Partners Group-Aktien fallen nach Aktivierung von Rücknahmebegrenzungen im Private-Equity-Fonds

Partners Group-Aktien fallen nach Aktivierung von Rücknahmebegrenzungen im Private-Equity-Fonds
Rivanshi Rakhrai
03. Juni 2026, 12:24 PM

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Invezz
Partners Group (PGHN.SW)

Verkaufen. Die Aktie wird neu bewertet — von "Liquiditätsrisiko ist begrenzt" hin zu "Rücknahmen können automatisch Caps erzwingen". Ein 17%iger Ein-Tages-Verlust plus ~30% seit Jahresbeginn signalisiert, dass der Markt dies als strukturelles Liquiditätsereignis betrachtet, nicht als Einmalereignis. Die Formulierung des Fonds selbst — Caps ausgelöst durch Rücknahmeaktivität — erhält den Überhang, bis der Rücknahmedruck nachlässt.

Kernrisiko: Rücknahmen fallen schnell wieder unter den Schwellenwert und das Unternehmen weist nach, dass die Liquidität ohne weitere Begrenzungen ausreicht, wodurch die Narrative der Liquiditätsängste umgekehrt würde.

EQT (EQT.ST)

Verkaufen. EQT und andere europäische Wettbewerber fielen auf dieselbe Nachricht hin, was bedeutet, dass Anleger das gesamte Thema "Liquidität offener Private-Equity-Fonds" handeln. Sollte der Cap-Mechanismus von Partners Group ansteckend sein, wird der Markt NAV-/Bewertungsrisiken und schnellere Abflüsse im Sektor diskontieren, was die Multiples belastet, selbst wenn sich die Fundamentaldaten nicht verändert haben.

Kernrisiko: Wettbewerber zeigen keinen Auslöser für Rücknahmebegrenzungen und Anleger rotieren zurück zu "Fondsperformance zuerst", wodurch die Multiples des Sektors trotz des Schocks bei Partners Group anziehen.

  • Partners Group begrenzte Rücknahmen, nachdem Rücknahmeanträge den Schwellenwert überschritten hatten.
  • Die Aktien fielen um 17%, da sich Anlegerbedenken auf die privaten Märkte ausbreiteten.
  • Das Unternehmen sagt, die Fondsliquidität bleibe trotz der Belastungen im Zielbereich.

Der in der Schweiz ansässige Partners Group teilte am Mittwoch mit, dass er Rücknahmen aus einem $8.6 billion Private-Equity-Fonds begrenzt, nachdem Rücknahmeanträge einen festgelegten Schwellenwert überschritten hatten. Dies löste einen scharfen Ausverkauf seiner Aktien aus und belastete andere Private-Equity-Firmen in Europa.

Die Ankündigung ließ die Partners Group-Aktien im Morgenhandel um rekordverdächtige 17% fallen und verdeutlichte wachsende Anlegerbedenken, dass der ursprünglich in Private-Credit-Märkten beobachtete Druck zunehmend andere Bereiche der privaten Kapitalanlage beeinflusst.

Rücknahmeanträge überschreiten Schwellenwert

In einer Erklärung erklärte Partners Group, die während des zweiten Quartals eingegangenen gesamten Netto-Rücknahmeanträge hätten 5% des Net Asset Value der Partners Group Global Value SICAV überschritten, die als zugrunde liegender Fonds des Partners Group Global Value Fund dient.

Infolgedessen seien laut Unternehmen Rücknahmebegrenzungen automatisch in Kraft getreten.

Das Unternehmen sagte, die Maßnahme sei durch erhöhte Rücknahmeaktivität ausgelöst worden und nicht durch eine Veränderung des operativen Status des Fonds.

Das Unternehmen beschrieb die Einführung der Rücknahmebegrenzungen als Folge der Fondsstruktur, nachdem die Anträge den festgelegten Grenzwert überschritten hatten.

Anlegerbedenken reichen über Private Credit hinaus

Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der einige Anleger Kapital aus Private-Credit-Fonds abziehen wollen.

Marktteilnehmer haben vermehrt Bedenken hinsichtlich der Assetbewertungen und der Fähigkeit bestimmter Softwareunternehmen, die bedeutende Finanzierung erhalten haben, die anhaltenden Herausforderungen zu meistern.

Laut einer Meldung vom März entfallen vier der zehn größten direkten Positionen des Global Value Fund auf Technologieunternehmen, womit der Sektor einen bedeutenden Bestandteil des Fondsportfolios bildet.

Die Ankündigung schien breitere Anlegerbedenken hinsichtlich Private-Market-Anlagen und der Liquiditätslage zu verstärken und trug zu Rückgängen im gesamten Sektor bei.

Auch europäische Wettbewerber unter Druck

Die Auswirkungen beschränkten sich nicht auf Partners Group: Die Aktien mehrerer europäischer Private-Equity-Firmen fielen nach der Ankündigung.

Die Aktien von EQT fielen um mehr als 6%, während CVC Capital Partners um 5,8% nachgab.

Auch Bridgepoint Group fiel um rund 4%.

Die Rückgänge deuten darauf hin, dass Anleger Rücknahmetrends und Liquiditätsbedingungen in der Private-Markets-Branche genau beobachten, insbesondere bei Gesellschaften, die offene Investmentvehikel verwalten.

Unternehmen betont Liquiditätslage

Trotz des Anstiegs der Rücknahmeanträge erklärte Partners Group, die Liquiditätslage des zugrunde liegenden Fonds liege weiterhin im anvisierten Bereich.

Das Unternehmen führte aus, dass die Liquidität weiterhin durch laufende Auskehrungen aus Portfolioinvestitionen sowie durch den Zugang zu einer noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinie gestützt werde.

Partners Group betonte zudem, dass sowohl der Global Value Fund als auch sein zugrunde liegender Fonds weiterhin aktive Investoren seien und neue Zeichnungen annehmen.

Das Unternehmen, das rund $185 billion an Assets verwaltet, sagte, die Branche habe seit Ende letzten Jahres erhöhte Volatilität bei offenen Evergreen-Fonds erlebt.

Laut Partners Group trat der Trend zunächst in Private-Credit-Fahrzeugen auf, bevor er sich auf Private-Equity-Fonds ausbreitete.

Aktien setzen den Rückgang seit Jahresbeginn fort

Der starke Rückgang am Mittwoch verschärfte ein ohnehin schwieriges Jahr für die Aktie.

Nach dem jüngsten Ausverkauf liegen die Partners Group-Aktien seit Jahresbeginn um etwa 30% im Minus.

Zuvor am Tag hatte Bloomberg berichtet, Partners Group bereite sich darauf vor, Rücknahmen aus dem Fonds zu begrenzen.

Die anschließende Unternehmensmitteilung bestätigte, dass Rücknahmebegrenzungen aktiviert worden seien, nachdem die Anträge im zweiten Quartal den angegebenen Schwellenwert überschritten hatten.

Die Entwicklung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Rücknahmedruck, der in Teilen des Private-Credit-Marktes genau beobachtet wurde, zunehmend im weiteren Private-Equity-Sektor spürbar wird.