UK-PMI fällt auf 48,5 wegen Iran-Krieg und politischer Unsicherheit

UK-PMI fällt auf 48,5 wegen Iran-Krieg und politischer Unsicherheit
Rivanshi Rakhrai
21. Mai 2026, 10:58 AM

Unterstützt von

Invezz
Short-Position auf GBP / Long-Position auf USD

PMI bei 48,5 signalisiert Kontraktion und eine von Dienstleistungen getriebene Schwäche, während die Kosteninflation hartnäckig bleibt (Energie + Löhne). Diese Konstellation drängt die Bank of England in Richtung langsamerer Straffung oder sogar einer Pause, während sich das US-Umfeld nach dem Abverkauf stabilisiert. Trade: Short-Position auf GBP (z. B. im FX-Paar GBPUSD).

Kernrisiko: Ein starker Rückgang der britischen Inflation, der die BoE zu früheren Zinssenkungen zwingt und damit das GBP stärkt.

Short britische Finanzwerte (FTSE 100)

Schwache Aktivität (Einbruch im Dienstleistungssektor) plus anhaltende Betriebskosteninflation ist eine schlechte Kombination für britische Banken: niedrigere Kreditnachfrage und höheres Kreditrisiko, während die Finanzierungskosten erhöht bleiben. Trade: Verkauf von UK-Finanzexposure über den iShares MSCI UK Financials ETF (oder Short-Positionen in britischen Bankaktien wie Lloyds Banking Group).

Kernrisiko: Es steigen keine Kreditausfälle und die Banken behalten trotz des Abschwungs starke Nettozinsspannen.

  • Britische Wirtschaftstätigkeit fällt auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr.
  • Iran-Krieg und politische Unsicherheit in Großbritannien schwächen das Unternehmensvertrauen deutlich.
  • Zunehmender Inflationsdruck erschwert den Zinsausblick der Bank of England.

Britische Unternehmen verzeichnen den breitesten Rückgang der Aktivität seit mehr als einem Jahr, da die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs und die innenpolitische Unsicherheit das Unternehmensvertrauen stark belasten, laut einer veröffentlichten Umfrage am Donnerstag.

Das Datenunternehmen S&P Global teilte mit, dass sein vorläufiger UK Composite Purchasing Managers' Index (PMI) für May stark von 52,6 im April auf 48,5 gefallen sei.

Der Wert sank unter die 50-Punkte-Schwelle, die Wachstum von Kontraktion trennt, und zwar erstmals seit April 2025.

Dienstleistungssektor verzeichnet stärksten Rückgang seit der Pandemie

Die Umfrage zeigte, dass der Dienstleistungssektor einen besonders starken Rückgang der Aktivität verzeichnete.

Der Indikator für Dienstleistungsunternehmen fiel auf den niedrigsten Stand seit January 2021, als Großbritannien unter COVID-19-Beschränkungen stand.

Unterdessen meldeten Fertigungsunternehmen einen Anstieg der Auftragseingänge.

Die Zunahme wurde jedoch größtenteils von Kunden getrieben, die Vorräte sichern wollten, um sich vor möglichen weiteren Preiserhöhungen und durch den Iran-Konflikt bedingten Störungen in der Lieferkette zu schützen.

Die befragten Unternehmen nannten eine Kombination aus steigenden Energiepreisen, durch Spannungen im Nahen Osten verursachten Versandverzögerungen und wachsender politischer Unsicherheit in Großbritannien als Hauptgründe für die Abschwächung.

Die Unternehmen verwiesen zudem auf die Unsicherheit rund um den britischen Premierminister Keir Starmer sowie auf offene Fragen zur möglichen Führungsnachfolge als Faktoren, die das Vertrauen beeinträchtigen.

„Perfekter Sturm“ bedroht britische Wirtschaft, sagt S&P Global-Ökonom

Chris Williamson, leitender Wirtschaftsökonom bei S&P Global Market Intelligence, sagte, die britische Wirtschaft stehe unter zunehmendem Druck von mehreren Seiten.

„Die britische Wirtschaft steht vor einem ‚perfekten Sturm‘, da die zunehmende politische Unsicherheit die wachsenden Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten verstärkt“, sagte Williamson.

Er fügte hinzu, dass der jüngste PMI-Wert darauf hindeute, dass die britische Wirtschaft auf dem Weg sei, im Quartal um 0,2 % zu schrumpfen, womit sich der unerwartet starke Jahresbeginn umkehre.

Inflationsdruck bleibt erhöht

Die Umfrage hob zudem den anhaltenden Inflationsdruck für Unternehmen hervor.

Die Unternehmen meldeten einen weiteren deutlichen Anstieg der Betriebskosten, nur knapp unter dem Anstieg im April, der den größten Sprung seit mehr als drei Jahren markiert hatte.

Der Anstieg der Kosten wurde weitgehend durch höhere Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg sowie durch steigende Lohnkosten verursacht.

Obwohl die breitere Kennzahl der Umfrage für Verkaufspreise etwas langsamer stieg als im April, erhöhten Hersteller ihre Preise mit der höchsten Rate seit Juli 2022.

Der Bericht zeigte ferner, dass die Unternehmen ihre Einstellungspläne weiter reduzierten und den Trend damit auf den 20. Monat in Folge ausdehnten.

Die Erwartungen für die künftige Geschäftstätigkeit schwächten sich ebenfalls ab und fielen auf den niedrigsten Stand seit April 2025.

Bank of England steht vor geldpolitischem Dilemma

Williamson sagte, die Kombination aus nachlassender wirtschaftlicher Aktivität und anhaltendem Inflationsdruck bringe die Bank of England in eine schwierige Lage.

Den Erwartungen an den Finanzmärkten zufolge dürfte die Bank of England im weiteren Verlauf des Jahres 2026 die Zinsen zweimal anheben.

Die Umfrage wurde veröffentlicht, während sich die US-Aktien am Mittwoch nach einem dreitägigen Abverkauf erholten, gestützt durch Zugewinne bei Technologie- und Chip-Aktien.