzieren ihre Erwartungen an Zinserhöhungen der Bank of England.

Das Pfund stieg am Freitag, nachdem die USA und der Iran sich auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt hatten.

Der Waffenstillstand löste Optimismus an den Finanzmärkten aus, insbesondere als die Ölpreise stark fielen, wodurch die Befürchtungen hinsichtlich des Inflationsdrucks nachließen.

Das Pfund stieg am Tag um 1% auf $1.342 und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 23. März.

Die Währung liegt damit nur noch 0.4% unter dem Niveau vor Ausbruch des Konflikts Ende Februar, was eine rasche Erholung des Anlegervertrauens widerspiegelt.

Ölpreise sinken, Sorgen um Handelsrouten lassen nach

Der Waffenstillstand wirkte sich unmittelbar auf die Energiemärkte aus: Brent-Rohöl-Futures fielen im frühen Handel zeitweise um bis zu 16%.

Anleger begrüßten die Aussicht auf eine anhaltende Waffenruhe, die eine Wiederaufnahme des Seeverkehrs durch die Straße von Hormus ermöglichen könnte – eine für den Welthandel wichtige Route, die der Iran seit Beginn des Konflikts faktisch blockiert hatte.

Der starke Ölpreisrückgang trug zur Verbesserung der Marktstimmung bei, da niedrigere Energiekosten typischerweise mit reduziertem Inflationsdruck einhergehen.

Dies beeinflusste die Erwartungen an künftige geldpolitische Entscheidungen der großen Zentralbanken.

Die Geldmärkte zeigten nach der Ankündigung des Waffenstillstands eine spürbare Verschiebung der Zinserwartungen.

Händler reduzierten ihre Einsätze auf eine aggressive geldpolitische Straffung der großen Zentralbanken, darunter der Bank of England.

Vor dieser Entwicklung hatten die Märkte in diesem Jahr mindestens zwei Zinserhöhungen der Bank of England eingepreist.

Diese Anpassung unterstreicht, wie geopolitische Entwicklungen die geldpolitischen Aussichten schnell verändern können, vor allem wenn sie Schlüsselfaktoren wie Energiepreise und Inflation beeinflussen.

EUR/GBP-Dynamik zeigt unerwartete Stabilität

Gegenüber dem Euro verzeichnete das Pfund moderate Gewinne; der Euro fiel um 0.2% auf 87.12 Pence.

Diese Bewegung überraschte jedoch einige Analysten leicht.

Laut Chris Turner, Stratege bei ING, steht die relative Widerstandsfähigkeit des Euro im Kontrast zu den Erwartungen hinsichtlich einer Divergenz in der Zentralbankpolitik.

"Man hätte vielleicht gedacht, EUR/GBP könnte etwas höher notieren, wenn eine Straffung der Bank of England schneller aus den Preisen herausgerechnet würde als die der EZB. Dennoch notiert EUR/GBP weiterhin über 0.8700 und sollte bei Rücksetzern gute Unterstützung finden," sagte er.

Turners Äußerungen machen deutlich, dass sich die Erwartungen an die Bank of England zwar deutlich verschoben haben, die Märkte ihre Aussichten für die EZB jedoch nicht in gleichem Maße reduziert haben.

Diese Divergenz könnte dem Euro zusätzlich Unterstützung geboten haben.

Marktfokus bleibt auf Geldpolitik und Geopolitik

Insgesamt spiegelt die Rallye des Pfunds eine Kombination aus nachlassenden geopolitischen Spannungen und neu justierten Erwartungen an die Geldpolitik wider.

Während der Waffenstillstand kurzfristig Erleichterung verschafft hat, werden Anleger voraussichtlich in den kommenden Wochen weiterhin auf weitere Entwicklungen in der Geopolitik und auf Signale der Zentralbanken achten.