Goldman verschiebt Fed-Prognose: Sind Zinserleichterungen weiter entfernt als gedacht?
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Gold kaufen (GLD oder physische Goldposition). Begründung: These: „Die Zinsen bleiben länger restriktiv, weil Energie die Inflation hartnäckig hält“, was Gold typischerweise als Absicherung gegen anhaltende Inflation und Verzögerungen der Geldpolitik stützt; Nahost-/Öl-Risiko hält das Tail-Inflationsrisiko erhöht, selbst wenn das Wachstum abkühlt.
Kernrisiko: Reale Renditen steigen stark an (oder die Fed wird früher zinslockernd), wodurch Gold trotz des Inflationsszenarios unter Druck gerät.
Verkauf von kurzfristigen Zinssenkungspositionen: Positionierung gegen CME-FedWatch-artige Erwartungen mittels Short-Positionen in 2Y/5Y-Treasury-Futures (z. B. short TY-Futures vs. entsprechend long in US 2Y/5Y Duration), mit Zielsetzung „keine baldigen Schnitte“ und einer späteren ersten Senkung (nun Dez. 2026). Begründung: Goldmans Einschätzung einer hartnäckigeren Kerninflation plus die durch Öl verursachte Weitergabe halten die Politik länger restriktiv; Futures preisen bereits 3.50–3.75% bis Jahresende ein.
Kernrisiko: Ölpreise fallen schnell und die Kerninflation sinkt rasch, wodurch die Fed gezwungen wäre, früher als im Dez. 2026 zu senken.
- Goldman erwartet nun die erste Zinssenkung der Fed im Dezember 2026.
- Höhere Ölpreise werden voraussichtlich die Inflation in diesem Jahr näher an 3% halten.
- Die Spannungen im Nahen Osten haben die Sorge über anhaltenden Preisdruck verstärkt.
Goldman Sachs hat seine Prognose für die erste Zinssenkung in den USA nach hinten verschoben und erklärt, dass höhere Energiepreise und das Risiko einer hartnäckigeren Inflation im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt die Federal Reserve voraussichtlich länger vorsichtig halten werden.
Die Bank erwartet nun, dass die Fed ihre erste Zinssenkung im Dezember 2026 vornimmt, später als zuvor prognostiziert.
Die Verschiebung spiegelt eine wachsende Auffassung an der Wall Street wider, dass steigende Ölpreise den Rückgang der Inflation verzögern könnten und den Entscheidungsträgern weniger Spielraum für Lockerungen lassen, selbst wenn das Wachstum zu dämpfen beginnt.
Goldman verschiebt seine Prognose
In einer Forschungsnotiz vom 8. Mai schrieb Goldman, die Weitergabe höherer Energiekosten auf die Kernpreise werde die Inflation voraussichtlich länger fester halten als zuvor erwartet.
Die Bank sagte, die Kern-PCE-Inflation, das von der Fed bevorzugte zugrunde liegende Maß, werde in diesem Jahr eher näher bei 3% als bei 2% bleiben.
Das ist wichtig, weil die Fed wiederholt betont hat, dass sie größere Gewissheit darüber braucht, dass die Inflation sich nachhaltig dem Ziel annähert, bevor sie mit der Senkung der Kreditkosten beginnen kann.
Wenn die Energiepreise über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben, wird dieses Urteil schwieriger, besonders wenn Treibstoff- und Transportkosten breiter in die Preise für Waren und Dienstleistungen einfließen.
Goldmans aktualisierte Prognose deutet außerdem darauf hin, dass die Bank weniger klare Gelegenheiten für eine Abkehr der Fed in der nahen Zukunft sieht.
Anstatt sich auf eine frühere Lockerung vorzubereiten, verlagert sich der Fokus darauf, wie lange die Zinsen restriktiv bleiben müssen, falls sich die Inflation hartnäckiger erweist als erwartet.
Öl und Inflation verändern den Ausblick
Der unmittelbare Auslöser für die revidierte Prognose ist der Nahostkonflikt, der die Energiemärkte verunsichert und die Ölpreise nach oben unter Druck gehalten hat.
Höhere Rohölpreise führen nicht automatisch zu einem dauerhaften Inflationsproblem, können aber die Aufgabe der Fed erschweren, indem sie die Inputkosten erhöhen und die Inflationserwartungen beeinflussen.
Goldmans Ansicht ist, dass dieser Energieschock erheblich genug ist, um den geldpolitischen Pfad zu verändern.
Selbst wenn sich der Arbeitsmarkt etwas abschwächt, scheint die Bank zu glauben, dass Inflationsrisiken weiterhin dominieren könnten, was es der Zentralbank schwerer macht, eine frühe Bewegung hin zu niedrigeren Zinsen zu rechtfertigen.
Das ist eine vorsichtigere Haltung als die, auf die Investoren zu Beginn des Jahres gehofft hatten.
Sie stimmt auch mit einer breiteren Verschiebung bei großen Brokerhäusern überein, von denen mehrere kürzlich ihre Erwartungen an die Anzahl der Fed-Senkungen im kommenden Jahr reduziert haben; einige rechnen jetzt nur noch mit begrenzter Lockerung, andere mit keiner.
Auch die Märkte bleiben vorsichtig
Die Marktpreise deuten in eine ähnliche Richtung.
Die Futures-Märkte implizieren derzeit, dass die US-Zinsen voraussichtlich bis Jahresende in einer Spanne von 3,50% bis 3,75% bleiben, was darauf hindeutet, dass Anleger keine schnelle Bewegung zu einer lockereren Politik erwarten.
Diese Sichtweise wurde durch die jüngsten Äußerungen der Fed selbst bestätigt.
Die Entscheidungsträger haben signalisiert, dass sie weiterhin auf Inflationsrisiken fokussiert bleiben, und zusätzlicher Druck durch Energie würde sie noch weniger geneigt machen, sich schnell zu bewegen.
Für Investoren bedeutet das, dass die Debatte um die Zinssätze nicht mehr nur darum geht, wann die Kürzungen beginnen, sondern darum, was die Fed dazu zwingen könnte, noch länger zu warten.
Was den Zeitplan ändern könnte
Der wichtigste Faktor, der Goldmans Prognose ändern könnte, wäre eine stärkere Verschlechterung des Arbeitsmarkts.
Die Bank sagte, vorausgesetzt die Beschäftigungsbedingungen schwächen sich im nächsten Jahr nicht ausreichend ab, würde sie erwarten, dass die Fed 2027 zwei abschließende Zinssenkungen vornimmt, wenn die Kerninflation sich dem Ziel wieder annähert.
Bis dahin dürfte das Argument für Geduld dominieren.
Goldman scheint weiterhin davon auszugehen, dass die US-Zinsen schließlich niedriger werden, doch macht die jüngste Prognose deutlich, dass der Weg zurück zu einer lockereren Politik langsamer und anfälliger für ölgetriebene Inflationsschocks sein könnte als zuvor angenommen.
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