Marvell-Aktie erreicht Allzeithoch – KI‑Optik-Boom befeuert Rallye

Marvell-Aktie erreicht Allzeithoch – KI‑Optik-Boom befeuert Rallye
Ananthu C U
10. Apr. 2026, 22:12 PM

Unterstützt von

Invezz
Marvell (MRVL)

Kaufen MRVL. Das Allzeithoch‑Momentum wird durch Fundamentaldaten gestützt: Q4‑Umsatz +22 % im Jahresvergleich, EPS +81 % und das Management verweist auf robuste KI‑Nachfrage. Katalysator ist das Segment optischer Netzwerke: Es wird erwartet, dass sich die Anzahl optischer Ports in diesem Jahr und erneut 2027 verdoppelt, was in beiden Perioden ein Wachstum von etwa 90 % für Marvells Optikgeschäft impliziert. Die Ausweitung der Partnerschaft mit NVIDIA plus eine $2B‑Investition verstärken die Chancen auf Marktanteilsgewinne, während Hyperscaler ihre KI‑Rechenzentren ausbauen. Das Bewertungsrisiko ist real, aber die Kombination aus Optik‑Marktanteilsgewinnen und Ausgaben für KI‑Infrastruktur unterstützt eine Neubewertung.

Kernrisiko: Wachstum im Bereich optischer Netzwerke führt nicht zu nachhaltigen Marktanteilsgewinnen, wodurch das erwartete zukünftige Wachstum ausfällt und das 30x‑Verhältnis der erwarteten Gewinne komprimiert wird.

NVIDIA Lieferkette (NVDA)

Kaufen NVDA. Die Rallye bei Marvell ist ein Indikator für den Ausbau von KI‑Rechenzentren und die Nachfrage nach Hochgeschwindigkeits‑Konnektivität; Marvells Stärke im Optik‑/Switching‑Bereich ist eine Folge der Plattformadoption durch NVIDIA. Wenn Hyperscaler expandieren, zieht NVIDIAs Netzwerk‑/Compute‑Ökosystem Nachfrage nach optischen Interconnects und kundenspezifischem Silizium nach sich und stützt damit die Nachhaltigkeit der NVDA‑Erträge über kurzfristige Optik‑Schlagzeilen hinaus.

Kernrisiko: Wenn die Capex der Hyperscaler verlangsamt oder die Plattformadoption von NVIDIA abnimmt, reduziert sich die zusätzliche Nachfrage nach Netzwerk‑/Optiklösungen und die Erwartungen an NVDA werden gedrückt.

  • Marvell erreicht Rekordhoch, da KI‑ und Optik‑Nachfrage das Wachstum antreiben.
  • Optische Netzwerke dürften in den kommenden Jahren starkes Wachstum treiben.
  • Starke Ergebnisse stehen jedoch steigenden Bewertungs‑ und Wettbewerbsrisiken gegenüber.

Die Aktien von Marvell Technology schossen am Freitag nach oben und erreichten ein Allzeithoch, da die Anlegerbegeisterung für Infrastruktur im Bereich künstliche Intelligenz und optische Netzwerke zunahm.

Die Aktie stieg um mehr als 8 % auf ein neues Hoch von $129.84 und schloss bei $128.49, was nach Angaben von Dow Jones Market Data den ersten Rekordschluss seit dem 23. Januar 2025 bedeutet.

Die Rallye bringt Marvell zudem auf Kurs für die stärkste Wochenperformance seit Dezember 2024.

Die jüngsten Kursgewinne spiegeln eine Kombination aus branchenweitem Momentum und unternehmensspezifischen Entwicklungen wider, da sich Investoren zunehmend für die nächste Phase des KI‑getriebenen Ausbaus von Rechenzentren positionieren.

KI und optische Netzwerke sorgen für neue Dynamik

Die Wiederbelebung von Marvell erfolgt trotz früherer Befürchtungen, das Unternehmen könne im KI‑Wettlauf zurückfallen.

Das Unternehmen, das anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise als Alternative zu GPUs herstellt, sah sich Fragen hinsichtlich seiner Abhängigkeit von wichtigen Kunden und der Belastung durch nicht‑KI‑Segmente gegenüber.

Seine Positionierung im Bereich optischer Netzwerke hat sich jedoch als zentraler Wachstumstreiber herauskristallisiert.

Mit der Skalierung von KI‑Rechenzentren steigt die Nachfrage nach schnelleren, bandbreitenstärkeren und latenzärmeren Konnektivitätslösungen — Bereiche, in denen Marvell stark vertreten ist.

Barclays‑Analyst Tom O’Malley hob das Ausmaß dieser Chance hervor und erklärte, der Markt für optische Ports werde voraussichtlich in diesem Jahr und erneut 2027 doppelt so groß sein. Das könnte für Marvells Optikgeschäft in beiden Zeiträumen ein Wachstum von rund 90 % bedeuten.

„Marvell ist vor allem ein Optikunternehmen, und da die Ports schnell wachsen, trägt das Marktwachstum maßgeblich zum Erfolg bei“, schrieb er in einer Mitteilung am Donnerstag.

O’Malley stufte die Aktie von Equal Weight auf Overweight hoch und signalisierte damit neues Vertrauen, nachdem er zuvor Bedenken hinsichtlich Produktionsanteilsverlusten im Zusammenhang mit Amazon‑Trainium‑Chips und möglichen Problemen bei digitalen Signalprozessoren geäußert hatte.

Strategische Deals und KI‑Ausgaben stärken die Stimmung

Der Anlegeroptimismus wurde auch durch neue strategische Entwicklungen angefacht. Marvell sicherte sich kürzlich eine $2 billion-Investition und erweiterte seine Partnerschaft mit NVIDIA, beide Maßnahmen zielen darauf ab, Rechenzentren der nächsten KI‑Generation und Hochgeschwindigkeits‑Konnektivität zu unterstützen.

Die Ankündigungen haben Marvells Rolle im KI‑Infrastruktur‑Ökosystem gestärkt, insbesondere da Hyperscaler ihre Ausgaben für den Ausbau von Rechenzentren beschleunigen.

Bank of America hat Marvell zudem unter seine Top‑Picks für „AI compute“ aufgenommen, neben Advanced Micro Devices, und verweist auf die Führungsrolle im Bereich Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und Rechenzentrums‑Switching.

Die Bank stellte fest, dass Unternehmen wie Alphabet und Microsoft weiterhin stark in KI‑Infrastruktur investieren, was für Zulieferer wie Marvell eine starke Nachfragelage schafft.

Starke Fundamentaldaten, gedämpft durch Bewertungsbedenken

Die jüngste Rallye baut auf bereits starker Performance auf: Die Aktie liegt seit Jahresbeginn um 51 % vorn und hat sich im Jahresvergleich nahezu verdoppelt.

Die Finanzkennzahlen stützen das positive Szenario. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 22 % auf $2.219 billion, während das Ergebnis je Aktie um 81 % auf $0.46 zulegte. Für das gesamte Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 42 % auf $8.195 billion, und das EPS erreichte $3.07.

CEO Matt Murphy bezeichnete die robuste KI‑Nachfrage als zentralen Wachstumstreiber und rechnet mit weiterem Ausbau im Geschäftsjahr 2027.

Die starke Rallye hat jedoch auch die Bewertungen nach oben getrieben. Marvell handelt nun bei rund dem 30‑fachen der erwarteten Gewinne und etwa dem 9‑fachen der erwarteten Umsätze — Niveaus, die die Aktie anfällig für Abwärtsrisiken machen könnten, falls die Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden.

Der Wettbewerb bleibt ein weiterer Faktor: Große Anbieter wie Broadcom und NVIDIA konkurrieren in zentralen Segmenten des KI‑Infrastrukturspektrums.

Dennoch scheint Marvell mit der anhaltend beschleunigenden Nachfrage nach KI‑Netzwerktechnik und kundenspezifischer Silizium‑Hardware zunehmend gut positioniert, um von der nächsten Investitionswelle in Rechenzentren zu profitieren, auch wenn Investoren Bewertungsrisiken gegen das langfristige Wachstumspotenzial abwägen.