Oracle-Aktie könnte durch KI-Abkühlung in Schwierigkeiten geraten
KI-Sentiment: 18/100 Bärisch
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Verkaufen Sie Oracle (ORCL). Das Quartal wirkt stark, aber das Muster ist nach CapEx cashflow-negativ, während ein massiver KI‑Aufbau mit Fremdkapital und frischem Eigenkapital finanziert wird (etwa $40B FY27). Das bedeutet Verwässerungsrisiko und steigende Zinslast, bei bereits ~ $162B Schulden und einem Altman-Z-Score in der Grauzone. Die These lautet, dass „KI‑Nachfrage“ nicht ausreichen wird, um die Finanzierungs-Tretmühle zu kompensieren, falls das Sentiment abkühlt.
Kernrisiko: Die Ausgaben für KI‑Infrastruktur verlangsamen sich und Oracle kann RPO nicht schnell genug in Cash umwandeln, was zu weiterer Verwässerung oder teurer Refinanzierung zwingt.
Verkaufen Sie Oracle-Schuldtitel via Oracle CDS (oder shorten Sie Hochzins-/Kreditinstrumente, die an ORCL gebunden sind). Das Unternehmen finanziert effektiv CapEx über externe Märkte; die Verschuldung hat stark zugenommen und das Geschäft ist an große KI‑Verträge gebunden. Wenn das Eigenkapital unter Druck gerät, weiten sich Kreditspreads in der Regel zuerst aus, und die Annahmen zur Erholung verschlechtern sich, wenn der Cashburn anhält.
Kernrisiko: Oracle stabilisiert den Free Cashflow und refinanziert zu günstigen Konditionen, wodurch eine Neubewertung der Kreditspreads verhindert wird.
- Oracle meldet fürs Q4 besser als erwartete Finanzergebnisse.
- Das Unternehmen kündigt Pläne an, $20 billion aufzubringen.
- Darum sind ORCL-Aktien 2026 nicht zu empfehlen.
Oracle hat erneut ein Quartal mit starkem Cloud-Wachstum geliefert und Investoren prompt daran erinnert, warum die Aktie immer schwerer zu halten ist.
Hinter den Rekordumsätzen des Unternehmens steht eine Finanzierungsmaschine, die mit „Vollgas“ läuft – sie verbrät den Free Cashflow und stützt sich stark auf Fremdkapital in einem Tempo, das selbst den optimistischsten KI-Befürworter innehalten lassen würde.
Die jüngste 20 Milliarden USD (ca. 17,4 Milliarden €) Netto-Kapitalaufnahme, die zusammen mit Q4-Ergebnissen angekündigt wurde, ist kein Einmalereignis; sie ist ein Muster – und ein beunruhigendes.
Oracle-Ergebnisse sehen gut aus — bis man genauer hinsieht
Auf den ersten Blick waren Oracles Ergebnisse des Fiskalquartals Q4 tatsächlich beeindruckend.
Der Gesamtumsatz des Unternehmens erreichte 19,2 Milliarden USD (ca. 16,7 Milliarden €), ein Anstieg von 21 % im Jahresvergleich, während der Cloud-Umsatz im Vergleich zu 2025 um 47 % auf beeindruckende 9,9 Milliarden USD (ca. 8,6 Milliarden €) stieg.
Die Cloud Infrastructure (IaaS)-Einheit war der Hingucker und wuchs im Quartal um 93 % auf 5,8 Milliarden USD (ca. 5,1 Milliarden €), wodurch Oracle fest in der Diskussion neben Hyperscalern wie AWS und Azure steht.
In der Gewinnmitteilung erklärte ORCL, die Cloud habe ungefähr die Hälfte des Gesamtgeschäfts im Fiskaljahr 2026 ausgemacht.
Der Riese schloss Q4 mit atemberaubenden 638 Milliarden USD (ca. 556,5 Milliarden €) an verbleibenden Leistungszusagen (RPOs) ab, ein bemerkenswerter Anstieg um 85 Milliarden USD (ca. 74,1 Milliarden €) gegenüber dem Vorquartal.
Auf dem Papier wirkt Oracle wie ein Unternehmen, das den KI-Infrastruktur-Boom zum Frühstück verputzt – aber das Problem ist, wer die Rechnung zahlt.
Oracles KI-Rechnung wird beängstigend
Hier die entscheidenden Zahlen: Oracle kündigte Pläne an, im Fiskaljahr 2027 etwa 40 Milliarden USD (ca. 34,9 Milliarden €) durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital aufzubringen.
Da ungefähr die Hälfte davon – eine 20 Milliarden USD (ca. 17,4 Milliarden €) At-the-market-Aktienemission – bereits bekannt war, bedeutet die nun zugesagte neue Kapitalaufnahme 20 Milliarden USD (ca. 17,4 Milliarden €) zusätzlich zu dem, was Investoren bereits wussten.
Beachten Sie, dass dies nicht ein Unternehmen ist, das einmalig die Kapitalmärkte anzapft, um einen strategischen Kurswechsel zu finanzieren. Oracle nahm allein im Geschäftsjahr 2026 43 Milliarden USD (ca. 37,5 Milliarden €) an Fremdkapital und weitere 5 Milliarden USD (ca. 4,4 Milliarden €) an Eigenkapital auf.
ORCL gab in demselben Jahr fast 56 Milliarden USD (ca. 48,8 Milliarden €) für Investitionsausgaben (CapEx) aus und prognostiziert nun Netto-Investitionsaufwendungen von 70 Milliarden USD (ca. 61,1 Milliarden €) für FY2027.
Trotz Milliarden an operativem Gewinn bleibt Oracle nach CapEx effektiv cashflow-negativ, was bedeutet, dass es kontinuierlich auf externe Märkte angewiesen ist, nur um den Ausbau seiner Infrastruktur aufrechtzuerhalten.
Und jedes Mal zahlen die Aktionäre den Preis – entweder durch Verwässerung oder durch die steigenden Kosten für die Bedienung eines ständig wachsenden Schuldenbergs.
Eine gehebelte Wette auf ungebrochene KI‑Nachfrage
Die alarmierendste Zahl in Oracles Bilanz ist nicht die Aktienanzahl – es ist die Verschuldung.
Zum Ende von Q3 wies Oracle 162 Milliarden USD (ca. 141,3 Milliarden €) an Gesamtverschuldung aus, eine Zahl, die seinen Altman-Z-Score – ein weit verbreitetes Maß für Insolvenzrisiko – fest in die Grauzone gedrückt hat.
Zum Vergleich: ORCLs langfristige Verbindlichkeiten lagen noch vor sechs Jahren bei etwa 60 Milliarden USD (ca. 52,3 Milliarden €).
Die jüngste Explosion hängt nahezu vollständig mit Ausgaben für KI-Infrastruktur zusammen, teilweise gestützt durch einen gemeldeten 300 Milliarden USD (ca. 261,7 Milliarden €), fünfjährigen Vertrag mit OpenAI.
Das klingt transformativ, und das mag zutreffen – bedeutet aber auch, dass Oracles Finanzlage gefährlich an die Zahlungsfähigkeit eines einzelnen Kunden und an ein KI‑Nachfrageumfeld gebunden ist, das nicht nur stabil bleiben, sondern sich beschleunigen muss.
Mit einem Verschuldungsgrad, den Analysten auf über 400 % schätzen – gegenüber rund 23 % bei Microsoft und etwa 7 % bei Google – hat Oracle de facto keinen finanziellen Puffer, falls das Sentiment gegenüber KI kippt, die Zinsen stark steigen oder der Wettbewerb durch Hyperscaler zunimmt.
Der RPO-Auftragspolster in Höhe von 638 Milliarden USD (ca. 556,5 Milliarden €) ist nur dann wertvoll, wenn er sich in Cash umwandelt; kühlen jedoch die KI-Investitionszyklen ab, verlängern sich Vertragslaufzeiten oder verhandeln Kunden neu, dann ist diese Zahl kein Sicherheitsnetz, sondern tatsächlich eine Verbindlichkeit, die als Vermögenswert aufgemacht ist.
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