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Warum fallen Ölpreise, obwohl das Iran-Risiko ungelöst bleibt?

Warum fallen Ölpreise, obwohl das Iran-Risiko ungelöst bleibt?
Devesh Kumar
27. Juli 2026, 06:18 AM

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Gold kaufen (XAU/USD)

XAU/USD kaufen. Der Artikel zeigt, dass Gold aufgrund einer Entspannung der US‑Iran-Spannungen sowie eines schwächeren Dollars und billigerem Öl gestiegen ist — beides reduziert den kurzfristigen Inflationsdruck und den Anreiz der Fed zu weiteren Leitzinsanhebungen. Gold wird derzeit stärker als ein Zins-/Inflationswert gehandelt, weshalb anhaltend niedrigere Rohölpreise ihm Raum geben, oberhalb von $4,100 zu halten.

Kernrisiko: Die Fed signalisiert eine erneute restriktivere Haltung im Zusammenhang mit energiegetriebener Inflation, oder Öl dreht wieder nach oben, treibt die Realrenditen in die Höhe und durchbricht die Unterstützung bei $4,100.

Silber kaufen (XAG/USD)

XAG/USD kaufen. Silber übertrifft (plus ~2.8%) parallel zu Gold und tendiert dazu, Bewegungen zu verstärken, wenn sich das Inflations-/Zinsumfeld verbessert. Bleibt Öl niedriger und der Dollar bis zur Fed-Entscheidung schwach, dürfte Silber weiter aufholen.

Kernrisiko: Eine scharfe Risk-off-Bewegung, die den Dollar stärkt und Renditen steigen lässt, oder eine Umkehr beim Öl, die Inflationsängste neu entfacht und Silbers Momentum zerstört.

  • Gold steigt über $4,100, da der Ölpreisrückgang Inflations- und Zinsängste abkühlt.
  • Die US‑Iran-Pause belastet den Dollar und erhöht die Nachfrage nach Edelmetallen.
  • Die Fed-Entscheidung und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September bleiben der nächste Prüfstein für Gold.

Gold kletterte am Montag über $4,100 je Unze, da eine Pause bei US-Iran-Angriffen Öl und den Dollar drückte und dem Edelmetall eine ungewöhnliche Unterstützung durch nachlassende geopolitische Spannungen gab, statt durch einen neuen Ansturm auf sichere Häfen.

Spot-Gold stieg um 1.4% auf $4,110.56 je Unze bis 0200 GMT, während die US-Gold-Futures um 1% auf $4,112.10 zulegten. Der Dollarindex fiel um 0.3% und machte das Edelmetall für Käufer mit anderen Währungen günstiger.

Ölrückgang verändert das Inflationsszenario

Der unmittelbare Auslöser war eine deutliche Kehrtwende beim Rohöl.

Brent und West Texas Intermediate fielen um etwa 5%, nachdem Washington seine Bombenkampagne ausgesetzt hatte und Teheran erklärte, es werde Angriffe so lange zurückhalten, wie die USA dies ebenfalls tun.

Niedrigere Ölpreise sind für Gold wichtig, weil sie das Risiko eines weiteren kurzfristigen Inflationsschocks mindern.

Gestiegene Energiekosten hatten die Erwartung verstärkt, dass die Federal Reserve die Zinsen erneut anheben könnte, wodurch die Opportunitätskosten für das Halten eines nicht verzinslichen Vermögenswerts steigen würden.

Analysten sagten, die Kombination aus billigerem Öl und einem schwächeren Dollar am Montag habe einen unterstützenderen Hintergrund für Edelmetall geschaffen.

Die Bewegung zeigte zudem, dass Gold derzeit ebenso stark vom Inflations- und Zinsausblick wie von der Nachfrage nach Schutz vor geopolitischen Risiken gehandelt wird.

Die Erleichterung bleibt fragil. Der Handelsschiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist weiterhin stark eingeschränkt, während Angriffe rund ums Rote Meer die Sorgen um alternative Schifffahrtsrouten lebendig halten.

Eine erneute Störung könnte den Ölpreisrückgang rasch umkehren und den Druck auf Anleiherenditen wiederbeleben.

Die Fed bleibt die härtere Prüfung

Die Federal Reserve beginnt am Dienstag eine zweitägige geldpolitische Sitzung; die Entscheidung steht am Mittwoch an.

Ökonomen und Investoren erwarten weitgehend, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt, doch die Debatte hat sich darauf verlagert, ob die nächste Erhöhung im September erfolgen könnte.

Die CME FedWatch-Konditionen signalisierten eine etwa 80%ige Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung bis zur Sitzung im September.

Das macht Gold anfällig für jedes Signal, dass die Entscheidungsträger weiterhin über energiegetriebene Inflation, Zölle oder anhaltenden Preisdruck besorgt sind.

Ein anhaltender Rückgang der Rohölpreise würde der Fed mehr Spielraum zum Abwarten geben.

Dennoch wird eine einzige Handelssitzung mit niedrigeren Ölpreisen die geldpolitische Debatte wahrscheinlich nicht entscheiden, zumal die Pause im Nahen Osten bedingt bleibt.

Rally bei Edelmetallen weitet sich aus

Die Rally breitete sich über die gesamte Palette aus: Silber stieg um 2.8% auf $59.81 je Unze. Platin legte 2.6% auf $1,629.15 zu, während Palladium um 2.1% auf $1,269.43 gewann.

Analysten bleiben für Gold auf längere Sicht konstruktiv, gestützt durch physische Nachfrage und anhaltendes Interesse am Portfolioschutz.

Der kurzfristige Kursverlauf ist weniger eindeutig.

Edelmetall könnte Schwierigkeiten haben, einen nachhaltigen Aufwärtstrend zu etablieren, sofern Öl nicht tiefer bleibt, der Dollar sich nicht weiter schwächt und die Fed ihre Botschaft zu Zinserhöhungen nicht verschärft.

Vorläufig hat Gold die Marke von $4,100 zurückerobert. Ob diese gehalten wird, hängt weniger von der Erholungsrally am Montag ab als davon, ob die Diplomatie die Energiepreise eingedämmt halten kann.