Renditen europäischer Anleihen halten vor EZB-Entscheidung stabil

Renditen europäischer Anleihen halten vor EZB-Entscheidung stabil
Rivanshi Rakhrai
09. Juni 2026, 10:26 AM

Unterstützt von

Invezz
Deutschland: 2-jährige Bundesanleihen

Kaufen: kurzfristige Duration über deutsche 2‑jährige Bund-Futures (oder Kauf von 2Y-Bunds). Im Artikel heißt es, dass die 2Y-Renditen bereits nach dem Abklingen des Nahost-Risikos nachgaben, während die EZB-Erhöhung größtenteils eingepreist ist. Wenn die EZB restriktiv bleibt, sollte die Bewegung eher am "Front-End" als am "Back-End" erfolgen, wobei die Entspannung bei Energie und Inflation begrenzt, wie weit das Front-End nach oben umpreisen kann. Erwartung: Die 2Y-Renditen dürften im Vorfeld/Anschluss an die Entscheidung gegenüber dem bereits eingepreisten Pfad allmählich sinken.

Kernrisiko: Risiko: Die EZB signalisiert einen schnelleren, höher und länger anhaltenden Straffungspfad als vom Markt erwartet, wodurch die 2Y-Renditen sofort ansteigen.

EUR/USD

Kaufen EUR/USD. Der Euro stärkt sich bereits, da die Befürchtungen über die Energieversorgung nachlassen und von der EZB weiterhin eine Zinserhöhung erwartet wird. Sollte die EZB die erwarteten 25 Basispunkte liefern, ohne eine nachgiebige (dovish) Wende einzulegen, bleibt das Zinsdifferenzial unterstützend, und das ruhigere Öl-Umfeld reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Notfalllockerung. Ziel ist eine Fortsetzung in Richtung/über 1.1550.

Kernrisiko: Risiko: Die EZB-Kommunikation wird deutlich zinslockernd (oder das Inflationsrisiko wird als geringer eingeschätzt), was trotz der geopolitischen Entspannung zu einem Ausverkauf des Euro führen könnte.

  • Die Renditen im Euroraum blieben am Dienstag weitgehend unverändert.
  • Nachlassende Spannungen zwischen Israel und Iran verringerten die Sorgen um die Energieversorgung.
  • Die Märkte erwarten, dass die EZB eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vornimmt.

Die Renditen staatlicher Anleihen in der Eurozone blieben am Dienstag weitgehend stabil, da nachlassende Spannungen zwischen Israel und Iran die Marktsorgen über mögliche Störungen der globalen Energieversorgung und deren Auswirkungen auf die Inflation beruhigten.

Die Anleger richteten zudem ihre Aufmerksamkeit auf die für Donnerstag erwartete geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Marktteilnehmer rechnen überwiegend damit, dass die Zentralbank erstmals seit einem Jahr die Zinsen anheben wird, wobei der Blick zunehmend auf den künftigen Kurs der Geldpolitik gerichtet ist.

Entwicklungen im Nahen Osten dämpfen Marktsorgen

Die Marktstimmung besserte sich, nachdem Iran und Israel am Montag angedeutet hatten, ihre militärischen Operationen nach einem Appell des US-Präsidenten Donald Trump einzustellen.

Der Schritt gilt als Teil umfassenderer Bemühungen um ein Friedensabkommen, das den Fluss der Öllieferungen durch die Straße von Hormus wiederherstellen könnte.

Die Aussicht auf die Wiederöffnung der strategischen Schifffahrtsroute hat dazu beigetragen, Bedenken über Versorgungsstörungen im Energiesektor zu verringern.

Geringere Risiken für die Energiemärkte könnten auch die Erwartungen an weitere aggressive geldpolitische Straffungen großer Zentralbanken dämpfen.

Vor diesem Hintergrund verzeichnete die zehnjährige deutsche Staatsanleihe, das Benchmark für die Eurozone, am Tag kaum Veränderung und notierte bei 3.051%.

EZB dürfte erste Zinserhöhung seit einem Jahr vornehmen

Es wird allgemein erwartet, dass die EZB ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2.25% anhebt, und zwar bei der Sitzung am Donnerstag.

Obwohl die erwartete Erhöhung größtenteils bereits von den Märkten eingepreist ist, richten Anleger ihren Fokus weiterhin auf Hinweise für künftige geldpolitische Schritte.

Analysten von Gavekal Research deuteten an, dass die Entscheidungsträger auch nach der erwarteten Zinserhöhung eine restriktive Haltung beibehalten könnten.

„Es gibt gute Gründe, nach einer solchen Erhöhung eine restriktive Ausrichtung beizubehalten“, schrieben die Gavekal-Research-Ökonomen Cedric Gemehl und August Gudmundsson in einer Mitteilung.

Die Ökonomen argumentierten, dass das vorrangige Ziel der EZB, die Preisstabilität zu wahren, ihre Reaktion auf den jüngsten Inflationsdruck beeinflussen könnte.

Märkte rechnen mit weiterer Straffung

Geldmarkt-Futures implizieren derzeit 68 Basispunkte zusätzlicher Straffung bis zum Jahresende.

Diese Kursstellung deutet auf eine weitere Zinsanhebung um einen Viertelpunkt nach der für Donnerstag erwarteten Maßnahme hin sowie auf eine Wahrscheinlichkeit von über 70% für eine dritte Erhöhung.

Kurzfristigere Staatsanleihen, die in der Regel empfindlicher auf Änderungen der Zinserwartungen reagieren, spiegelten eine gewisse Moderation in der Marktpreisbildung wider.

Die Rendite zweijähriger deutscher Anleihen fiel um 2,5 Basispunkte auf 2.677% nachdem sie am Montag ein fast drei Wochen hohes Niveau von 2.734% erreicht hatte.

Euro gewinnt gegenüber dem Dollar

An den Devisenmärkten stärkte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar während der europäischen Handelszeit.

Das EUR/USD-Paar rückte auf das Niveau 1.1550 zu, als Anleger die Aussichten für die EZB-Politik und das entspanntere geopolitische Umfeld bewerteten.

Mit der bevorstehenden EZB-Sitzung am Donnerstag dürften Anleger sowohl die Zinsentscheidung als auch jegliche Hinweise der Entscheidungsträger zum Tempo künftiger Straffungen genau beobachten.

Die Einschätzung der Zentralbank zu Inflationsrisiken, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen an den Energiemärkten, dürfte eine Schlüsselrolle bei der Prägung der Markterwartungen für den verbleibenden Jahresverlauf spielen.