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Öl fällt unter $100, nachdem Iran bei der Straße von Hormus nachgibt

Öl fällt unter $100, nachdem Iran bei der Straße von Hormus nachgibt
Devesh Kumar
08. Apr. 2026, 05:28 AM
  • Öl fällt stark, nachdem Iran sich bereit erklärt hat, die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
  • Waffenstillstand löst Erholungsrally aus, bleibt aber vorläufig.
  • Märkte bleiben vorsichtig, da tiefere geopolitische Spannungen fortbestehen.

Die Ölpreise fielen am Mittwoch unter $100 pro Barrel, nachdem Iran einem vorläufigen zweiwöchigen Waffenstillstand zugestimmt und Schritte zur Wiederöffnung der Straße von Hormus eingeleitet hatte.

Die Entwicklung löste nach Tagen der Panik über einen möglichen lang anhaltenden Angebotschock eine ausgeprägte Erholungsrally an den globalen Märkten aus.

Brent-Rohöl, das während der Krise über $110 gestiegen war, fiel kräftig in den unteren bis mittleren $90-Bereich.

Zum Redaktionsschluss wurden die WTI-Futures für Mai 2026 ebenfalls um die Marke von $95 gehandelt.

Die Bewegung ist sowohl für Verbraucher als auch für politische Entscheidungsträger relevant, da Öl gerade zu einem neuen Inflationsrisiko geworden war, während viele Volkswirtschaften ohnehin mit langsamem Wachstum zu kämpfen hatten.

Ölpreise: Von der Panik zum Rücksetzer

Der Rücksetzer bei den Ölpreisen folgte auf mehrere Tage intensiver Spannungen, als US-Präsident Donald Trump Iran eine feste Frist bis Dienstag setzte und warnte, dass ein Nichteinhalten größere Militärschläge auslösen könnte.

Im Vorfeld verschärfte Trump seine Haltung zunehmend und drohte, kritische Infrastruktur, darunter Kraftwerke und Brücken, ins Visier zu nehmen, falls Teheran die Straße von Hormus nicht wieder öffnen würde.

Iran war der Erste, der nachgab, und beide Länder einigten sich auf einen bedingten zweiwöchigen Waffenstillstand, verbunden mit der sofortigen Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Iran signalisierte, während des vorläufigen Waffenstillstands eine sichere Durchfahrt durch die Wasserstraße zuzulassen, wodurch die Befürchtungen einer länger andauernden Unterbrechung der Energieflüsse aus dem Golfraum nachließen.

Das bedeutete jedoch nicht, dass das Vertrauen wiederhergestellt wäre.

Vielmehr rechneten Händler einen Teil der extremen Kriegsrisikoprämie heraus, die sich aufgebaut hatte, als Rohöl über $110 stieg; zeitweise wurden physische Lieferungen nahe $150 gehandelt.

Die Straße von Hormus ist entscheidend, weil etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch diese enge Wasserstraße fließt.

Schon die Drohung einer Unterbrechung reicht aus, um Terminkontrakte in die Höhe zu treiben, die Schifffahrtskosten zu erhöhen und die Kraftstoffmärkte in Turbulenzen zu stürzen.

Unter $100 bedeutet nicht Rückkehr zur Normalität

Für Investoren, Unternehmen und Haushalte ist nicht der Rücksetzer der Ölpreise die zentrale Frage, sondern wann die Lage wieder normal wird.

Öl unter $100 klingt nach Rückkehr zur Normalität, ist aber besser als ein Ausatmen des Marktes zu verstehen.

Der Waffenstillstand ist vorläufig und gilt nur für zwei Wochen; weitergehende Verhandlungen bleiben unsicher.

Berichten zufolge sollen die Verhandlungen in Pakistan beginnen, doch tiefere Streitfragen über Sicherheitsgarantien, künftiges US-Handeln und breitere regionale Spannungen sind weiterhin ungelöst.

Während der jüngste Rückgang also den unmittelbaren Druck auf Inflation und Kraftstoffrechnungen verringern könnte, ist die geopolitische Risikoprämie nicht verschwunden.

Der Markt hat sich vom Abgrund zurückgezogen, ist aber nicht in Sicherheit. Vorerst setzen Rohölhändler darauf, dass das Schlimmste nur verschoben wurde.