Großbritannien treibt Reformen für Geldmarktfonds zur Stärkung der Resilienz voran

Großbritannien treibt Reformen für Geldmarktfonds zur Stärkung der Resilienz voran
Rivanshi Rakhrai
14. Mai 2026, 12:10 PM

Unterstützt von

Invezz
Sterling-Geldmarktfonds (UK)

Kaufen: In Großbritannien börsennotierte Manager/Administratoren von Sterling-Geldmarktfonds mit bedeutendem in Großbritannien verwaltetem AUM (z. B. abrdn, Schroders oder Fund-Service-Plattformen, die an Geldmarktprodukte gebunden sind). Begründung: Höhere Liquiditätspuffer und klarere Regeln verringern das „Run‑Risiko“, unterstützen stabilere Mittelzuflüsse und Gebühreneinnahmen, während die Aufsicht den Sektor strafft. Hauptrisiko: Die Reformen werden von Gesetzgebern verzögert/abgeschwächt oder die Liquiditätsanforderungen werden so hoch angesetzt, dass sie Renditen drücken und Mittelabflüsse aus Geldmarktfonds auslösen.

Kernrisiko: Liquiditätsregeln werden zu streng oder verzögert umgesetzt, wodurch Fondsrenditen sinken und Anleger Mittel abziehen.

Absicherungen gegen kurzfristigen Sterling-Finanzierungsstress

Verkaufen: Exposure gegenüber den anfälligsten kurzfristigen Pfund-Sterling-Kredit-/Liquiditätskanälen, die von Stress profitieren (z. B. UK-Geldmarkt‑ETFs/ETNs, die niedrigwertigere kurzfristige Papiere halten oder auf gestresste Repo-/CP-Liquidität angewiesen sind). Begründung: Reformen drängen Fonds zu liquideren Beständen und gleichmäßigeren Rücknahmen, verringern die Nachfrage nach „distressed liquidity“ und verengen die Spreads bei den schwächsten Papieren. Hauptrisiko: Die Liquiditätspuffer führen nicht zu besserer Asset-Qualität, und ein neues Stressereignis erzwingt weiterhin ungeordnete Verkäufe, die Spreads wieder ausweiten.

Kernrisiko: Ein neuer Liquiditätsschock löst weiterhin erzwungene Verkäufe aus, weitet die Spreads und untergräbt die These.

  • Großbritannien bestätigt Reformen für Geldmarktfonds nach den Marktverwerfungen im März 2020.
  • Neue Leitlinien verpflichten Fonds, höhere Liquiditätsniveaus vorzuhalten.
  • Von der FCA werden voraussichtlich in Kürze weitere Details zu den Reformen veröffentlicht.

Die britische Regierung bestätigte am Donnerstag Pläne, die Regeln für Geldmarktfonds zu reformieren, einen Sektor, der seit den Marktverwerfungen im März 2020 unter verstärkter aufsichtsrechtlicher Beobachtung steht.

Die Reformen folgen auf erhebliche Rücknahmen und Liquiditätsbelastungen, die Geldmarktfonds während des COVID‑19‑bedingten Dash for Cash erlitten und die Verwundbarkeiten der kurzfristigen Finanzierungsmärkte offenlegten.

Die Regierung bestätigte zudem, dass neue Leitlinien Geldmarktfonds verpflichten würden, höhere Liquiditätsbestände vorzuhalten.

Das überarbeitete Rahmenwerk soll, vorbehaltlich der Zustimmung der Gesetzgeber, bis zum Jahresende umgesetzt werden.

Reformen zur Stärkung der Marktresilienz

Die britische Finanzaufsicht hatte bereits 2023 Konsultationen zu den vorgeschlagenen Reformen durchgeführt.

Die Maßnahmen sollen es Fonds erleichtern, in Zeiten von Marktstress Vermögenswerte zu verkaufen.

Die Konsultation folgte Empfehlungen der Bank of England, die feststellte, dass der Sektor der Sterling‑Geldmarktfonds widerstandsfähiger werden müsse.

Sterling‑Geldmarktfonds werden von Unternehmen häufig für die tägliche Finanzierung und zum Übernachtparken von Barmitteln genutzt.

Nach den schweren Marktstörungen im März 2020 rückte die Aufsicht zunehmend stärker auf diesen Sektor.

Damals zogen Anleger im Zuge der Marktreaktionen auf die zunehmenden Auswirkungen der COVID‑19‑Pandemie schnell Geld aus Geldmarktfonds ab.

Die starken Mittelabflüsse erzeugten Liquiditätsengpässe im gesamten Sektor und lösten bei politischen Entscheidungsträgern Sorgen über breitere Risiken für die Finanzstabilität aus.

Die jüngsten Reformen sollen die Wahrscheinlichkeit ähnlicher Stressereignisse in der Zukunft verringern und die Fähigkeit des Sektors stärken, mit plötzlichem Rücknahmedruck umzugehen.

Höhere Liquiditätsanforderungen geplant

Nach den vorgeschlagenen Änderungen müssen Geldmarktfonds höhere Liquiditätspuffer vorhalten.

Die Regierung nannte in ihrer Stellungnahme keine genauen Liquiditätsschwellen.

Sie bestätigte jedoch, dass das aktualisierte Regime vor Jahresende eingeführt würde, sofern die Gesetzgeber zustimmen.

Der Schritt spiegelt breitere Bemühungen der Aufseher wider, sicherzustellen, dass Fonds Anlegerabflüsse in Phasen erhöhter Volatilität bedienen können, ohne ungeordnete Verkäufe von Vermögenswerten auszulösen.

Die Regierung erklärte, die Financial Conduct Authority werde in Kürze eine Stellungnahme mit weiteren Details zu den geplanten Reformen veröffentlichen.

Fokus bleibt auf Stabilität nach den Marktbelastungen 2020

Weltweit prüfen die Aufsichtsbehörden seit den Ereignissen im März 2020 weiterhin die Widerstandsfähigkeit von Geldmarktfonds.

In Großbritannien konzentrierten sich die Behörden besonders auf den Sektor der Sterling‑Geldmarktfonds wegen seiner Bedeutung für die kurzfristige Unternehmensfinanzierung und das Cash‑Management.

Die Bank of England hatte zuvor Reformen empfohlen, die darauf abzielen, die Widerstandsfähigkeit des Sektors in Stressphasen zu verbessern.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen waren Teil eines umfassenderen Vorhabens, die Schutzmechanismen innerhalb des Finanzsystems nach den marktbedingten Störungen in der Pandemie zu stärken.

Da die Regierung die Reformen nun formell bestätigt hat, macht Großbritannien Fortschritte bei den Plänen, die Aufsicht über den Sektor zu verschärfen und die Liquiditätsstandards für hier tätige Geldmarktfonds zu verbessern.