FTSE 100 legt nach BP-Zahlen trotz geopolitischer Spannungen zu

FTSE 100 legt nach BP-Zahlen trotz geopolitischer Spannungen zu
Rivanshi Rakhrai
28. Apr. 2026, 14:00 PM

Unterstützt von

Invezz
BP & Shell (UK‑Energie‑Beta)

Kaufen: BP (BP.L) und Shell (SHEL.L). Der Gewinn von BP im Q1 hat sich mehr als verdoppelt und hob das gesamte Energiesegment; Rohöl erholt sich in Richtung $100 aufgrund des ungelösten Versorgungsrisikos durch den US‑Iran‑Konflikt. Dies ist ein klares Momentum‑ und Fundamentalszenario: Ergebnisüberraschung + unterstützende Ölmarktbewegungen sollten Zuflüsse in die führenden Energiewerte des FTSE 100 aufrechterhalten.

Kernrisiko: Schneller Ölpreisrückgang (Waffenstillstand hält / Versorgungsängste lassen nach), der das ergebnisgetriebene Kaufinteresse im Energiesektor zunichtemachen würde.

Tullow Oil (hohes Aufwärtspotenzial)

Kaufen: Tullow Oil (TLW.L). Die Aktie sprang um etwa 12% nach der Guidance, wonach die Produktion am oberen Ende der Spanne liegen werde – das löst häufig Analysten‑Upgrades, Multiple‑Ausweitungen und aggressivere Positionierungen in den nächsten Handelssitzungen aus, da Investoren dem neuen, "besser‑als‑befürchtet" Produktionspfad hinterherlaufen.

Kernrisiko: Später enttäuschende Produktion/Guidance (operative Probleme oder nach unten revidierte Fördermengen) kann den Kursanstieg in ein 'sell-the-rip' verwandeln.

  • FTSE 100 steigt um 0.4%, da Energiewerte stark anziehen.
  • BP-Gewinnsprung hebt den Index, Ölkonzerne verzeichnen starke Zuwächse.
  • Geopolitische Spannungen und der Zinsausblick bleiben zentrale Sorgen.

Der britische Leitindex FTSE 100 zog am Dienstag leicht an und wurde von einer starken Rallye der Energiewerte gestützt, nachdem BP besser als erwartete Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt hatte.

Die Gewinne brachten den Index auf Kurs, eine sechstägige Verlustserie zu beenden, obwohl geopolitische Spannungen weiterhin die Stimmung belasteten.

Der FTSE 100 stieg um 0.4% auf 10,367.61 Punkte bis 1019 GMT.

Im Gegensatz dazu fiel der Mid‑Cap‑Index FTSE 250 um 0.2% und verzeichnete damit den vierten Verlusttag in Folge.

BP-Zahlen treiben Gewinne im Energiesektor

Die Aktien des britischen Energieriesen BP stiegen um 3.1% nachdem der Konzerngewinn im ersten Quartal im Jahresvergleich mehr als doppelt so hoch ausfiel.

Die starke Entwicklung zog breitere Energiewerte mit nach oben, wobei auch Shell um 2.3% zulegte.

Beide Unternehmen lieferten den größten Schub für den Blue‑Chip‑Index.

Unterdessen sprang Tullow Oil um 12%, nachdem das Unternehmen prognostiziert hatte, dass seine jährliche Ölproduktion am oberen Ende der Ausblickspanne liegen werde.

Das Unternehmen nannte einen starken Jahresauftakt.

Die Rallye bei Energiewerten wurde zusätzlich von steigenden Rohölpreisen gestützt, die durch anhaltende geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit dem US‑Iran‑Konflikt angeheizt wurden.

Ausblick für Ölpreis bleibt unverändert

Marktanalysten wiesen auf die anhaltende Stärke der Ölpreise als einen entscheidenden Treiber für den Sektor hin.

Der WTI‑Rohölpreis setzte seine jüngste Erholung fort, und näherte sich dem wichtigen Widerstandsniveau von $100, da die geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran andauerten.

Die Preise stiegen auf etwa $97 und markierten damit eine deutliche Erholung vom Tief dieses Monats bei $79.

Der Aufwärtsimpuls wurde durch anhaltende Unsicherheit rund um den fragilen Waffenstillstand zwischen den beiden Nationen gestützt.

Der umstrittene US‑Iran‑Waffenstillstand bleibt ungelöst, was die Versorgungsbedenken hoch hält und die Rohölpreise in den jüngsten Sitzungen nach oben trieb.

Fokus richtet sich auf die Geldpolitik der Bank of England

Die Anleger richten den Blick nun auf die bevorstehende geldpolitische Entscheidung der Bank of England, bei der allgemein erwartet wird, dass die Zentralbank die Zinsen unverändert lässt.

Marktteilnehmer werden genau auf Signale achten, die auf eine mögliche Zinserhöhung später im Jahr hindeuten.

Die starke Abhängigkeit Großbritanniens von Erdgas macht die Wirtschaft besonders empfindlich gegenüber steigenden Energiepreisen, die durch geopolitische Spannungen ausgelöst werden.

Der FTSE 100 liegt weiterhin etwa 5% unter seinem Rekordhoch von Ende Februar.

Reaktion der britischen Regierung auf geopolitische Risiken

Als Reaktion auf die anhaltende Lage wird der britische Premierminister Keir Starmer Vertreter der Bank of England am Dienstag zu einer Sitzung des Regierungsausschusses für Notfallmaßnahmen empfangen.

Die Gespräche werden sich auf die Bewertung der Auswirkungen des Konflikts im Iran auf die britische Wirtschaft konzentrieren.

Trotz anhaltender Risiken trugen Gewinne im Energiesektor dazu bei, dass der FTSE 100 die Aufwärtsdynamik beibehielt und die Empfindlichkeit des Marktes gegenüber rohstoffgetriebenen Bewegungen unterstrich.