Bund-Renditen steigen leicht, Öl-Anstieg schürt EZB-Wetten

Bund-Renditen steigen leicht, Öl-Anstieg schürt EZB-Wetten
Rivanshi Rakhrai
10. Apr. 2026, 15:50 PM

Unterstützt von

Invezz
Long Bunds (2s10s Steepener)

Long-Position in deutschen 10-jährigen Bunds vs. Short-Position in 2-jährigen Bunds (z. B. long Bund-Futures vs. short Schatz/Bobl oder 2Y vs. 10Y-Spread). Ölgetriebene Inflationssorgen treiben die Front-End-Erwartungen für EZB-Straffungen, aber der Artikel weist darauf hin, dass Zweitrundeneffekte verzögert auftreten; kurzfristige Daten könnten kein sofortiges Front-End-Repricing erzwingen. Diese Kombination führt typischerweise zu einer Steilstellung der Kurve: Das Short-End bleibt gefragt, das Long-End korrigiert nach dem vorherigen steilen Rückgang tendenziell zurück zur Mitte.

Kernrisiko: Ein anhaltender Rückgang des Ölpreises, der die EZB-Hochpreisung schnell eliminiert, den Front-End-Aufschlag zusammenbrechen lässt und die Kurve abflacht.

Short Italien vs. Deutschland (10Y-Spread)

Short-Position in italienischen 10-jährigen BTPs vs. Long-Position in deutschen Bunds (Wette auf eine Spreadausweitung). Der Artikel stellt fest, dass Italiens 10-jährige Rendite steigt, während sich der BTP-Bund-Spread nach dem Konflikt verengt hat; mit erneutem Energie-/Inflationsdruck und anhaltender Unsicherheit über EZB-Straffungen sollte sich Italiens relatives Finanzierungsrisiko wieder durchsetzen, insbesondere wenn US-Inflationsdaten die globalen Renditen stützen.

Kernrisiko: Eine klare EZB-Politikgarantie oder ein erneutes Risikoappetit-Umfeld, das die BTP-Bund-Spreiten trotz Öl-/Inflationsdruck komprimiert.

  • Renditen in der Eurozone steigen aufgrund ölgetriebener Inflationssorgen.
  • Erwartungen an EZB-Zinserhöhungen bleiben trotz Volatilität durch den Waffenstillstand bestehen.
  • Märkte richten Blick auf US-Inflationsdaten als Signal für die Geldpolitik.

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Die Staatsanleiherenditen in der Eurozone steuerten auf einen Wochenanstieg zu, nachdem sie Anfang der Woche noch den steilsten Rückgang seit Jahren verzeichnet hatten.

Die Bewegung erfolgt, während die geopolitischen Spannungen rund um einen Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und Iran weiterhin Anzeichen von Belastung zeigen und die Märkte nervös halten.

Die Kreditkosten in der Region folgten größtenteils den Bewegungen der Ölpreise.

Der jüngste Anstieg der Energiepreise hat die Inflationssorgen verstärkt und Anleger dazu veranlasst, ihre Erwartungen an geldpolitische Straffungen durch die Europäische Zentralbank neu zu bewerten.

Die Unsicherheit wurde durch anhaltende Störungen in der globalen Energieversorgung verschärft.

Es gab keine Anzeichen dafür, dass Iran seine nahezu vollständige Blockade der Straße von Hormus, einem wichtigen Durchgang für globale Öllieferungen, lockern würde.

Diese Blockade hat nach Angaben Beobachter das bisher schwerste Störungsereignis für die globale Energieversorgung ausgelöst und die Preisbelastungen weiter angefacht.

Steigende Ölpreise haben wiederum die Erwartung verstärkt, dass Zentralbanken möglicherweise entschlossener handeln müssen, um die Inflation zu dämpfen.

Aussichten für den Waffenstillstand bleiben fragil

Mohit Kumar, Ökonom bei Jefferies, gab eine vorsichtig optimistische Einschätzung zur geopolitischen Lage ab.

Er sagte: "Wir halten an unserer Ansicht fest, dass der Waffenstillstand Bestand haben wird, nicht weil wir einer Lösung näher wären, sondern weil es im Interesse beider Parteien liegt, den Krieg nicht fortzusetzen."

Kumar fügte hinzu, dass "Trump nicht die Unterstützung seiner 'Make America Great Again'-Basis hat,"

während die "Islamische Revolutionsgarde ihre Kontrolle über das Land festigen will und weiterer Krieg zu wirtschaftlicher Zerstörung führen würde, die langfristig eine mögliche Rebellion nach sich ziehen könnte."

Bewegungen am Anleihemarkt in Europa

Die 10-jährigen deutschen Staatsanleiherenditen stiegen um 1,5 Basispunkte auf 3.03% und deuteten auf einen Wochenanstieg um 3 Basispunkte hin.

Die Benchmark-Rendite hatte Ende März zuvor 3.13% erreicht und damit ihr höchstes Niveau seit Juni 2011 markiert.

Kurzfristigere Renditen, die empfindlicher auf geldpolitische Erwartungen reagieren, zeigten einen anderen Trend.

Die Zwei-Jahres-Rendite Deutschlands stieg um 1 Basispunkt auf 2.56%, blieb jedoch weiterhin auf dem Weg zu einem Wochenrückgang von 6.5 Basispunkten.

In Südeuropa kletterte die 10-jährige Rendite Italiens um 2 Basispunkte auf 3.81%.

Sie hatte Ende März zuvor 4.142% berührt, das höchste Niveau seit Juli 2024.

Unterdessen verringerte sich der Renditeabstand zwischen italienischen Anleihen und deutschen Bunds auf 77 Basispunkte, nachdem er sich während des jüngsten Konflikts deutlich ausgeweitet hatte.

Erwartungen an die EZB passen sich an

Die Geldmärkte preisen derzeit einen Einlagensatz der EZB von 2.60% bis zum Jahresende ein.

Das impliziert die Erwartung von zwei Zinsschritten, sowie eine 40%ige Wahrscheinlichkeit für eine dritte Erhöhung.

Vor der Ankündigung des Waffenstillstands Anfang der Woche hatten die Märkte drei vollständige Zinserhöhungen erwartet. Der Einlagensatz der EZB liegt derzeit bei 2%.

Barclays stellte in einem Research-Update fest, dass "ein anhaltender Rückgang des Ölpreises eine notwendige Bedingung für die weitere Rücknahme der Zinsanhebungspreise ist, aber ein gewisser verbleibender Aufschlag für mögliche Erhöhungen voraussichtlich bestehen bleibt."

Fokus richtet sich auf US-Inflationsdaten

Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden US-Inflationsdaten für März, die erste Hinweise darauf geben sollen, wie sich Energiepreisschocks in breitere Preisniveaus einschleifen.

Analysten gehen davon aus, dass die Federal Reserve besonders auf Zweitrundeneffekte achten wird, also darauf, inwieweit höhere Energiekosten stärker auf Löhne und das allgemeine Preisverhalten durchschlagen.

Diese Effekte treten typischerweise mit Verzögerung auf, was bedeutet, dass die bevorstehende Datenveröffentlichung die Zinserwartungen nur dann wesentlich verändern dürfte, wenn sie eine deutliche positive Überraschung zeigt.

Während die Märkte geopolitische Entwicklungen und eingehende Wirtschaftsdaten verarbeiten, wird die Volatilität der Anleiherenditen auf kurze Sicht voraussichtlich anhalten.