Warum Gold weiter fällt, obwohl sich die Spannungen im Nahen Osten verschärfen

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Gold fällt, weil die reale Nachfrage durch höhere Treasury-Renditen und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung im September (etwa 70%) stark belastet wird. Selbst das Risiko im Nahen Osten wirkt inflationsfördernd über den Ölpreis und stärkt damit das Argument für eine straffere Geldpolitik – die übliche „Safe‑Haven“-Nachfrage wird so überkompensiert. Trade: Short XAU/USD (oder Gold-Puts kaufen) mit Ziel, die Fortsetzung des wöchentlichen Abwärtstrends zu handeln, bis der CPI eine hawkish-Implikation bestätigt.
Kernrisiko: Der CPI fällt deutlich schwächer aus, was zu einem schnellen Rückgang der Renditen und des Dollars führt und eine Erleichterungsrally auslöst, die den Ausverkauf umkehrt.
Silber performt bereits schwächer (diese Woche >4% im Minus) und ist stärker empfindlich gegenüber Zinserwartungen und Sorgen über einen industriellen Abschwung. Bei Renditen nahe 5% und einem weiterhin hawkishen Fed‑Pfad sollte die Abwärtsdynamik bei Silber anhalten, selbst wenn sich Gold stabilisiert. Trade: Short XAG/USD (oder Silber‑Puts kaufen) für weitere wöchentliche Schwäche.
Kernrisiko: Ein breit angelegter Risk-off-Move kombiniert mit einem dovishen CPI sorgt für eine schnelle Erholung der Edelmetalle und presst Short‑Positionen zusammen.
- Gold stabilisiert sich nahe $4,338, während der US-CPI zur nächsten Probe für die Fed-Politik wird.
- Starker US-PPI treibt Renditen und Zinserwartungen nach oben und verlängert Golds Wochenverluste.
- ETF-Zuflüsse und Zentralbanknachfrage erhalten die längerfristige Unterstützung für Gold.
Die Goldpreise legten am Freitag leicht zu, blieben aber auf Kurs für den dritten Wochenverlust in Folge, während Anleger auf die US-Verbraucherpreisdaten warteten, die entscheiden könnten, ob die Federal Reserve nächste Woche die Zinsen anhebt.
Spot-Gold stieg in asiatischen Handelsstunden um 0,4% auf etwa $4,338 je Unze, nachdem es am Donnerstag stark gefallen war.
Das Edelmetall liegt diese Woche immer noch mehr als 2% im Minus, da höhere Renditen von Staatsanleihen und stärkere Erwartungen für weitere Zinsschritte die Nachfrage nach dem renditelosen Metall geschwächt haben.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe ist nahe 5% geklettert, während die Märkte jetzt ungefähr eine 70%ige Chance für eine Zinserhöhung im September sehen.
Starker PPI setzt Gold weiter unter Druck
Der Erzeugerpreisbericht vom Donnerstag verfestigte die Ansicht, dass die Inflation zu hartnäckig bleibt, als dass die Fed nachlassen könnte.
Der Produzentenpreisindex stieg im August um 0,4% und lag 5,4% über dem Vorjahresniveau, so das Bureau of Labor Statistics.
Die Güterpreise kletterten um 1,1%, angeführt von Energie, während die Kernproduzenteninflation auf Jahresbasis ebenfalls beschleunigte.
Das trieb die Renditen von Staatsanleihen nach oben und drückte den Goldpreis. Die zehnjährige Rendite stieg auf rund 4,97%, während die 30-jährige Rendite über 5,3% kletterte.
Samer Hasn von XS.com sagte, dass Gold durch höhere globale Anleiherenditen und einen Konflikt im Nahen Osten unter Druck gerät, der Ölpreise und Inflationserwartungen anhebt.
Die Komplikation besteht darin, dass geopolitische Spannungen, die normalerweise Gold stützen, derzeit aufgrund höherer Energiepreise das Argument für eine straffere Geldpolitik stärken.
CPI könnte entscheiden, ob sich der Ausverkauf fortsetzt
Der Verbraucherpreisbericht vom Freitag ist nun die unmittelbare Bewährungsprobe.
Von FactSet zusammengetragene Konsensschätzungen gehen davon aus, dass der headline CPI im Jahresvergleich um 3,3% steigt, während die Kerninflation bei 2,4% liegt. Die Märkte haben die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung im September bereits auf rund 70% angehoben.
Stephen Parker, Stratege bei JPMorgan Private Bank, sagte gegenüber Barron’s, dass der CPI die Märkte wahrscheinlich nur dann deutlich bewegen werde, wenn er signifikant von den Erwartungen abweiche.
Er beobachtet Anzeichen dafür, dass sich der Energieschock auf breitere Preiskomponenten ausweitet.
Ein höherer Wert könnte die Renditen und den Dollar erneut nach oben treiben und den wöchentlichen Rückgang von Gold verlängern. Ein schwächeres Ergebnis könnte durch Verringerung des Drangs für die Fed zu einer Erleichterungsrally führen.
Analysten bemerkten, dass Gold und Silber trotz des Renditesprungs bislang den unteren Bereich ihrer jüngsten Spannen gehalten haben.
Strukturelle Nachfrage sorgt weiterhin für einen Boden
Das kurzfristige Bild hat sich eingetrübt, doch die langfristige Nachfrage bleibt unterstützend.
Der World Gold Council teilte mit, dass global goldbesicherte ETFs im August $18 billion anzogen, der zweitgrößte monatliche Zufluss in der Aufzeichnung.
Die Bestände stiegen um 121 Tonnes auf einen Rekordstand von 4,189 Tonnes, während die verwalteten Vermögen $615 billion erreichten.
Auch die Zentralbanken blieben im Juli Netto-Käufer und fügten 23 Tonnes hinzu; China und Polen gehörten zu den größten Käufern.
Die Analysten Ryan McKay und Bart Melek von TD Securities erklärten, dass stärkere Daten und eine hawkish Fed kurzfristig weiteren Verkaufsdruck auslösen könnten, sie jedoch weiterhin ETF-Nachfrage, Zentralbankkäufe und Sorgen über Währungsentwertung als dauerhafte Unterstützungsbasis sehen.
Silber fiel am Freitag um 0,3% auf $63.39 je Unze und liegt diese Woche mehr als 4% im Minus. Platin und Palladium steuerten ebenfalls auf Wochenverluste zu.

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