Goldpreis‑Prognose: Inflationsrisiken steigen, US‑Iran‑Eskalation flammt auf

Goldpreis‑Prognose: Inflationsrisiken steigen, US‑Iran‑Eskalation flammt auf
Crispus Nyaga
05. Mai 2026, 12:00 PM

Unterstützt von

Invezz
XAUUSD / Gold

XAUUSD verkaufen (oder Gold‑Futures short gehen). Der Artikel zeigt, dass Gold unter den 50/100‑Tage‑EMA, unter dem Supertrend notiert, der RSI bei 38 liegt (Bärenkontrolle) und ETF‑Mittelabflüsse (GLD/IAU) vorherrschen. Mit erneuter US‑Iran‑Eskalationsgefahr, steigenden Ölpreisen, anhaltend hartnäckigen Inflationsdaten und höheren Zentralbankzinsen entsteht klassischer Gegenwind für Gold. Ziel $4,108 (Jahrestief), falls der Widerstand bei $4,888 erneut scheitert.

Kernrisiko: Gold erobert die Marke $4,888 zurück und hält sich darüber, wodurch Trendindikatoren umschlagen und die Nachfrage nach sicheren Häfen schnell genug die Abwärtsbewegung stoppt.

GLD / IAU

GLD und IAU verkaufen. Die These ist flussgetrieben: ETF‑Mittelabflüsse setzen sich fort, während sich die technischen Indikatoren für Gold verschlechtern. Wenn Anleger bereits aus Gold rotieren, werden Rallys eher zum Verkauf genutzt als zum Kauf, was Druck auf Spot‑ und Terminmärkte ausübt.

Kernrisiko: ETF‑Mittelabflüsse drehen sich deutlich um (anhaltende Zuflüsse) und der Preis stabilisiert sich über den wichtigen gleitenden Durchschnitten, womit die Rotation beendet wäre.

  • Der Goldpreis fiel weiter, als der US‑Iran‑Waffenstillstand Risse zeigte.
  • Iran griff ein US‑Kriegsschiff in der Straße von Hormus an.
  • Eine Eskalation würde die Verbraucherinflation in den USA und anderen Ländern anheben.

Der Goldpreis steht diese Woche weiterhin unter Druck, da die Inflationssorgen anhalten. XAU sank auf $4,530, das niedrigste Niveau seit dem 31. März. Er liegt damit mehr als 18% unter dem Jahreshoch, und die technischen Indikatoren deuten auf weiteres Abwärtspotenzial hin.

Inflationsrisiken steigen, da der US‑Iran‑Waffenstillstand dem Ende nahekommt 

Der Goldpreis fiel diese Woche deutlich und bleibt unter Druck, da die Inflationssorgen zunahmen.

Iran gab bekannt, dass es am Montag auf ein wichtiges US‑Schiff geschossen habe, nachdem Präsident Donald Trump sein Project Freedom angekündigt hatte, um Schiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren.

Gleichzeitig flog Iran einige Drohnenangriffe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), eine Handlung, die die Rohölpreise nach oben trieb, wobei Brent auf $114 stieg.

Es besteht das Risiko, dass der Krieg zwischen den beiden Seiten wieder ausbricht, was die Energiepreise in den kommenden Tagen oder Wochen nach oben treiben würde.

Eine solche Entwicklung würde die Verbraucherpreise in den USA und anderen Ländern ansteigen lassen. Die jüngsten Daten zeigten, dass der Gesamt‑Verbraucherpreisindex von 2.3% im Februar auf 3.3% im März gestiegen ist.

Infolgedessen könnten die Federal Reserve und andere Zentralbanken in den kommenden Monaten beschließen, die Zinsen auf einem höheren Niveau zu halten. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England (BoE) haben Hinweise auf eine Zinserhöhung im Juni gegeben. In ähnlicher Weise könnte die Fed unter Kevin Warsh die Zinsen anheben, wenn die Inflation weiter steigt.

Der Goldpreis blieb trotz der anhaltenden Käufe der Zentralbank der Türkei (CBRT) unter Druck. Auch andere führende Zentralbanken wie die russische, chinesische und aserbaidschanische haben weiter Gold gekauft, um sich vom US‑Dollar zu diversifizieren. 

Dagegen zeigen Daten Dritter, dass führende Gold‑ETFs wie GLD und IAU in diesem Jahr weiterhin Mittelabflüsse verzeichnen. Im Gegensatz dazu verzeichneten Spot‑Bitcoin‑ETFs in den letzten zwei aufeinanderfolgenden Monaten Zuflüsse, während die ETFs VOO und SPYM mehr als $75 billionen an Vermögenswerten hinzugewonnen haben. Das ist ein Zeichen dafür, dass Anleger von Gold in andere Anlagen wechseln.

Technische Analyse des Goldpreises 

Goldpreis

XAU‑Preisdiagramm | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass Gold in den letzten Monaten eingebrochen ist, da Anleger seinen Status als sicherer Hafen infrage stellen. Es fiel von einem Rekordhoch von $5,600 im Januar auf $4,537.

XAU versuchte kürzlich eine Erholung, stieß jedoch auf einen erheblichen Widerstandsbereich bei $4,888. Es notiert unter den 50‑ und 100‑Tage‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitten (EMA). 

Gold fiel zudem unter den Supertrend‑Indikator, ein Zeichen dafür, dass die Bären die Kontrolle behalten. Gleichzeitig ist der Relative‑Stärke‑Index (RSI) vom extrem überkauften Niveau von 80 auf derzeit 38 gefallen. Der Percentage Price Oscillator ist unter die Nulllinie gesunken. 

Daher wird Gold voraussichtlich weiter fallen, möglicherweise bis zum Jahrestief von $4,108, was etwa 9.40% unter dem aktuellen Niveau liegt. Ein Ausbruch über den wichtigen Widerstand bei $4,888 würde den bärischen Ausblick ungültig machen und auf weitere Gewinne hindeuten.