Schließung der Straße von Hormus sorgt für Besorgnis, ADNOC-CEO fordert Handlung

Schließung der Straße von Hormus sorgt für Besorgnis, ADNOC-CEO fordert Handlung
Rivanshi Rakhrai
09. Apr. 2026, 13:43 PM
  • ADNOC-CEO fordert bedingungslose Wiederöffnung der Straße von Hormus.
  • Öllieferungen verzögern sich, da Versorgungsrouten geopolitischen Beschränkungen unterliegen.
  • VAE fordern von Iran Schadensersatz nach Angriffen auf Infrastruktur.

Der Vorstandsvorsitzende der Abu Dhabi National Oil Company hat die sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus gefordert und gewarnt, dass fortdauernde Beschränkungen die globalen Energiemärkte stören.

Am Donnerstag erklärte Sultan Al Jaber, Iran müsse den Zugang zu dieser wichtigen Schifffahrtsroute wiederherstellen und für die durch jüngste Angriffe auf Infrastruktur verursachten Schäden zur Rechenschaft gezogen werden.

In einem LinkedIn-Beitrag schrieb Jaber, die Meerenge sei de facto seit Beginn des US-israelischen Konflikts mit Iran am 28. Februar unzugänglich geblieben, und die Durchfahrt werde streng kontrolliert.

Er betonte, dass die Situation erhebliche Unsicherheit für die globalen Ölströme geschaffen habe.

„Iran hat sowohl durch seine Erklärungen als auch durch sein Handeln klargemacht, dass die Passage von Erlaubnis, Bedingungen und politischem Druck abhängig sei.

Das ist keine Freiheit der Schifffahrt. Das ist Zwang,“ schrieb Jaber.

Energiesicherheit durch anhaltende Störungen gefährdet

Jaber unterstrich, dass ungehinderter Zugang zur Meerenge entscheidend für die Stabilität der globalen Energieversorgung sei.

Er warnte, dass anhaltende Störungen bereits Lieferverzögerungen verursachen, die Märkte verknappen und die Preise in die Höhe treiben.

Er fügte hinzu, dass derzeit etwa 230 Öltanker beladen und abfahrtbereit seien, aber aufgrund der Beschränkungen nicht auslaufen könnten.

„So verlangsamen wir die wirtschaftliche Schockwelle, die sich bereits durch das System bewegt,“ ergänzte Jaber.

Trotz der Herausforderungen hat ADNOC den Betrieb innerhalb der gegebenen Einschränkungen fortgesetzt.

Regionale Energieinfrastruktur Ziel von Angriffen

Die Störung erfolgt vor dem Hintergrund größerer Instabilität in der Region, wobei Energieanlagen in Nachbarländern wie Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Bahrain Berichten zufolge angegriffen wurden.

Jaber bekräftigte die Haltung der VAE, dass Iran für die durch Angriffe auf zivile und Energieinfrastruktur verursachten Schäden verantwortlich gemacht werden müsse.

„Die VAE haben ihre Position bekräftigt, dass Iran nach den erheblichen und rechtswidrigen Angriffen auf zivile und energiebezogene Infrastruktur der VAE zur Verantwortung gezogen und vollständig für Schäden und Entschädigungen haftbar gemacht werden muss,“ sagte er.

Produktionsauswirkungen und wirtschaftliche Folgen

Laut einem Reuters-Bericht Mitte März ging die Ölproduktion der VAE nach der effektiven Schließung der Meerenge um mehr als die Hälfte zurück.

Die Störung zwang ADNOC dazu, umfangreiche Produktionsstilllegungen vorzunehmen.

Als wichtiger Faktor für die Wirtschaft der VAE und als bedeutender Produzent innerhalb der OPEC spielt ADNOC eine zentrale Rolle in der weltweiten Ölv ersorgung; das Land trug zuvor etwa 4 % zur globalen Produktion bei.

Dennoch deutete eine Analyse von Reuters darauf hin, dass die Einnahmen von ADNOC im März im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil blieben.

Höhere Ölpreise trugen dazu bei, die geringere Produktion auszugleichen, während das Unternehmen auch alternative Exportwege nutzte, um Lieferungen aufrechtzuerhalten.

Jaber, der außerdem Minister für Industrie und fortgeschrittene Technologien der VAE sowie Sondergesandter für Klimawandel ist, steht seit einem Jahrzehnt an der Spitze von ADNOC.

Während seiner Amtszeit leitete er eine umfassende Modernisierungsinitiative, sammelte Milliarden an Investitionen und brachte das Unternehmen in Einklang mit globalen Energiestrategien.

Er war zudem Präsident der Klimakonferenz COP28, die 2023 in Dubai stattfand, und verkörpert damit seine doppelte Rolle in traditioneller Energie- und Klimapolitik.

Da die Spannungen weiterhin eine der weltweit wichtigsten Öltransitstrecken stören, unterstreichen Jabers Äußerungen die wachsende Dringlichkeit, eine Lösung zur Wiederherstellung der Stabilität der globalen Energiemärkte zu finden.