Dow Jones steigt um 1.300 Punkte – Iran-Waffenstillstand löst weltweite Rallye aus

Dow Jones steigt um 1.300 Punkte – Iran-Waffenstillstand löst weltweite Rallye aus
Ananthu C U
08. Apr. 2026, 15:40 PM
  • Dow Jones steigt um 1.300 Punkte, Iran-Waffenstillstand löst weltweite Rallye aus.
  • Öl stürzt um über 14 % ab, belastet Energiewerte und beflügelt Fluggesellschaften.
  • Waffenstillstand verschiebt Erwartungen auf Zinssenkungen, Anleger beobachten Inflationsdaten.

US-Aktien schossen am Mittwoch nach oben, nachdem ein überraschendes zweiwöchiges Waffenstillstandsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran die geopolitischen Spannungen abmilderte und die Ölpreise deutlich sinken ließ, wodurch die Risikoneigung an den globalen Märkten zunahm.

Die Ankündigung, wenige Stunden vor US-Präsident Donald Trumps Frist an den Iran, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen, löste eine breite „risk-on“-Bewegung aus.

Die Aktienmärkte in Asien und Europa stiegen zwischen 4 % und 5 %, während die Rohölpreise um mehr als 14 % einbrachen, da erwartet wurde, dass der Energiefluss durch die wichtige Wasserstraße wieder aufgenommen werden könnte.

Waffenstillstand befeuert weltweite Marktrallye

Der Dow Jones Industrial Average stieg um mehr als 1.366 Punkte bzw. rund 2,93 %, während die S&P 500- und Nasdaq-100-Indizes jeweils um etwa 2,48 % bzw. 3,15 % zulegten.

Die Rally folgte auf Trumps Ankündigung, militärische Aktionen gegen Iran für zwei Wochen auszusetzen, um Verhandlungen zu ermöglichen. „Ich stimme zu, die Bombardierung und Angriffe auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, schrieb Trump in einem Beitrag auf Truth Social. „Wir haben einen 10-Punkte-Vorschlag aus dem Iran erhalten und glauben, dass er eine gangbare Grundlage für Verhandlungen darstellt.“

Irans Oberster Nationaler Sicherheitsrat signalisierte ebenfalls seine Zustimmung, die Straße von Hormuz für zwei Wochen wieder zu öffnen, sofern die Angriffe eingestellt werden. Berichten zufolge hat auch Israel dem Waffenstillstand zugestimmt.

Die Märkte, die angesichts des eskalierenden Konflikts unter Druck gestanden hatten, reagierten schnell. Aktien, die zu Jahresbeginn zurückgelegen hatten, erholten sich, wobei Megacap-Titel wie Nvidia, Amazon und Tesla deutliche Gewinne verzeichneten.

Finanz- und Industrieaktien, darunter JPMorgan und Boeing, legten ebenfalls zu.

Ölpreisrutsch trifft Energiewerte, stärkt Reisesektor

Die Rohölpreise fielen nach der Ankündigung des Waffenstillstands kräftig. Der Rohölpreis für West Texas Intermediate fiel um mehr als 16 % auf rund 94 US-Dollar pro Barrel, während Brent-Rohöl um über 14 % auf knapp 93 US-Dollar zurückging.

Der Rückgang der Ölpreise belastete Energiewerte stark. Die Aktien von Exxon Mobil fielen um mehr als 7,5 %, Chevron ging um über 6,2 % zurück und Occidental Petroleum rutschte um mehr als 10 %.

Im Gegensatz dazu verzeichneten Branchen, die empfindlich auf Treibstoffkosten reagieren, starke Gewinne. Fluggesellschaften zogen an: American Airlines und United Airlines stiegen um 10 % bzw. 13,7 %, während Delta Air Lines um 10,8 % zulegte. Kreuzfahrtanbieter Carnival und Norwegian Cruise Line legten ebenfalls um über 12 % zu.

Politikausblick und Risiken bleiben im Fokus

Der Waffenstillstand hat auch die Erwartungen an die Geldpolitik beeinflusst.

Zins-Futures deuten nun auf eine Wahrscheinlichkeit von 56 % für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bis Ende 2026 hin, ein deutlicher Wandel gegenüber den bisherigen Erwartungen, in diesem Jahr keine Lockerung vorzunehmen.

Bevor der Konflikt begann, hatten die Märkte mindestens zwei Zinssenkungen im Jahr 2026 erwartet. Der Anstieg der Ölpreise während des Krieges hatte Inflationssorgen geschürt und die geldpolitische Perspektive der Federal Reserve verkompliziert.

Investoren warten nun auf weitere Signale der Entscheidungsträger, darunter Äußerungen der Fed-Vertreter Mary Daly und Christopher Waller sowie das Protokoll der Sitzung der Zentralbank vom März.

Marktteilnehmer beobachten auch genau die bevorstehenden Inflationsdaten, um zu beurteilen, ob die während des Konflikts erhöhten Energiepreise in breitere Preisdrucke übergegangen sind.

Während der Waffenstillstand vorübergehend Erleichterung gebracht hat, warnen Analysten, dass der weitere Verlauf unsicher bleibt und geopolitische Entwicklungen voraussichtlich weiterhin Volatilität über Anlageklassen hinweg antreiben werden.