Kolumne: Wall Streets KI-getriebener Aufschwung stößt auf Widerstand
KI-Sentiment: 28/100 Bärisch
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Kaufen Sie AMD (AMD), Micron (MU) und Marvell (MRVL) bei Rücksetzern als Basket. Der Ausverkauf wirkt teilweise wie Gewinnmitnahmen nach übergroßen Gewinnen (AMD/MU/MRVL +167 %/+240 %/+283 % in ~2 Monaten). Wenn der Markt bereits höhere Zinsen einpreist, können diese Titel bei jeder Stabilisierung der Renditen und erneuten KI-Nachfrageerwartungen schnell wieder anziehen.
Kernrisiko: Eine weitere Abwärtsbewegung bei den Zinserwartungen bleibt aus und die Renditen steigen weiter, was zu weiterer Multiple-Kompression im Speicher-/Compute-Segment führt.
Verkaufen Sie einen Teil von Nvidia (NVDA) und/oder gehen Sie short auf den Semiconductor-ETF (SOXX). Der Artikel weist auf Widerstand im Tech-Segment nach einer starken, von KI getragenen Rallye hin und stellt fest, dass Erholungen verkauft werden, statt gekauft. Angesichts stärker als erwarteter Payroll-Daten, die den Markt in Richtung bis zu +50 Basispunkte zusätzlicher Fed-Hikes treiben, sollten hoch durationale KI-/Halbleiterwerte weiter an Bewertung verlieren, bis die Projektionen der Fed unter Warsh einen weniger restriktiven Kurs bestätigen.
Kernrisiko: Die Fed-Guidance (Warsh SEP) fällt deutlich weniger restriktiv aus als vom Markt befürchtet, was einen schnellen Risk-on-Rebound bei Halbleitern auslösen könnte.
- Broadcom-Ausblick, starke Beschäftigungsdaten und Fed-Ängste belasten Tech-Aktien.
- Anleger sichern Gewinne, da das SpaceX-IPO die Kapitalrotation ankurbelt.
- Märkte warten auf Kevin Warshs erste Fed-Projektionen als Hinweis auf die Geldpolitik.
Der US-Technologiesektor hat zuletzt schwere Zeiten durchgemacht.
Seit Broadcom einen enttäuschenden Ausblick veröffentlichte, zusammen mit einem soliden, den Konsens übertreffenden Ergebnis für das erste Quartal, stehen Tech-Aktien unter Druck.
Als Anleger gerade begannen zu fragen, ob der US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) noch die wichtigste monatliche Datenveröffentlichung sei, erhielten sie eine bestätigende Antwort.
Der Ausverkauf nach Broadcoms Zahlen wurde durch den letzten Freitag veröffentlichten Nonfarm-Payroll-Report noch verschärft.
Dieser fiel deutlich stärker als erwartet aus, und die Nachricht erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen bis Jahresende um bis zu 50 Basispunkte anheben müsste.
Es lohnt sich daran zu erinnern, dass vor nur wenigen Monaten der Konsens noch davon ausging, die Fed werde 2026 zwei Zinssenkungen zu je 25 Basispunkten ankündigen.
Das geschah trotz geringer Anzeichen dafür, dass die Inflation tatsächlich ihren Höhepunkt erreicht hatte, und trotz einer gewissen Zurückhaltung von Jerome Powell, dem damaligen Fed-Vorsitzenden, die Kreditkosten nach Donald Trumps Wahlsieg im November 2024 weiter zu senken.
Präsident Trump übte enormen Druck auf den Fed-Vorsitzenden aus, kritisierte ihn wiederholt dafür, die Zinsen nicht zu senken, und spielte sogar mit dem Gedanken, ihn zu entlassen.
Um fair zu sein: Die Zinssenkungen unter der Powell-Fed wurden von einigen als politisch motiviert angesehen – und nicht unbedingt im Interesse des Präsidenten.
Dann kam der Krieg mit Iran und ein Anstieg der Inflation, mit denen sich Kevin Warsh, der neue Fed-Vorsitzende, auseinandersetzen muss.
Herr Warsh wird nächste Woche seine erste geldpolitische FOMC-Sitzung leiten.
Auch wenn es keine Chance auf eine Änderung des Fed Funds Rate gibt, ist dies ein bedeutendes Ereignis.
Nicht nur wird Kevin Warsh nach der Zinsentscheidung eine Pressekonferenz abhalten, es handelt sich auch um eine Quartalssitzung, bei der das FOMC seine Summary of Economic Projections veröffentlichen wird.
Darin geben die FOMC-Mitglieder ihre Prognosen für den Fed Funds Rate, die Inflation, die Arbeitslosigkeit und das Wirtschaftswachstum für den Rest des Jahres und darüber hinaus ab.
Es wird die erste Gelegenheit für Analysten und Investoren sein, zu sehen, wie genau – oder eben nicht – die Projektionen der Fed unter Warsh mit den Markterwartungen übereinstimmen.
Doch vorher haben Anleger andere dringende Themen. Der vom Tech-Sektor angeführte Ausverkauf hat sich noch nicht gelegt.
Zwar gab es einige Erholungen, diese wurden jedoch bisher verkauft, was darauf hindeutet, dass Anleger noch nicht bereit sind, Rücksetzer mit großem Überzeugungswillen zu kaufen.
Es wird gesagt, der Ausverkauf sei von Händlern getrieben worden, die eilig Mittel realisieren wollten, um in das SpaceX-IPO am Freitag, den 12. Juni, investieren zu können.
Da ist möglicherweise etwas dran, zumal OpenAI und Anthropic ebenfalls an den Markt kommen dürften, höchstwahrscheinlich nach dem Sommer.
Und der US-Aktienmarkt war/ist reif für Gewinnmitnahmen.
Seit Ende März gab es einen außergewöhnlichen Anstieg bei Tech-Aktien, angeführt vom Chip-Sektor.
Dabei kam es nicht nur zu deutlichen Erholungen bei Marktführern wie Nvidia, Super Micro Computer und TSMC, sondern auch zu einem Erwachen einiger lange übersehener Chiphersteller.
Advanced Micro Devices, Micron Technology und Marvell Technology Group sind stark gestiegen.
In etwas mehr als zwei Monaten legten diese Aktien um jeweils 167 %, 240 % bzw. 283 % zu.
Kein Wunder, dass es Gewinnmitnahmen gab. Wer klug oder glücklich genug war, Anfang des Jahres in diesen Aktien dabei zu sein, wäre töricht, nicht einen Teil der Gewinne mitzunehmen.
Die Frage ist nun, ob der Ausverkauf eine weitere Kaufgelegenheit bei Rücksetzern darstellt oder ein Vorbeben ist, das vor kommenden Problemen warnt.
(Dies ist eine zweiwöchentlich erscheinende Kolumne von David Morrison. Er ist Senior Market Analyst bei Trade Nation. Die geäußerten Ansichten sind seine eigenen.)
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