Sterling fällt, da BoE-Ausblick und Iran-Konflikt das Sentiment trüben

Sterling fällt, da BoE-Ausblick und Iran-Konflikt das Sentiment trüben
Rivanshi Rakhrai
28. Apr. 2026, 13:12 PM

Unterstützt von

Invezz
Short auf GBP/USD

Verkauf von GBP/USD. Die BoE wird voraussichtlich die Zinsen belassen, und nur ein einziges restriktives Mitglied des MPC könnte für eine Erhöhung stimmen, während der Iran-Schock Inflationssorgen und Wachstumssorgen in entgegengesetzte Richtungen treibt – was die BoE vorsichtig bleiben lässt. Da Fed und EZB ebenfalls wahrscheinlich pausieren, fehlt eine breite ‚Zinsunterstützung‘ für das Pfund, sodass eine Dollar-Stärke anhalten dürfte, solange das Risiko-Sentiment fragil bleibt.

Kernrisiko: Die BoE wird eindeutig restriktiver (mehr MPC-Mitglieder signalisieren Zinserhöhungen) und das GBP steigt aufgrund einer Neupreisung der Zinsen.

UK-Kurzfristzinsen (2Y)

Verkauf von UK-2-Jahres-Gilt-Futures (oder Kauf von UK-2Y-Gilt-Renditen). Der Text verweist auf eine begrenzte Bereitschaft zu weiterer Straffung, da frühere Erhöhungen die Aktivität bereits belasten; die Märkte werden voraussichtlich eine ‚Pause‘ einpreisen, während die Geopolitik die Volatilität hoch hält. Diese Kombination reduziert typischerweise die Chance kurzfristiger Erhöhungen und drückt die Renditen.

Kernrisiko: Eine anhaltende Wiederbeschleunigung der Inflation durch Energiepreise zwingt die BoE, die Straffung neu zu bewerten, wodurch die 2‑Jahres-Renditen steigen.

  • Sterling fällt gegenüber dem Dollar, da die BoE-Entscheidung diese Woche bevorsteht.
  • Die Unsicherheit rund um den Iran-Krieg hält die Märkte beim Zinsaussblick vorsichtig.
  • Analysten sehen geringe Chancen für eine BoE-Zinserhöhung; Senkungen sind möglich.

Sterling gab am Dienstag gegenüber einem stärkeren US-Dollar leicht nach, da Anleger sich auf bevorstehende Zentralbankentscheidungen und die anhaltende geopolitische Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg konzentrierten.

Das britische Pfund lag zuletzt 0,3 % im Minus gegenüber dem Dollar und notierte bei $1,3488.

Gegen den Euro blieb es mit 86,55 Pence kaum verändert.

Die Marktteilnehmer blieben vor den für später in dieser Woche erwarteten wichtigen geldpolitischen Signalen vorsichtig.

Fokus richtet sich auf den geldpolitischen Ausblick der Bank of England

Die Aufmerksamkeit liegt nun eindeutig auf der Bank of England, die voraussichtlich die Zinssätze bei ihrer kommenden Sitzung am Donnerstag unverändert lassen wird.

Investoren beobachten jedoch genau Hinweise darauf, wie die Entscheidungsträger die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs einschätzen und welche Folgen dies für die künftige Geldpolitik haben könnte.

Analysten erwarten zu diesem Zeitpunkt nur begrenzte Unterstützung innerhalb der Zentralbank für eine weitere Straffung.

„Unserer Ansicht nach wird nur das restriktivste Mitglied des neunköpfigen Monetary Policy Committee (MPC) am Donnerstag, dem 30. April, dafür stimmen, die Zinsen anzuheben, um dieses unwahrscheinliche Risiko zu mindern. Die übrigen werden sich damit begnügen, lediglich zu sagen, dass sie ‚bereit zu handeln‘ seien“, schrieb Andrew Wishart, Senior-UK-Ökonom bei Berenberg, in einer Notiz, die in einem Reuters-Bericht zitiert wurde.

Wishart fügte hinzu, dass frühere Zinserhöhungen die wirtschaftliche Aktivität bereits belastet hätten und die Wahrscheinlichkeit weiterer Straffungen damit verringert sei.

Iran-Krieg treibt Marktvolatilität an

Die Geldmärkte sind seit Beginn des Konflikts sehr empfindlich gegenüber Entwicklungen im Iran-Krieg geblieben.

Steigende Energiepreise haben Inflationssorgen geschürt, während die Befürchtungen einer langsameren wirtschaftlichen Entwicklung ebenfalls zugenommen haben.

Diese Dynamik veranlasste Händler zunächst dazu, ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen durch die Bank of England aufzustocken.

Seitdem haben sich jedoch veränderte Konjunktursignale und die Zurückhaltung der Zentralbank diese Erwartungen gedämpft.

Andere große Zentralbanken, darunter die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve, dürften diese Woche ebenfalls die Zinsen stabil halten, was eine breitere globale Pause bei der geldpolitischen Straffung untermauert.

Geopolitik und Innenpolitik belasten das Sentiment

Die Hoffnungen auf eine Beilegung des Nahost-Konflikts haben sich abgeschwächt.

US-Präsident Donald Trump ist mit dem jüngsten Vorschlag Irans zur Beendigung des zweimonatigen Kriegs unzufrieden, was die Aussichten weiter eintrübt.

Gleichzeitig bleiben innenpolitische Entwicklungen im Vereinigten Königreich für Investoren im Blick.

Premierminister Keir Starmer sieht sich Kritik an seiner Entscheidung ausgesetzt, Peter Mandelson zum Botschafter in den Vereinigten Staaten zu ernennen.

Bevorstehende Kommunalwahlen dürften zusätzlichen Druck auf Starmers Führung ausüben, wobei seiner Labour Party erhebliche Verluste prognostiziert werden.

Diese politischen Unsicherheiten verstärken die Vorsicht der Märkte, die bereits mit globalen Risiken zu kämpfen haben.

Insgesamt spiegelt die Entwicklung des Sterling eine Kombination aus geldpolitischen Erwartungen, geopolitischen Spannungen und innenpolitischen Sorgen wider und hält Händler kurzfristig vorsichtig.